Mittendrin und weit weg

Am Tagesgeschehen gibt es derzeit nichts, was mein besonderes Interesse weckt. Soweit ich überhaupt mitkriege, was auf der Welt los ist…, abgesehen von der Coronakrise, die einem allerorts und jederzeit um die Ohren fliegt. Dabei habe ich die Assoziation von Schmeißfliegen, die sich vorzugsweise an den Ausscheidungen und Kadavern von Tier und Mensch erfreuen. In derartigem Lichte sehe ich große Teile der heutigen Gesellschaft, speziell der Politik, Medien und Kulturbetriebe. Da präsentiert sich ihnen ein Riesenkackhaufen wie ein Geschenk Gottes. Sie können sich daraufsetzen und sich schier unbegrenzt an diesem Mist laben.
Ich bin regelmäßig angewidert von dem Scheiß, der mir über die gängigen Informations- und Unterhaltungsmedien entgegenschwappt. Die Welt degenerierte zu einem gigantischen Fest der Schmeißfliegen…

Es war gestern und ist doch heute (18)

DAS BROT DES ALTERS

Die Jahre vergehen
Man bekommt krumme Zehen
Man wird müde, auch ein bisschen prüde
Die Rente ist karg
Die Ängste sind stark
Es gehen die Jahre, man sieht sich schon auf der Bahre
Ist unendlich träge
Demnächst kommt die Pflege
Die Eltern sind tot, man liegt im eigenen Kot
Es ist niemand da
Das ganze Leben…
Es ist irgendwie nicht wahr, wie es einst war
Die glücklichen Zeiten
Wie saftig waren damals die Weiden
Man liebte wie irre und war vom Leben ganz kirre
Aber die Jahre vergingen
Keine Macht kann sie wiederbringen
Man ist nur noch Last, das Leben ist Knast
Gewindelt, gefüttert
Von nichts mehr erschüttert
Doch das Ende kommt nicht, Leben ist Pflicht
Alles verging
Und man ist nur noch Ding
Der Geist wird dement, die Träume Zement
Wer schrieb dieses Buch?
Warum wird das Leben zum Fluch?
Ein Geschenk wär` der Tod
Wie für den Hungernden Brot

(20.10.2009)

TV-Tipp

Ich entdeckte eine amerikanische Krimiserie für mich wieder – aus den 80ern „Cagney & Lacey“. Ich bin positiv angetan! Gute Schauspieler, interessante Charaktere, gute Stories, gute Kamera… Die Serie hat Tiefgang – kein 0815. 
Zurzeit läuft „Cagney und Lacey“ auf dem Sender „One“, unter der Woche am späten Nachmittag oder morgens. Ich bin echt angefixt von dieser Serie und kann sie nur empfehlen.

Brasko und das Lächeln der Freiheit (6)

Epilog

Die Staatsregierungen verfolgten eine Politik nach der Devise „Operation gelungen – Patient tot“. Selbst die westlichen Demokratien, welche die Einhaltung der Menschenrechte zu ihrem Aushängeschild gemacht hatten, verfielen in einen Aktionismus, der totalitäre Züge annahm. Die Bevölkerung wurde nach Lust und Laune drangsaliert: Demonstrationsverbot, Reiseverbot, Lockdowns, Ausgangssperren… Es gab unter den führenden Politikern einen regelrechten Wettbewerb darin, wer am härtesten durchgriff. Die Grundrechte der Bürger wurden ignoriert. In den Leitmedien Tag für Tag Regierungspropaganda bis zum Erbrechen: Angstmache und Hetze gegen jene, die sich nicht beugen wollten, die die Politik kritisierten. Wer den Mund zu weit aufmachte, wurde zur Persona non grata erklärt. Honorige Wissenschaftler, Ärzte, Journalisten und Kulturschaffende wurden aufgrund ihrer kritischen Äußerungen diskreditiert und mundtot gemacht. Das Narrativ der Herrschenden durfte nicht hinterfragt werden – es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Brasko gehörte schon immer zu jenen, die sich keinen Maulkorb verpassen ließen. Ein Freiheitskämpfer, der an vorderster Front gegen Unrecht, Polizeigewalt und Totalitarismus protestierte, war er aber nicht. Er lebte seit Jahren sehr zurückgezogen. Ohne es zu wollen, wurde er in diese gesellschaftspolitische Krise hineingezogen. Er dachte darüber nach, sich vom Acker zu machen. Aber wohin? Weltweit drehten die Regierungen durch. Vielleicht war es da oder dort noch nicht so schlimm mit der Gängelung der Bevölkerung – fragte sich nur, wie lange noch.
Die Situation war zum Haare raufen. Obwohl Brasko hart im Nehmen war, verfiel er manchmal in Depressionen über die Ausweglosigkeit. Freedom hatte doch „aufgetankt“ bei ihm – wo war sie? Er trug ihre Nachricht stets in seiner Brieftasche und kramte sie an tristen Tagen hervor… erinnerte sich ihres Lächeln.