Frauen verstehen

Dass ich beruflich immer viel mit Frauen zu tun hatte, minderte zwar meine Hemmungen ihnen gegenüber, aber ein Frauenversteher wurde ich darum nicht. Zurzeit kommt es mir so vor, als seien sie mir ferner denn je, diese wundersamen Geschöpfe, die derart viel Anziehungskraft auf meine männliche Seele ausüben. Es ist weit mehr als das Sexuelle. Ohne Frau bin ich als Mann nicht komplett, – zwar überlebensfähig, aber nicht richtig lebendig. Als wäre die Farbe aus meinen Tagen verschwunden… In meinem Singledasein vegetiere ich dahin, schleppe mich durch ein selbstgezimmertes Beschäftigungsprogramm, aber Freude kommt dabei nicht wirklich auf.
Darum nehme ich auch immer wieder Anlauf…, verliebe mich neu. Es passiert einfach. Das Glück reicht mir die Hand und zieht mich an Bord. Ich will nicht wissen, dass das Glück nur trügerisch ist. Wie ein Verdurstender genieße ich es in vollen Zügen. Insgeheim bleibt freilich eine Restskepsis. Mit den Jahren sammelte man einige Erfahrungen mit Frauen. Nichts ist bei diesen Wesen, wie es scheint. Oder wie Heinrich Heine schreibt: „Bei Weibern weiß man niemals, wo der Engel aufhört und der Teufel anfängt.“
Täglich kann man in den Medien die Scheidungsdramen und neu aufflammenden Liebesbeziehungen der Reichen und Schönen verfolgen. Was wäre die Welt ohne dieses ganze Hin und Her in der Liebe?
Mann und Frau passen nicht wirklich zusammen, aber ohne einander können sie auch nicht. Es gibt keinen besseren Stoff für Tragödien, Romane und Lustspiele.
Kurz und gut: Mit meinem Scheitern in der Liebe bin ich alles andere als allein. Sisyphos lässt grüßen. Die Damenwelt wird mich so schnell nicht los.

Passend zum Thema „Frauen verstehen“ schickte mir meine Bürokollegin per Mail einen Witz:

Ein Mann geht an einem kalifornischen Strand spazieren und stolpert über eine alte Lampe. Er hebt sie auf und reibt an ihr und schon kommt ein Geist heraus.
Der Geist sagt: „OK, OK, du hast mich aus der Lampe befreit, Blablabla. Das ist schon das vierte Mal in diesem Monat und mir wird diese ewige Wünscherei so langsam leid, also vergiss das mit den drei Wünschen, du hast nur einen Wunsch frei!“
Der Mann setzte sich und dachte eine Weile nach, dann sagte er: „Ich wollte schon immer mal nach Hawaii, aber ich habe Angst zu fliegen und ich werde schnell seekrank. Könntest du mir eine Brücke nach Hawaii bauen, damit ich dort hinfahren kann?“
Der Geist lachte und sagte: „Das ist doch unmöglich. Denk‘ doch mal an den Aufwand! Wie könnten die Säulen bis auf den Boden des Pazifiks gebaut werden? Denk‘ an die Mengen von Stahl und Beton! – Nein! Denk‘ dir was anderes aus!“
Der Mann sagte „OK“ und versuchte sich einen wirklich guten Wunsch auszudenken. Schließlich sagte er: „Ich habe nie die Frauen verstanden, nie gewusst, wie sie in ihrem Inneren fühlen und was sie denken, wenn sie schweigen; nie gewusst, warum sie weinen, nie gewusst, was sie wollen, wenn sie „ach nichts!“ sagen; nie gewusst, wie ich sie wirklich glücklich machen kann. Mein Wunsch ist also, die Frauen verstehen zu können!“
Der Geist schaute den Mann etwa eine Minute lang an, dann erwiderte er:
„Willst Du diese Brücke zwei- oder vierspurig?“

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Rührei in der Mikrowelle

Man kann eine Menge machen im Leben, z.B. Rührei in der Mikrowelle. Da unser Büro unweit der Kaffeeküche liegt, kriege ich solcherlei Ereignisse am Rande mit. Der junge Kollege mit den strahlenden Augen erklärt das Rezept. Er ist ein großer schlaksiger Kerl, ein echter Sonnenschein mit tiefer sonorer Stimme. Regelmäßig veranlasst er die Hühner zu Lachtiraden. Alle mögen ihn. Er gehört zu den Menschen, denen man schwer was krummnehmen kann. Wenn er die nötige Kohle hätte, würde er ein Fitnessstudio aufmachen, erzählte er, das sei sein Traum. Wenigstens hat er einen Traum…, dachte ich bei mir, – beneidenswert. Was man nicht alles macht. Vor ein paar Jahren hatte ich null Ahnung von Tumordokumentation, und nun verbringe ich wöchentlich 40 Stunden damit. Hätte ich wie mein junger Kollege einen Traum, würde es mir vielleicht nicht so schwerfallen. Wirklich, ich kann mir keinen Traumjob vorstellen. Mein beruflicher Ehrgeiz hält sich somit stark in Grenzen. Immerhin mache ich mit der Tumordokumentation was halbwegs Sinnvolles. Oder? Meiner Kollegin und mir kommt es immer häufiger so vor, als ob wir ohne Sinn und Verstand die Daten ins Dokumentationssystem kloppen. Das zugrundeliegende Konzept erscheint mir verworren und unzureichend durchdacht. Politischer Aktionismus? Mehr Schein als Sein? Hat überhaupt jemand den Durchblick – Krankenkassen, Ärztekammer, Senat? Die Onkologischen Zentren? – Unglaublich, wie viele Organisationen und Parteien involviert sind. Man kann nur hoffen, dass in den Leitungsebenen sehr gescheite Köpfe sitzen. Unsere Arbeit wird schon von Nutzen sein, sonst würde doch nicht solch ein Aufwand betrieben werden…
Das Wochenende steht wie immer im Zeichen des Blues. Jetzt nicht mehr über den Job nachdenken. Morgen geht`s bereits wieder ran an die Buletten. Tausende Tumorfälle warten in den Stahlschränken.

Die Fußball WM lief an. Heute Deutschland gegen Mexiko. Der Fußball bedeutet etwas Ablenkung – von der Arbeit, vom Schwarzen Hund, von allem. Ich glaube, es geht nicht nur mir so. Die Kneipen und Pubs voller Leute. Und ich mittendrin. Mal sehen, – weil zu voll mag ich es nicht. Vielleicht besser im Biergarten. Dort bauten sie eine Leinwand auf. Das Wetter scheint auch zu passen. Nur kein Stress. Notfalls schaue ich mir das Drama zuhause auf der Couch an. Nach den jüngst abgelieferten Leistungen der Deutschen Mannschaft bei den zwei Testspielen, bin ich einigermaßen besorgt. Ein Tipp fällt mir schwer. Aber Löw wird schon wissen, was er tut. Oder? Wie stark ist Mexiko? Das Ballspiel hat dort eine lange Tradition… noch aus Zeiten der Mayas. Aber natürlich hat der moderne Fußball mit den damaligen Bräuchen gar nichts zu tun. Heute steht der Spaß im Vordergrund. Na ja, und das Geld. Bei solch internationalen Turnieren auch Völkerverständigung. Ein Spiel erobert für vier Wochen die Welt. Selbst der ein oder andere Fußballignorant wird von der Stimmung mitgerissen. Das rätselhafte Wesen Mensch findet sich affenmäßig zusammen, um auf einen Bildschirm zu glotzen, wo zwei Mannschaften auf einem Spielfeld 90 Minuten lang einem Ball nachjagen, welchen sie nach gewissen Regeln in den Kasten des Gegners befördern müssen. Oder so ähnlich. Was man nicht alles macht. Mehr oder weniger leidenschaftlich. Wie Rührei in der Mikrowelle…

Das Fermi-Paradoxon

Es gibt zwei Antworten darauf, warum wir bisher noch keine Außerirdischen entdeckten. Sie sind entweder längst unter uns und verstecken sich prima, oder es ist quasi unmöglich, ihre Spuren im Kosmos zu entdecken, geschweige denn ihnen in Realo zu begegnen. Die schiere Vielzahl an Galaxien, Sternen und Planeten müsste selbst nach sehr ungünstigen Berechnungen immer noch eine große Anzahl von Alien-Zivilisationen bedingen. Doch wo sind sie? In Fachkreisen redet man vom Fermi-Paradoxon. Eine Theorie dazu erklärt der Philosoph Nick Bostrom in folgenden Sätzen:
„Man beginnt mit Milliarden von potenziellen Keimstellen für Leben und man landet am Ende bei einer Summe von Null außerirdischen Zivilisationen, deren Existenz wir beobachten können. Der große Filter muss also stark genug sein, dass man sogar mit Milliarden von Möglichkeiten nichts erreicht: keine Aliens, keine Raumschiffe, keine Signale — zumindest keine, die wir wahrnehmen können.“
Der große Filter ist es also. Er siebt uns als Zivilisationen in kosmologischen Zeiträumen einfach aus, so dass nicht mal der kleinste Krümel von uns übrigbleibt. Oder anders ausgedrückt: Alle Zivilisationen vernichten sich selbst, bevor sie den galaktischen Quantensprung schaffen – also bevor sie eine Technologie entwickeln konnten, sich weit über ihr Sonnensystem hinaus zu verbreiten.
Es gibt nicht wenige Wissenschaftler, die glauben, dass dieser Zeitpunkt für die Menschheit gekommen ist. Wir stehen am Scheideweg. Der große Filter wird auch uns erfassen, wenn wir weiterhin so sorglos mit unserem Planeten umgehen. Die Gefahren des Klimawandels werden unterschätzt. Ebenso ist die Gefahr eines eskalierenden nuklearen Vernichtungskriegs (trotz des Endes des Kalten Krieges) noch lange nicht gebannt. Die Gefahren, dass sich die Menschheit relativ kurzfristig selbstauslöscht, waren noch nie so hoch. Aber offenbar sind wir inzwischen gegenüber solchen apokalyptischen Vorstellungen total abgestumpft. Wir tanzen lieber auf dem Rand des Vulkans. Wir machen so, als gäbe es kein Ende. Für beinahe acht Milliarden Menschen geht derzeit die Sonne auf. Tag für Tag. Und alle machen einfach weiter, beharren auf dem Wachstumsgedanken – hinein in den Irrsinn. Wie können wir nur so blind in die Zukunft schauen?
Offenbar ist der große Filter eine Art Naturgesetz.

Was aber, wenn die Außerirdischen längst unter uns leben? Vielleicht sind einige Regierungen mächtiger Länder von ihnen infiltriert. Das könnte doch einiges erklären…
Oder ich bin ein Alien, und weiß es nur nicht. Oder bereits alle anderen sind Aliens. (Daran denke ich jeden Tag.) Vielleicht sind wir Menschen gar keine Kinder dieser Erde, sondern wurden hier vor vielen Tausend Jahren sozusagen auf eine neue Welt losgelassen. Eine Saat des Bösen. Eine Strafkolonie. Weit weg von den guten Alien-Zivilisationen.

Hund, der ins Bild läuft, am Bülowbogen

Ich male mal wieder. Bitte nicht falsch verstehen. Was für mich Malen ist, dazu würden viele Schmiererei sagen. Das Ergebnis versteht sich von selbst – Kunst ist das nicht (egal). Ich schmiere also Acryl Farbe auf eine Leinwand, wobei ich mir viel Zeit lasse. Manche Tage sind es nur wenige Pinselstriche oder ich habe schlicht gar keine Lust. Aber es kann mich auch überkommen, und die Zeit verfliegt nur so, während ich vor dem Bild stehe und immer wieder neu daran herumwerkele. Kurz und gut: ich mache mir damit keinen Stress.
Nachdem sie weg war, stellte ich die Staffelei auf. Ich wollte schon seit `ner gefühlten Ewigkeit wieder ein Bild malen. Nun hatte ich den Ansporn, die in den letzten Jahren gemalten und in der Wohnung aufgehängten Bilder nach und nach durch neue zu ersetzen. Bei dem Tempo wird es freilich noch ein Weilchen dauern, bis überall neue „Schmierereien“ von mir hängen.
Ich mag die meisten meiner Erzeugnisse. Bilder oder Gedichte. Sie kommen aus mir. Sie repräsentieren mein Inneres. Schon etwas mehr als nur Scheiße.
Es ist immer fatal, wenn man versucht, sich vergleichend zu bewerten. Sowieso im kreativen Bereich. Ich allein muss mit dem Ergebnis zufrieden sein. Der Entstehungsprozess ist unter Umständen viel wichtiger als das Endprodukt. Der Weg ist das Ziel… Ich muss mich mit dem, was ich mache, identifizieren können… Mein Gott, was labere ich hier ab? – ich sollte besser den Pinsel in die Hand nehmen. (Ha-ha – „Pinsel in die Hand nehmen“ ist gut – ha-ha!)
Ich habe sogar schon eine Idee für den Titel des Bildes: „Hund, der ins Bild läuft, am Bülowbogen“.
Wenn man wie ich nichts richtig kann, dann ist Malen `ne super Sache. Das kriegt jeder hin – man muss einfach wieder ein Stück Kind werden und ein paar Hemmungen und Ansprüche über Bord werfen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Anspruchsdenken in der Kunst tödlich ist. Ups – habe ich „Kunst gesagt? (Egal.)
Das ist es, was ich an unserer Welt am Meisten hasse: das auf Anspruch und Leistung dressierte Denken.
Was in unserer heutigen Welt als Kunst proklamiert wird, ist vor allem Künstlichkeit. Viel zu weltfremd, viel zu weit weg vom Individuum und seiner Lebenswirklichkeit. Die Inszenierung steht im Mittelpunkt.
Dabei bedeutet Kunst originär nichts anderes als der Prozess unserer Bewusstwerdung als Mensch, als denkende und fühlende Kreatur gegenüber einem Kosmos voller wahnsinniger Erscheinungen…; und jeder von uns, jeder Mensch kann einen Pinsel in die Hand nehmen und sich seine Existenzfragen von der Seele schmieren. Vergesst die sachverständigen Arschlöcher, die euch weiß machen wollen, was Kunst ist und was nicht. Befreit euch von dieser Gängelung. Lasst raus, was in euch steckt! Alle Menschen sind Künstler.
So. Fertig.
(Mit dem Bild noch nicht. Wahre Schmiererei braucht ihre Zeit.)

Blind

Würden alle Menschen in Burkas rumrennen, wären wir bei den allermeisten ziemlich verblüfft, wenn sie ihr Gesicht enthüllten. Vorausgesetzt freilich, wir hätten vorher eine gewisse Zeit lang Gespräche geführt oder in irgendeiner Sache miteinander zu tun gehabt.
Erkenntnis: Nicht jeder harte Typ sieht wie Clint Eastwood aus, und umgekehrt ist nicht jeder mit harten/markanten Gesichtszügen ein harter Typ. Ebenso verhält es sich bei Frauen: hinter einer erotischen Stimme muss sich keine Madonna oder Marylin Monroe verbergen, wie man umgekehrt geschockt sein kann, wenn eine schöne/sexy Frau den Mund aufmacht.
Ich weiß, das ist keine neue Erkenntnis. Trotzdem sind wir jedes Mal überrascht, wenn es uns passiert. Zu leicht lässt sich unser Hirn in die Irre führen. Viele kennen diesen Effekt vielleicht aus ihren Erfahrungen mit Blind Dates. Ich auch. Trotzdem bereue ich keines. Ich halte nichts davon, sich vorher Bilder von sich zu schicken. Erstmal sollte ein intensiver geistiger Austausch stattfinden. Wenn sich dabei eine Vertrautheit entwickelt, bleibt zwar die Gespanntheit darauf, wie der andere wohl aussieht, aber meistens kann man dann die Abweichungen von der eigenen Vorstellung relativ gut wegstecken. Mit etwas Glück gewöhnt man sich sogar an den „neuen“ Anblick und findet intensiver zueinander. Ja-haha. Kann passieren. Ich mag diesen Weg des Kennenlernens, weil er zuerst weniger äußerliche, sondern innerliche Prädikate in den Vordergrund stellt. Klar, nicht alles, was sich innerlich einig ist, kann sich auch äußerlich… verbinden. (Härtefälle kommen leider vor.)
Oder der umgekehrte Fall: Da ist man sich möglicherweise zuerst durch die Erscheinung* sympathisch und passt sein Inneres daraufhin an. In der Zeit der Verliebtheit geht einem diese „Anpassung“ auch leicht von der Hand. Als intelligenter Mensch wischt man die geistigen Diskrepanzen lässig als irrelevant vom Tisch. Das kann lange gut gehen. Solange es mit dem Sex klappt, solange man viel miteinander unternimmt, solange man gemeinsame Wünsche und Ziele hat… Sowieso entwickelte sich längst eine intime Vertrautheit im Alltag. Man kann doch mit niemandem in allen Themen einer Meinung sein. Unterschiede wirken anregend. Auch hat man schon so viel miteinander erlebt…

Was ich eigentlich sagen will: Mir sind die echten Masken lieber als die vorgespiegelten. Lieber vordererst bewusst blind als das unwillkürliche Hineinschlittern in eine Blindheit. Okay. Ich weiß. Wie immer kann auch alles ganz anders laufen…

 

* hinzu kommt der Effekt des situativen Kennenlernens

Der Hammer!

Anpfiff 20 Uhr 45. Das Kneipenevent des Tages. Bayern München kickt im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid. Also haltet bis dahin den Ball flach, Männer, nicht dass ihr bereits vorher breit seid…, heute am 1. Mai.
Die Königlichen im Duell mit den Bayern, deren Tugend auch nicht gerade Bescheidenheit ist. Da sie das erste Spiel vergeigten, sind die Bayern in Zugzwang. Und das nicht in der heimischen Allianz Arena*, sondern im Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid.
Ich denke, dass Ronaldo & Co die Bayern schlagen. Wäre es nicht wunderbar, die betretenen Gesichter von Hoeneß und Rummenigge auf der Tribüne zu sichten? Sind doch arrogante Wichser allesamt… Freilich, dieser Ronaldo hat auch nicht alle Tassen im Schrank, und dazu diese Romika-Fresse – reintreten und wohlfühlen! Trotzdem, er ist ein Original, ein Alien, ein erwachsenes Kind, ein Floh im Bart Gottes, – geradewegs einem Comic entsprungen… Ich könnte mit ihm klarkommen, wenn er mir ein paar Millionen seines Vermögens überließe. Har-har-har.
Ronaldo, du Hengst, ziehe den Bayern die Lederhosen aus! Du schaffst das. Ganz allein! Und danach reißt du dir dein T-Shirt vom Leib und zeigst uns bierbauchigen, degenerierten Säufern in Berlin und sonst wo auf der Welt, wo der Hammer hängt. Jawohl-ja!

Verpasst auf keinen Fall dieses Hammerspiel! Haltet durch.

 

* Scheiße nochmal, wie kann man ein Fußballstadion nur nach einer Versicherung benennen?

Was kostet eigentlich Geld?

Beim Aufhängen der Wäsche entdeckte ich einen Zehneuroschein auf dem Boden. Ich musste ihn in einer Hosentasche vergessen haben. Er hatte die 60 Grad Wäsche gut überstanden. Ich stellte keine Beeinträchtigungen irgendeiner Art an ihm fest und legte ihn zum Trocknen auf die Fensterbank. Mir fiel auf, wie widerstandsfähig und qualitativ hochwertig dieses bedruckte Papier ist, welches wir als Zahlungsmittel mit uns herumtragen. Normalerweise denken wir darüber nicht nach, wie wir über vieles nicht nachdenken, was wir selbstverständlich in Gebrauch haben, bis es kaputtgeht oder aus einem anderen Grund in den Fokus unserer Überlegungen rückt. Ich betrachtete den leicht knittrigen aber unversehrten 10Euroschein und fragte mich „Wie viel kostet eigentlich Geld?“
Im Internet recherchierte ich, dass ein 10Euroschein um die 9 Cent kostet. Der Herstellungswert ist in ihm also 111fach enthalten.

Mein nächster Gedanke: Und wer zahlt die Herstellungskosten für das Geld? Summa Summarum dürfte das eine ganze Menge sein. Ich weiß nun nicht, wie viele Geldscheine in welchem Zeitraum produziert werden. Ebenso müssen wohl auch regelmäßig Zahlungsmittel vernichtet werden. Das kostet alles Geld. Unser Geld. Wessen Geld sonst?
Wieder wurde ich im WWW fündig: Laut einer McKinsey-Studie zahlt jeder Deutsche jährlich etwa 200 Euro für sein Bargeld.

Übernächster Gedanke: Wozu tragen wir überhaupt noch Geld als solches mit uns herum? Wäre es nicht vernünftiger, den gesamten Zahlungsverkehr im virtuellen Raum stattfinden zu lassen? Der Wert des Geldes ist doch sowieso eine willkürliche Festlegung, – anders als zu Zeiten des Tauschhandels wirklicher Waren, deren Wert sich aus der Summe von Nutzen des Produktes und der in ihnen enthaltenen Arbeitsleistung und Materialwerte errechnete. Sicher vereinfacht ein genormtes Zahlungsmittel den Handel – aber auf der anderen Seite pervertiert es früher oder später…, indem es sich zum Mittelpunkt allen Begehrens macht, obwohl es für sich selbst gesehen eine riesengroße Farce darstellt. Am Besten lässt sich diese Zuspitzung durch den Satz „Geld regiert die Welt“ verdeutlichen.

Abschließend: Da wir offensichtlich nicht von unserer Geldsucht loskommen, sollte uns das Geld nicht unbedingt noch Geld kosten. Das ist doch völlig absurd.
Als Erfolg gilt in diesem System, wenn man aus Scheiße Geld macht. Es geht schon lange nicht mehr um echten Nutzen und Gebrauchswert, sondern nur noch um Täuschung und den Verkauf der Seele an den Kapitalismus. Das Auftauchen des Geldes vor gut 4000 Jahren läutete den Kapitalismus ein, der heute so maßgeblich unser Leben bestimmt.
Rückblickend erwies sich die Erfindung des Geldes als teuflisch genial. Ich denke, spätestens seit damals hat Beelzebub uns voll im Griff… Er weiß eben genau, was wir Menschen mögen.

Apropos: Wenn wir schon an der Herstellung von Geld als griffigem Zahlungsmittel festhalten – wie wäre es mit Münzen und Scheinen, die man notfalls essen könnte?
„Mist, ich kam nicht mehr zum Supermarkt vorm Wochenende… Ach so, ich habe ja das Portemonnaie noch voll… Super! Am besten schmecken die Fuffziger… und an den Zweieurostücken kann man ewig lutschen…“