Was ist Kunst?

Immer mal wieder brandet die Frage auf „Was ist Kunst?“.

Für die einen muss z.B. ein Bild mit einer besonderen Kunstfertigkeit einhergehen, um für sie als Kunstwerk durchzugehen. Sie sehen den Wert eines Produkts an die Arbeit gebunden, die darin steckt, oder an eine besondere Leistung. Wobei diese Betrachter Fantasie, Intuition und Leidenschaft nicht unbedingt als eine besondere Leistung anerkennen. Das sind meist dieselben, die der abstrakten und modernen Kunst gegenüber abgeneigt sind. Diese Personengruppe orientiert sich am Gegenständlichen, einer Leistung und dem Gebrauchswert. Ich gehe soweit zu sagen, dass diesen Menschen Kunst als Muse fremd ist. Sie machen sich lustig über Kunstwerke, die sie aus ihrer materialistischen Sichtweise für „entartet“ halten.
Aber gut, Kunst ist frei, und somit sollen auch freie Meinungsäußerungen dazu erlaubt sein. Wir Menschen sind unterschiedlich orientiert: die einen mehr materialistisch/grobstofflich und die anderen eben mehr geistig/feinstofflich. Ich will die unterschiedlichen Orientierungen und Veranlagungen nicht werten. Ich habe große Achtung vor Menschen, die ein Handwerk beherrschen, auch vor Spezialisten in Technikbereichen und Informatik. Und es gibt Menschen, die Kunst und Technik auf wunderbare Weise in ihren Werken zusammenbringen, z.B. in der Architektur, in Projekten wie dem damaligen Bauhaus. All das ist zweifelsohne Kunst. Aber auch das Bild auf meiner Staffelei ist Kunst, und das Gedicht, das ich auf einen Bierdeckel kritzele, ist Kunst. Kunst braucht keinen Auftraggeber und keine großen Namen. Der Kunsthandel verzerrt den Blick auf die Kunst. Das Publikum bekommt den Eindruck, dass Kunst umso wertiger sei, desto höher der Marktwert eines Produktes oder umso berühmter der Künstler – was in den meisten Fällen korreliert. – Bullshit! – Die Wertigkeit eines Kunstwerks ist abgekoppelt vom Geldwert. Kunst ist als Wert ebenso nicht fassbar wie Liebe. Wir gehen eine Beziehung ein und fühlen dabei keinen Sachwert, sondern einen Beziehungswert. Als Künstler denke ich nicht darüber nach, was Kunst ist… Ich mache sie. Kunst ist mein Ausdruck, Mensch zu sein (– ein Lebewesen mit Fantasie, Intuition, Bewusstsein, Liebe).

Was ist Kunst?
Für die einen wird sie eine Sache bleiben, die sie nicht so richtig nachvollziehen können. Und für die anderen bedeutet Kunst möglicherweise alles!

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Was wir Wirklichkeit nennen, gestaltet sich über ein mehrdimensionales Beziehungsgeflecht, in welchem sich alle mikro- und makrokosmischen Phänomene ergeben. Materie existiert als solche nicht. Sie manifestiert sich in unserer Draufsicht als Informationskonstrukt/-paket, mit dem wir interagieren.
Das eigentliche Substrat des Daseins ist Bewusstsein… Geist…Seele… Liebe… Gott… Die Begrifflichkeiten eiern um das Wesentliche herum, ohne es völlig zu erfassen. Das Wesentliche entzieht sich hartnäckig in die Unbestimmbarkeit.
Ein vom Materialismus geprägter Blick auf die Wirklichkeit zeigt uns lediglich eine Oberfläche ohne Deutung und Sinn. Wir erkennen Strukturen, Beziehungen und Gesetzmäßigkeiten ohne Verständnis für das Ganze. Wir blicken in relativ begrenzte Ausschnitte des Weltgefüges. Der Materialismus verliert sich im Detail bis zur völligen Unsinnigkeit. Der Materiebegriff löst sich auf.
Mein Ansinnen: Wir sollten mehr mit dem Herzen und weniger durch Mikroskope und Teleskope sehen. Die Welt ist kein Bausatz. Sie ist nicht mit dem Verstande zu begreifen. Keine noch so monströse KI wird uns die letzten Antworten liefern. Es wird immer eine unbestimmbare Unbekannte in der Gleichung verbleiben.


Der Tag wird kommen

Nachdem wir unzählige Weltuntergänge verpassten, wird ein Tag kommen, an dem es wirklich so weit ist. Ebenso wie der individuelle Tod eines jeden Lebewesens von Stunde zu Stunde näher rückt – die Sanduhr des Lebens läuft unweigerlich ab. (Wer versteht den Sinn dahinter?) Die Menschen flüchten in Religion und Ideen. Pflanzen und Tiere suchen nicht nach einem Sinn. Das Muster ist immer dasselbe: Geburt – Wachstum – Reife – Fortpflanzung – Vergehen. Evolution durch Rivalität, Auslese, Überlebenskampf, Anpassung. Die Natur braucht keine ordnende Hand – sie trägt alles in sich. Die Natur braucht keine Gesetze und keine Moral. Sie existiert selbstverständlich.
Nur wir Menschen entwickelten unsere ganz eigenen Ideen, durchschnitten die Nabelschnur zu unserer Allmutter. Wir entwickelten Sprache, Bewusstsein, Geist, Technik… Und da gibt es die einen, die Bewusstsein und Geist als ein Geschenk ansehen, in Frieden mit sich und ihrer Umwelt leben wollen; und es gibt die anderen, die in ihrem Größenwahn Kriege gegen die Natur und gegen sich selbst führen. Deren Gier kennt keine Grenzen. Sie glauben, dass sie alles beherrschen können. Dieser Menschenschlag hat sich im Zeitalter des Materialismus und Kapitalismus durchgesetzt.
Der Wahnsinnige wird sein Ende finden wie alles andere auch. Aber mit dem Unterschied, dass der Wahnsinnige in Unfrieden und Unverstand auf sein Ende zusteuert. Dass er zuvor die Hölle auf Erden erzeugt.

   

Das Bewusstsein lernt laufen

Sehr viele Menschen sagen (immer noch / oder wieder), dass sie an Gott glauben. Sie gehören Religionen an, in denen Gott die tragende Rolle spielt. Sie feiern Feste dieser Religionen, um Gott zu preisen. Sie orientieren sich an der Moral, welche ihnen die religiösen Führer und Schriften vorgeben. Einige besuchen regelmäßig Gotteshäuser. Sie beten zu Gott. Sie bitten Gott um Vergebung. Sie entwickelten Rituale und Traditionen rund um ihren Gottesglauben. Sie verachten und verfolgen die Gottlosen… Sie ziehen für ihren Gott in Kriege.
Heute präferieren die meisten einen gütigen Gott, vor allem in der westlichen Welt. Verachtung und Verfolgung sind trotzdem präsent. Der Gottesglaube ändert nicht unbedingt etwas an der Gehässigkeit der Menschen. Der Philister gibt es mehr, als man zählen kann. Gott als der gute Hirte nimmt sie alle unter seine Fittiche. Anders der zornige Gott, er bringt Verderben über die Lügner, Heuchler und Götzenanbeter. Der zornige Gott wird wiederauferstehen. Die Menschen treiben es auf diesem Planeten deutlich zu bunt…

Ich glaube nicht an Gott. Gott dient mir als Metapher. Die Vollkommenheit Gottes als Überbau für die tragische Selbsterfahrung moralischer und geistiger Unvollkommenheit – im Ursprung die Sehnsucht des Menschen nach dem Allvater, der ihn beschützt, der dem Dasein einen Sinn gibt, der das Paradies nach einem Leben voller Entbehrungen verspricht, der feste Regeln des Zusammenlebens vorgibt, der mahnt und straft… Kein so schlechtes Konzept, um den Menschen bei der Stange zu halten und ein geordnetes (friedliches) gesellschaftliches Zusammenleben zu bewerkstelligen, jedoch zu anfällig für Missbrauch/Missdeutungen… Zudem eine Entmündigung des freien Geistes. Die Aufklärung musste (früher oder später) zum Gebot der Stunde werden. Nietzsche konstatierte als Ergebnis „Gott ist tot“. Die großen Denker (und Künstler) emanzipierten sich weitgehend von der vorausgegangenen Allmacht der Kirche. Dummerweise befeuerten sie damit das zügellose Zeitalter des Materialismus, in welchem wir heute leben. Der Mammon wurde zur Ersatzgottheit. Und wieder opfert der Mensch seine geistige Mündigkeit…, diesmal auf dem Altar des grenzenlosen Konsums und der Versprechungen der Geschäftemacher auf Glück, Gesundheit und Wohlstand für jedermann. Vielfältig ist die Propaganda durch die Massenmedien. Vielfältig sind Lug und Trug.
Ich glaube nicht an Gott. Eher glaube ich an den Teufel…


Alles ist hohl

Ich mag abwegige Ideen, also Ideen, die von unserer gelebten Wirklichkeit abweichen… teils erheblich abweichen. Auf YouTube ziehe ich mir allerlei rein: von UFO-Theorien, Präastronautik bis hin zur Hohlen Erde. Selbst die Mainstreamwissenschaft gelangte inzwischen an einen Punkt, wo irrwitzige Theorien sprießen. Wir reden vom Multiversum, von Wurmlöchern und eingerollten Dimensionen. Las ich als Kind noch fantasiesprengende Märchenbücher, so entdecke ich heute das Fantastische (Unheimliche) in den sogenannten konkreten Wissenschaften. Die Wissenschaftler erscheinen wie Magier, wenn sie über die Phänomene des Universums oder der Quantenwelt referieren. Ich weiß nicht, ob sie verstehen, worüber sie reden. Zumindest tun manche so. Erforschte Realität und menschlich erfahrbare Wirklichkeit stehen im Diskurs. Was ist Materie? Existiert sie als solche überhaupt? Was ist Raum? Was ist Zeit? Nicht einmal die genialsten Geister der Welt finden auf diese Fragen zufriedenstellende Antworten. Das Wesen der Welt bleibt ein Mysterium. Dazu gehört unser Dasein. Dazu gehören Bewusstsein und Intellekt, welche uns erst über die Welt sinnieren lassen.
Wer bin ich? Woher komme ich? Wozu das alles? Ich habe oft das Gefühl, dass solche Fragen ketzerisch sind. Niemand will sie hören. Selten gab es Menschen, mit denen ich mich darüber ernsthaft austauschen konnte. Der erste und zugleich wichtigste Mensch, der auf meine Fragen einging, war meine Mutter… Als Teenager wurde mir klar, dass ich niemals aufhören kann, unser Dasein zu hinterfragen. Ich kann mich nicht der materialistischen Welt ergeben. Auf der anderen Seite blieben mir die angebotenen Religionen suspekt. Ich sah in ihnen lediglich eine Ausrede.
Gott ist tot. Er passt schon lange nicht mehr in unsere Welt. In meine Welt hätte er nie gepasst. Zu jeder Zeit wäre ich ein Ketzer gewesen. Glücklicherweise lebe ich heute und nicht im Mittelalter.
Ich glaube an nichts. Ich verleugne gar meine Existenz. Ist das nicht verrückt? Dieser absurde Nihilismus schafft erst das, was ich zu begreifen meine… Eben nichts.
Da sitze ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor.

Das zumindest kapierte schon Goethe.

Zurück zur Faszination am Fantastischen: Weg von der Selbstvergewaltigung als funktionierendes Mitglied in einer Gesellschaft, die ich nicht verstehe. Weg von der irrsinnigen Bürokratie. Weg von der Leistungsgesellschaft. Weg von Ideen wie Glaube und Kapitalismus. Weg von Krieg und Ausbeutung. Weg von der Macht des Geldes. Weg von der Gewalt. Weg von den vielen Lügen…
– von mir aus hinein in eine Hohle Erde, wo das Gute nicht nur eine blasse Idee ist, sondern seit Jahrtausenden gelebt wird.

 

Angehalten

Es ist nicht wahr, dass ich mich gänzlich fremd in der Welt fühle. Ich werde vor allem von der materialistisch-kapitalistischen Orientierung abgestoßen sowie der damit zusammenhängenden Leistungsgesellschaft und Weltanschauung. In unserer Gesellschaft regieren Druck, Angst und Manipulation. Schon immer finde ich es rätselhaft, dass sich Menschen in dieses (unmenschliche) Schema/System unkritisch und bedingungslos einordnen, als wäre es von Gott gegeben oder ein Naturgesetz. Warum reflektieren sie so wenig ihre Rolle auf der Welt? Schlicht gesagt geht es vielen Menschen nur um die Aufrechterhaltung einer Fassade, bestehend aus Status und Wohlstand. Möglicherweise gewürzt mit einer Brise Esoterik und Bio. Ihre Denkwelt klebt mechanistisch an der Oberfläche. Einige spüren, dass mit ihrer Welt etwas nicht stimmt, bezahlen eine Menge Geld für Seminare (man glaubt nicht, was in Hinsicht auf Heilkunst, Stressbewältigung, Ernährung etc. alles angeboten wird – sehr oft geheimnisvoll (exotisch) verschleiert) und kehren kein bisschen weiser in den Moloch ihres Alltags zurück. Aber gut, viele wollen an den Humbug glauben wie im Märchen vom König mit den unsichtbaren Kleidern. Drum blüht der geistige Fastfood-Markt. Wir Menschen sind schon seltsame Tiere.
Ich kann durchaus unterscheiden zwischen der Welt, in der ich mich fremd und unwohl fühle und jener Welt, die sich mit mir im Einklang befindet. Diese spiegelt sich in meinen Lieblingsautoren wider, in progressiver (zeitloser) Kunst und Musik, in kritischen Geistern wie dem erst kürzlich für mich entdeckten Philosophen Jochen Kirchhoff und allen meinem Gefühl nach herzensguten Menschen. Ich schätze ganz allgemein Menschen, die sich offen, tolerant und wohlwollend zeigen, ganz egal, wo sie herkommen, welche Hautfarbe sie haben, und ob sie an Gott glauben oder nicht. Bestimmt laufen in Berlin einige Individuen herum, mit denen ich gut könnte… Was auch immer. Ach ja, ohne Humor geht natürlich gar nichts. Besonders Selbstironie. Menschen, die nicht über sich lachen können, sind mir nicht geheuer.
Heute Morgen surfte ich wieder mal noch im Bett liegend auf YouTube und stieß erneut auf einen interessanten Zeitgenossen: Erwin Thoma. Er schilderte im Vortrag (siehe unten) sehr lebendig und autobiografisch sein Verhältnis zur Natur, insbesondere der Bäume, des Waldes, des Rohstoffs Holz, und seiner sich daraus entwickelten Weltanschauung im Diskurs zur Wachstumshybris der Weltwirtschaft. Also, mich musste er nicht überzeugen. Ein toller Typ!