Brasko und das Lächeln der Freiheit (6)

Epilog

Die Staatsregierungen verfolgten eine Politik nach der Devise „Operation gelungen – Patient tot“. Selbst die westlichen Demokratien, welche die Einhaltung der Menschenrechte zu ihrem Aushängeschild gemacht hatten, verfielen in einen Aktionismus, der totalitäre Züge annahm. Die Bevölkerung wurde nach Lust und Laune drangsaliert: Demonstrationsverbot, Reiseverbot, Lockdowns, Ausgangssperren… Es gab unter den führenden Politikern einen regelrechten Wettbewerb darin, wer am härtesten durchgriff. Die Grundrechte der Bürger wurden ignoriert. In den Leitmedien Tag für Tag Regierungspropaganda bis zum Erbrechen: Angstmache und Hetze gegen jene, die sich nicht beugen wollten, die die Politik kritisierten. Wer den Mund zu weit aufmachte, wurde zur Persona non grata erklärt. Honorige Wissenschaftler, Ärzte, Journalisten und Kulturschaffende wurden aufgrund ihrer kritischen Äußerungen diskreditiert und mundtot gemacht. Das Narrativ der Herrschenden durfte nicht hinterfragt werden – es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Brasko gehörte schon immer zu jenen, die sich keinen Maulkorb verpassen ließen. Ein Freiheitskämpfer, der an vorderster Front gegen Unrecht, Polizeigewalt und Totalitarismus protestierte, war er aber nicht. Er lebte seit Jahren sehr zurückgezogen. Ohne es zu wollen, wurde er in diese gesellschaftspolitische Krise hineingezogen. Er dachte darüber nach, sich vom Acker zu machen. Aber wohin? Weltweit drehten die Regierungen durch. Vielleicht war es da oder dort noch nicht so schlimm mit der Gängelung der Bevölkerung – fragte sich nur, wie lange noch.
Die Situation war zum Haare raufen. Obwohl Brasko hart im Nehmen war, verfiel er manchmal in Depressionen über die Ausweglosigkeit. Freedom hatte doch „aufgetankt“ bei ihm – wo war sie? Er trug ihre Nachricht stets in seiner Brieftasche und kramte sie an tristen Tagen hervor… erinnerte sich ihres Lächeln.

   

Brasko und das Lächeln der Freiheit (3)

„Bitte Wodka pur“, rief mir Freedom hinterher.
Wow! dachte ich, taffe Lady!
„Der ist gut“, sagte sie, nachdem ich wieder Platz genommen hatte.
„Ja, ein Geschenk einer guten Bekannten… Ich möchte Ihnen nicht zu nahetreten, Freedom“, setzte ich an, „aber wurde die Freiheit nicht schon immer mit Füßen getreten? Ist die Freiheit nicht die erste, die stirbt, wenn der Mensch auf dem selbstsüchtigen… oder ideologischen Trip ist?
Die Freiheit erlebte in der Menschheitsgeschichte nur kurze Momente, in denen sie wirklich geachtet wurde. Meist trug der Mensch sie nur plakativ vor sich her, ohne ihrem wahren Geist gerecht zu werden.“ – Ich nahm einen großen Schluck Wodka + Cola Zero koffeinfrei – „Nun frage ich Sie, wie kann ich Ihnen helfen??“
„Mr. Brasko, Sie haben recht, ich starb schon viele Tode. Sie übrigens auch“, Freedom lächelte mich voller Güte und Liebe an. Am liebsten hätte ich sie umarmt. Es gab Menschen, die Bäume umarmten oder ihr Auto streichelten… Warum sollte ich die Freiheit nicht herzen, wenn sie schon leibhaftig neben mir saß.
„Später“, sagte Freedom, die offenbar meine Gedanken lesen konnte oder sie zumindest erriet, „ich sollte endlich auf den Punkt kommen… Wie ich bereits erläuterte, wollen gewisse Mächte mir gerade gehörig ans Leder. Auch wenn ich ein Wesen aus einer feinstofflicheren Dimension als der Ihren bin, fürchte ich doch um mein Leben. Es ist nicht besonders angenehm, wie Sisyphos immer wieder von vorne zu beginnen – you understand?“ Freedom trank ihr Glas in einem Zuge leer und lachte lauthals, „Mr. Brasko, wissen Sie, dass Sie ein ganz außerordentlicher Mann sind?! Sie können sich geehrt fühlen, dass ich Sie auswählte… Gucken Sie nicht so verdattert! – bringen Sie mir lieber noch ein Glas dieses Spitzen-Wodkas!“

Brasko und das Lächeln der Freiheit (2)

Der Januar ist nicht gerade mein Lieblingsmonat. Vielleicht wegen dem manifesten Grau in Grau, der Kälte und den kurzen Tagen. Vielleicht auch deswegen, weil der erste Monat des Jahres ziemlich schnell alle Hoffnungen und guten Wünsche, die man für sich und andere hegt, im öden Gleichmut des Alltags erstickt. Schön war es, sich mehr Freiheit zu wünschen, mit dem Gestern abzuschließen und auf einen Neuanfang zu hoffen. Blöd halt, dass es dazu Taten braucht.

Ich befand mich in einer ausgedehnten Phase der Lethargie, als Freedom unerwartet hereinschneite. Vom ersten Moment an verspürte ich in ihrer Anwesenheit den Duft des Frühlings, das Aufblühen der Lebensgeister. Und außerdem war da ihr Lächeln, das mich bezauberte. Am liebsten wäre ich in ihrem Gesicht versunken.
„Mr. Brasko, ich bin bei Ihnen, weil Sie bekannterweise vor ungewöhnlichen Fällen nicht zurückschrecken“, Freedom kratzte sich an der Nase, „und ich bitte Sie in einem seeehr ungewöhnlichen Fall um Hilfe.“
„Was ist nicht ungewöhnlich auf dieser Welt?“ lachte ich, „Allein, dass Sie jetzt hier neben mir auf der Couch sitzen, ist unglaublich! … Legen Sie einfach los – ich bin ganz Ohr.“
„Zuerst sollten Sie wissen, dass ich kein Mensch bin, sondern eine Erscheinung… Ich könnte auch als alter Mann bei Ihnen hocken. Aber ich wählte den Körper einer jungen Frau, um es Ihnen leichter zu machen… Mr. Brasko, schauen Sie nicht so betrübt. Ich bin kein Trugbild. Ich bin so echt wie Sie, aber eben kein Mensch. Ich bin ein Wesen, das zwischen den geistigen und materiellen Dimensionen hin und herreisen kann. Ich bin Freedom, nicht mehr und nicht weniger. Neben mir gibt es ähnliche Wesenheiten wie die Liebe und die Gerechtigkeit – meine schönen Schwestern, wenn Sie so wollen, lach! Löschen Sie den alten Mann wieder aus Ihrem Kopf, Mr. Brasko!
Ich sehe Ihnen die Skepsis an. Gut so. Bleiben Sie skeptisch und glauben Sie nicht alles, was Ihnen gesagt wird. Verlassen Sie sich ganz und gar auf Ihr Gespür…, denn auch Sie sind ein geistiges Wesen und nicht nur Materie. Womit wir beim Problem wären. Die Menschheit steht vor einer elementaren Entscheidung, bzw. Weggabelung: Geht sie den Weg der Freiheit oder wählt sie unwiderruflich den Weg von Gleichschaltung, Bevormundung und Unterdrückung? – Zurzeit sieht es ganz danach aus, als ob die Mehrheit der Menschen bereit ist, ihre Freiheit für scheinheilig abgegebene Sicherheitsgarantien zu opfern…“, Freedom schluchzte: „Und das würde meinen Tod bedeuten.“
„Ähm, Lady, wollen Sie vielleicht jetzt einen Drink?“, fragte ich und legte so viel Sanftmut in meine Stimme, wie mir möglich war.
„Danke, Mr. Brasko… warum nicht.“

   

Brasko und das Lächeln der Freiheit (1)

Mir war nicht danach, die Tür zu öffnen, als es klingelte. Es war Sonntagmorgen. DHL konnte es nicht sein und auch sonst niemand meines Interesses, denn ich kannte niemanden in Berlin. Ich unterhielt keinerlei privaten Kontakte in dieser Millionenstadt. Ich führte seit ein paar Jahren das Leben eines Einzelgängers. Es klingelte ein zweites Mal. Mein Puls erhöhte sich. Vorsichtig linste ich aus dem Fenster hin zum Eingang, konnte aber niemanden erspähen. Vielleicht hatte ein Nachbar seine Schlüssel vergessen und wollte ins Haus. Vielleicht wollte mich meine Ex, die mich vor vier Jahren verlassen hatte, überraschen… Ich saß in Boxershorts am Schreibtisch, unrasiert und ungeduscht. Ein drittes Mal ertönte die Klingel. Warum klingelt dieser Mensch nur bei mir? fragte ich mich. Welcher Idiot störte Anfang des Jahres meine Kreise?

Eine junge Lady begrüßte mich, nachdem ich geöffnet hatte. Die Neugier ist eine verdammte Arschbeißerin. Wenn ich nicht stundenlang darüber grübeln wollte, wer so hartnäckig den Klingelknopf strapazierte, musste ich aufmachen.
„Mr. Brasko, bitte lassen Sie mich eintreten! … Sie sind doch Privatdetektiv?!“
„Äh ja, aber… ich… mein letzter Fall liegt Jahre zurück…“, stotterte ich verlegen. Die Lady ließ mich nicht ausreden und drückte sich an mir vorbei in den Flur.
„Entschuldigen Sie“, sagte sie schnell, „ich benötige Ihre Hilfe!“
Da ich die Erscheinung des Eindringlings nach kurzem Abscannen als unbedenklich und gewissermaßen reizvoll kategorisierte, lächelte ich, wie ich schon lange nicht mehr gelächelt hatte, und folgte der Lady in die Tiefen meiner Wohnhöhle. Sie fand den Weg von selbst und nahm auf meiner Couch Platz.
„Tja“, begann ich, „ich bin, wie gesagt, schon eine gute Weile aus dem Geschäft.“
„Das macht nichts, Mr. Brasko, Sie haben gute Referenzen. Sie sind genau der richtige.“
Ich war immer noch ganz aus dem Häuschen über meinen unerwarteten Besuch und verspürte das dringende Bedürfnis nach einem Drink. Die Lady wollte erstmal nichts. Auch gut. Ich setzte mich zu ihr und gönnte mir einen großen Schluck Wodka + Cola Zero koffeinfrei.
„Ich bin nicht gerade auf Besuch vorbereitet“, sagte ich lächelnd, „darf ich fragen, mit wem ich die Ehre habe?“
„Nennen Sie mich Freedom“, antwortete die Schöne auf meiner Couch und lächelte auch.

Kurze Vorgeschichte (2014 – 2021)

Als ich 2014 mit der Altenpflege (nach ca. 30 Jahren) aufhörte, wollte ich nie wieder zurück in diese Tretmühle. Es war wie ein Befreiungsschlag. Doch schon meine ersten Besuche bei der Bundesagentur für Arbeit holten mich zurück auf den Erdboden. Von einer Tretmühle wechselt man fast übergangslos in die nächste. Die Bundesagentur saß mir bereits im Nacken, als ich von ihnen noch gar kein Arbeitslosengeld bezog. Ich hatte selbst gekündigt, musste mich aber natürlich sofort arbeitslos melden… Wozu zahlte ich eigentlich jahrelang in die Arbeitslosenversicherung ein? dachte ich oft bei mir. Ständig machten sie mir Stress. Ich fühlte mich wie der letzte Arsch.
Nun gut, nach einigen Arztbesuchen und eingereichten Attests konnte ich sie wenigstens davon überzeugen, dass ich nicht mehr für die Altenpflege vermittelbar bin. In der Zwischenzeit zog ich nach Berlin, weil ich dort eine Liebe gefunden hatte. Und nach einigen mir von der Bundesagentur angewiesenen Zwangsterminen bei Sklavenhändlern, also Zeitarbeitsfirmen, die im Ergebnis fruchtlos blieben, wechselte man die Strategie in Richtung Umschulung bzw. Weiterbildung, um bald darauf festzustellen, dass man als Arbeitsagentur für mich nicht mehr zuständig wäre, sondern die Rentenversicherung. Mein Weg führte mich sodann in die Burg der Rentenversicherung. Und tatsächlich bewegte sich endlich was! Ich landete in einer Schule (in Neukölln), um mich zum Dokumentationsassistenten weiterbilden zu lassen. Ein Jahr war damit mein weiteres Auskommen gesichert, denn solange sollte die Weiterbildung dauern. Die Bundesagentur für Arbeit hatte ich damit erstmal von der Backe. Allerdings büßte ich damit auch einen guten Teil meiner in der Arbeitslosenzeit (wenigstens 1 Jahr lang) genossenen Freiheit ein. Die Tretmühle zeigte sich nun per Schulbank und Prüfungen. Doch was blieb mir anderes übrig? Lange war mir klar, dass wir alle Gefangene des Systems sind. Also zumindest all jene, denen der Weihnachtsmann keine Millionen schenkte. Es ging darum, dass man sich irgendwie durchwurschtelte und dabei nicht die Nerven verlor. Bestenfalls hat man ein paar Kameraden und Kameradinnen, so dass man sich gegenseitig stützen kann. Ich bin eher der Einzelgänger-Typ. Immerhin hatte ich damals noch eine Liebe.
Der langen Rede kurzer Sinn: Ich schloss die Weiterbildung ab und ergänzte diese mit einer spezielleren Fortbildung zur Tumordokumentation. Wenn schon denn schon, dachte ich – und so kam ich zu dem Job, den ich derzeit mache.
März 2017- seitdem bin ich wieder Vollzeitmitglied in der Tretmühle. Oder: Willkommen zurück im Club der Arbeits-Zombies! … Von Anfang an heische ich nach Teilzeit, welche aber von der Geschäftsleitung nicht erwünscht ist. Ich will wenigstens ein kleines Stück Freiheit zurück. Das kann doch nicht so schwierig sein, dachte ich. Ich bin bloß ein kleines Rädchen im Getriebe. Wen interessiert es, ob ich 100 oder 75% am Arbeitsplatz bin? Wo ist das Problem? Bin ich das Problem, weil ich mir etwas Unmögliches wünsche?

28.08.21 Potsdamer Platz

Zwischendurch kam die Sonne hervor und Necips Schwiegersohn warf noch den Grill an. Aber solange wollte ich nicht warten. Ich hatte mir vorgenommen, zum Potsdamer Platz zu radeln, um einer Wahlkampfveranstaltung der Partei Die Basis beizuwohnen oder wenigstens ein paar Eindrücke zu sammeln.
Als ich den Potsdamer Platz erreichte, stellte ich verdutzt fest, dass der gesamte Platz von der Polizei abgeriegelt war. Sie hatte dort Infostände zum Thema „Verkehrserziehung“ o.ä. aufgebaut. Ich umrundete das Ganze, blickte hinüber zum Leipziger Platz, aber konnte kein Anzeichen einer Parteiveranstaltung entdecken. Angekündigt war sie auf der Website von Die Basis zwischen 16 und 20 Uhr auf dem Potsdamer Platz. War dann wohl ein Satz mit X, dachte ich und setzte mich in einen nahen Biergarten.

2 große Helle später schaute ich mir die Szenerie nochmals an. Und o Wunder, was sahen meine kleinen Äuglein? Die Polizei hatte das Feld geräumt. Nein, die Polizei war natürlich nicht weg. Sie hatten nur abgebaut. Die Polizeipräsenz war überwältigend: überall standen Mannschaftswägen und Gruppen von Polizisten in Kampfmontur. Zur Luftüberwachung waren Hubschrauber im Einsatz.

Inzwischen kamen immer mehr Demonstranten zusammen und machten mit Musik und Tanz Stimmung. Es waren sicher einige Hundert – schwer zu sagen, denn alles durchmischte sich: Wochenendeinkäufer, Touristen, Demonstranten, Polizisten… Insgesamt durch das große Polizeiaufgebot eine gespenstische Kulisse, doch die positive Energie der Demonstranten mit ihren Liedern, ihren Trommeln berührte mich zutiefst. Sie ließen sich nicht einschüchtern. Einige fanden sich zu einer Polonaise zusammen und tanzten um die Gruppen der Polizisten herum. Einige suchten das Gespräch mit den Polizisten, die sich hinter ihrer martialischen Ausrüstung versteckten. Eine gute Weile stand ich neben einem Mann, der das bunte Getümmel filmte. Er war nicht der einzige, der filmte. Ich sprach ihn auf eine Gruppe von Polizisten in schwerer Montur an, die sich inmitten der Menge positioniert hatten. „Das sind die Schläger“, sagte er. „Wahrscheinlich warten sie auf eine Provokation“, meinte ich, „das ist doch Faschismus, wenn der Staat solche Truppen gegen seine eigenen Bürger einsetzt!“ Der Mann mit der Kamera stimmte mir zu.

Es begann zu regnen, und ich verabschiedete mich. Wir reichten uns die Hand. Ich hatte genug gesehen und machte mich überwältigt von den Eindrücken auf den Nachhauseweg. Viele junge Leute strömten Richtung Potsdamer Platz, nicht zum Demonstrieren, sondern um ihren Samstagabend mit Freunden in einem der vielen Lokale einzuläuten. Die Restaurants und Cafés waren voll, wie es in Berlin an solchen Knotenpunkten üblich ist.

  

Endlösung

Auf allen Kontinenten entstanden neue Lager. Zum Schutze der Bevölkerung, sagte man. Man müsse sich vor jenen Subjekten schützen, die unbelehrbar die Pandemie leugneten und sich nicht impfen ließen. Quertreiber und -denker könne man in der angestrebten „Neuen Welt“ nicht brauchen. Schließlich ging es um nichts Geringeres als um das Überleben der Menschheit. Wer dabei nicht mitmachen wolle, der müsse mit Konsequenzen rechnen. Lange genug habe man an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein appelliert. Nun sei es an der Zeit zu handeln.

Man sperrte uns zusammen mit Terroristen und Schwerverbrechern. Viele brachen nach kurzer Zeit zusammen und bettelten um Gehör. Sie seien geläutert und würden alles machen, wenn man sie nur herausließe. Und sie erhielten ihre Chance, kamen in sogenannte Umerziehungslager. Wir wurden immer weniger. Von dort lässt sich bestimmt leichter fliehen, meinten einige. Wir gehen zum Schein darauf ein, und draußen führen wir unseren Kampf fort, meinten andere. Ob sie ihren eigenen Worten glaubten, mag ich nicht beurteilen.

Ich hatte mir meinen Lebensabend anders vorgestellt. Ich dachte an „Papillon“, der nicht aufgab und dem letztlich die Flucht in die Freiheit glückte. Aber in welche Freiheit könnte ich wohl fliehen? Zudem hatte ich nicht das Format eines Papillons. Vielleicht wachte die Menschheit irgendwann auf. Die Nazis wurden schließlich auch besiegt. Vielleicht musste erst eine neue Generation heranwachsen, die mutig genug war, gegen das Weltbild ihrer Väter zu rebellieren… Meine Zeit war abgelaufen.

 

Kehre erstmal vor der eigenen Tür

In der Nacht der angekündigte heftige Regen. Die Luft strömt frisch in die Wohnung. Die Sonne blinzelt in den Samstagmorgen. Mein Lieblingsinternetsender spielt dreckigen Bluesrock. Auf der Welt greift die Kontroll-Mania um sich. Natürlich alles nur zu unserem Besten. Woher kommt eigentlich die Idee, dass der Staat seine Bürger wie kleine Kinder erziehen muss? – Wenn du nicht artig bist, kriegst du Hausarrest! Oder: Wenn du dich brav impfen lässt, kriegst du zur Belohnung eine Bratwurst. Der Staat dringt in Bereiche ein, wo er meiner Meinung nach nichts zu suchen hat. Neuerdings droht er denen, die als aufgeklärte kritische Bürger von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen, sogar mit Haue. Nein, der Staat droht nicht nur, er setzt seine Drohungen um. Das fiel nun auch dem UN-Sonderberichterstatter über Folter und andere grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung, Nils Melzer, auf. Er bittet die Bundesregierung um eine Stellungnahme hinsichtlich der Polizeigewalt am 01. August in Berlin.
Das, was wir allzu gerne an anderen Staaten kritisieren, nämlich Gewalt gegen Andersdenkende, passiert direkt vor unserer Haustüre. Wie heißt es so schön: Kehre erstmal vor der eigenen Türe

Ach ja, in sieben Wochen ist Bundestagswahl. Kaum jemand redet darüber. Ich höre nur: Vierte Welle und Impfen, Impfen, Impfen! Dann lieber Olympia gucken. Zur Ablenkung. Und ein paar Drinks dazu. Nein, ich sage nicht, dass es früher unbedingt besser war. Damals soff ich auch schon… Ich verstehe die Welt nicht. Ist man als friedliebender Mensch ein Fantast? Ist Freiheit mal wieder aus der Mode?

Impfpflicht für mehr Freiheit

war das Thema des heutigen Presseclubs im öffentlich-rechtlichen TV… Ich bin geschockt!
Ich bin geschockt über die Aussagen der Teilnehmer, also der anwesenden Journalisten, die alle ins Horn des Corona-Narratives der Regierung bliesen. Ich bin schockiert von ihrer einseitigen Argumentation und Sichtweise… Mir fehlen die Worte.
Ebenso schockierend waren die Anmerkungen der Anrufer in der Viertelstunde „Presseclub nachgefragt“. Natürlich ließ man keine Kritiker zu Wort kommen.
Auch wenn mir mein Verstand sagt, dass in dieser Sendung nur ein Ausschnitt der öffentlichen Meinung abgebildet wurde… Impfgegner ausschließlich als Spinner oder uninformierte/unaufgeklärte Subjekte darzustellen, ist ein Unding!! Diese journalistischen Totalausfälle redeten, als ob es keine anderen medizinischen/wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fakten gäbe.
Ich muss tief durchatmen… Ich fühle mich persönlich diskreditiert. Ich bin geschockt… Ich bin wütend! Es kann doch nicht sein, dass die Mehrheit der Gesellschaft aus Arschlöchern besteht – oder?!

Heil Corona!

Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine Mutter vor Angst, sie könne Brustkrebs haben, fast verrückt wurde. Damals schrieben alle Blätter über die Krebsgefahr. Irgendwann wurde es ruhiger darum.
Ich erinnere mich noch gut daran, als alle über Aids sprachen, und wie HIV-positive Menschen ausgegrenzt und geächtet wurden. Irgendwann wurde es ruhiger darum.
Ich erinnere mich gut an die multiresistenten Krankenhauskeime, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Immer mal wieder wird vor ihnen gewarnt. Und dann wird es wieder ruhiger um diese Gefahr – es geschieht in Wellen.
Ich erinnere mich noch gut an Schweine- und Vogelgrippe. Die übliche Angstkampagne wurde gestartet. Doch man hatte sich wohl verrechnet. Es wurde schnell ruhiger darum.
Ich erinnere mich gut daran, als es 2020 mit Corona losging. Seitdem gibt es kaum noch ein anderes Thema. Die Freiheitsrechte der Bürger wurden eingeschränkt. Die mediale Angstmaschine läuft auf Hochtouren. Man glaubt an die Rettung durch den „Pieks“. Währenddessen wird weiterhin an Krebs, Aids und anderen Krankheiten gestorben. Währenddessen passieren Kriege und Katastrophen. Währenddessen werden Menschen bedroht, weggesperrt und gefoltert, bloß weil sie den Herrschenden widersprechen. Währenddessen vergiften wir weiter die Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage… Doch wen interessiert`s? – wir haben jetzt Corona auf immer und ewig!