Bunte Vielfalt vs. Ideologisierung

Ich mag die bunte Vielfalt der Menschen, z.B. hier in Berlin. Die Demagogen/Ideologen hinter diversen Bewegungen allerdings sind mir zuwider. Ebenso wie mir Hetze und einseitige Propaganda negativ aufstoßen, egal mit welch angeblich hehrer Gesinnung sie daherkommen. Mir wird regelmäßig schlecht, wenn ich unseren sogenannten Volksvertretern und anderen gesellschaftlichen Prominenzen in Polit-Talkrunden oder im Bundestag zuhöre. Politik ist ein dreckiges Geschäft. Wer den Schmutz sieht und auf ihn öffentlich hinweist, muss sich warm anziehen… Die Mächtigen lassen sich ungern in die Suppe spucken. Nun könnte man meinen, dass in einer Demokratie Meinungsfreiheit herrsche, dass Kritik an der Politik und die Benennung von Missständen sogar erwünscht sei… Ich hebe mein Glas auf die ewig Gutgläubigen, auf die Obrigkeitshörigen, auf die gedankenlosen Mitläufer, ganz egal, wo sie sich beheimatet fühlen – politisch, ideologisch oder religiös, ob sie bar jeglicher Haltung sind oder vor Weltverbesserungseifer triefen. Alle sind sie mir gleich lieb…, Hauptsache sie bewahren sich einen Rest Menschlichkeit + gesunden Menschenverstand, bleiben gesprächsbereit – bewegen sich auch mal aus ihren „Blasen“ heraus.
Denn lassen wir es an der Verständigung untereinander fehlen, fällt die Welt unweigerlich auseinander, und das nicht friedlich.

Geht es nicht ohne Krieg?

Es gibt tatsächlich Menschen, die Krieg für unabdingbar halten. Darunter Wissenschaftler, Historiker. Seit unserer Sesshaftwerdung und der Inbesitznahme von Land müssen Zivilisationen auf kurz oder lang Krieg führen, sagen sie, um ihr Land zu verteidigen, um ihr Überleben oder den Wohlstand zu sichern. Man tötet seine Nachbarn und übernimmt deren Land und Güter. Krieg ist unlösbar mit der Historie von Zivilisationen verwoben. Ganz und gar friedliche Kulturen, falls es die jemals irgendwo gab, wurden sehr schnell ausgelöscht. Das Recht des Stärkeren setzte sich bis heute durch. Man meuchelt für die nationalen/industriellen Interessen, heuchelt zugleich Menschlichkeit. Doppelmoral und Lüge begleiten jeden Krieg. Friedensbewegungen werden als naiv abgetan. Wir müssen aufrüsten, um uns vor unseren aggressiven Nachbarn zu schützen! wird gerufen. Das Volk wird auf den Krieg eingestimmt. Natürlich geht es immer um einen gerechten Krieg. Der Feind ist böse, er ist ein Monster! Zu den Waffen, Bürger! Verteidigt eure Freiheit/Werte! Verteidigt euer Land! Verteidigt eure Kinder!
Statt auf Friedensverhandlungen zu setzen, werden Angst und Hass geschürt. Die Kriegspropaganda ist in vollem Gange. Indes das Land wird verwüstet. Viele tausend Menschen sterben. Jeden Tag mehrt sich das Leid.

Ich zweifle nicht an der Einsicht, dass Krieg sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht. Womöglich eskalierten die Konflikte mit dem Sesshaftwerden…, mit der Herausbildung der ersten Stadtstaaten und Zivilisationen. Ich bin kein Historiker. Ich will aber nicht glauben, dass dieses Muster Krieg/Zerstörung und Wiederaufbau die Menschheit wie ein Fluch bis in alle Ewigkeit verfolgt. Wir können diese verhängnisvolle Gewalt-Spirale verlassen, wenn wir uns allesamt als Brüder sehen, wenn wir ehrlich zueinander sind und in unserem Bemühen für den Frieden nicht nachlassen. Bitte sage mir jetzt niemand, das sei naiv. Denn so kommen wir nicht weiter.
Wer von uns will schon Krieg? Wer sind die Bösen? Es sind nicht die Menschen jenseits der Grenze. Die sind auch nur Menschen wie du und ich. Ich glaube, ihr wisst ganz gut, wer die eigentlich Bösen sind… Sie sitzen in den Regierungen, sie sitzen im Management der Waffenindustrie. Sie handeln über unsere Köpfe hinweg. Sie freuen sich darüber, wenn wir ihren Lügen glauben. Sie brauchen uns…

        

Zwischen allen Stühlen

Niemand darf mir befehlen, gegen meine Mitmenschen gewaltsam vorzugehen oder gar auf meine Mitmenschen zu schießen. Ganz egal, ob es sich bei diesen Mitmenschen um Verbrecher, Demonstranten oder feindliche Soldaten handelt. Berufe wie Soldat oder Polizist kamen für mich nie in Frage. Die Kriegsdienstverweigerung war für mich damals zwingend.
Ebenso darf mir niemand vorschreiben, was ich essen und trinken darf oder welchen medizinischen Behandlungen ich mich zu unterwerfen habe. Das sind unhaltbare Eingriffe in meine Privatsphäre. Ich will keinen paternalistischen Staat. Ich lasse mir kein Wertesystem von außen überstülpen. Von mir geht keine Gefahr aus, selbst wenn ich ab und zu bei Rot über die Ampel gehe. Und ich lasse mir von niemandem einreden, dass von mir eine Gefahr für andere ausgeht…, weil ich der Impfpropaganda (betr. Covid 19) nicht folge, weil ich den Kriegsdienst verweigere, weil ich der Staatspropaganda nicht auf den Leim gehe, weil ich ein kritisch denkender Mensch bin.
Ich lasse mir eine Menge gefallen. Es bleibt einem auch nichts anderes übrig. Unser Alltag ist voller Zwänge, die von außen diktiert werden. Als selbstbewusster Mensch strebe ich allerdings möglichst viel Freiheit an. Überreglementierungen kotzen mich wie Ungerechtigkeiten an, dasselbe gilt für die Hypermoral der „Woke-Bewegung“.
Zum Untertanen wurde ich nicht geboren. Seit ich denken kann, bin ich ein Rebell im Geiste. Und der werde ich bis zum bitteren Ende bleiben. Ich bin weder für die eine noch für die andere Kriegspartei. Ich sitze zwischen den Stühlen…, was ganz schön anstrengend sein kann (lach!). Gemocht werde ich von keiner Seite so richtig – also, wenn sich Konflikte ergeben. Ich verstand nie, warum man sich zwingend auf eine Seite schlagen muss. Auf beiden Seiten sind Menschen. Warum soll ich einen Menschen nicht mögen, weil er jenseits der Grenze wohnt(?) – eine Grenze, welche die Mächtigen zogen.

Wie gesagt: Ich lasse mir eine Menge gefallen. Ich bin ein friedlicher Mensch. Aber ich bin kein Hanswurst, der alles mit sich machen lässt. Nein, der bin ich nicht.

  

Die Janusköpfigkeit der Liebe

Laut einer Statistik von 2020, die ich im WWW fand, waren nur etwa ein Drittel der Befragten ihrem Partner schon einmal untreu. Die Deutschen sind eben in der Mehrzahl brave Spießer nach dem Motto: Gucken darfst du, aber gegessen wird zuhause. Wobei ich nicht sicher bin, ob diese Statistik die Realität über Untreue/Seitensprünge in Liebesbeziehungen richtig abbildet. Es wurde nur zwischen Männern und Frauen unterschieden, andere Parameter, wie Alter, Bildungsgrad, Beruf… blieben unerwähnt. Wie viele Erwachsene wurden befragt? War die Auswahl der Befragten repräsentativ?

Meine Treue hielt sich in Grenzen. Gerade während Fernbeziehungen war die Versuchung groß, wenn sich die Gelegenheit bot. In der Phase der Verliebtheit stellte sich die Frage des Fremdgehens für mich nie. Aber jede Liebe kühlt mit der Zeit etwas ab. Der Sex wird weniger. Die Attraktivität des Partners verliert an Zugkraft oder wird gar in Frage gestellt. Als Liebestöter erlebte ich vor allem das enge Zusammenleben. Man stellt sich Fragen wie: In wen verliebte ich mich da eigentlich? Worin bestehen unsere gemeinsamen Interessen? Wieso hat mein Partner keine Lust mehr? Warum unternehmen wir nichts mehr zusammen? …
Frauen haben es mit den Seitensprüngen in der Regel leichter als wir Männer, zumal wenn sie auf ihr Erscheinungsbild achten. Das spiegelt sich auch statistisch nieder: Frauen gehen etwas häufiger fremd. Wenn ich daran denke, dass sich sogar gute Kumpels bei meinen Partnerinnen einschleimten, wird mir heute noch übel. Das Ränkespiel der Liebe ist nichts für sensible Zeitgenossen (wie mich). Ich glaube, es wird nirgendwo mehr gelogen, verheimlicht und betrogen wie in der Liebe.
Mein Credo war stets Ehrlichkeit. Wenn ich fremd ging, konnte ich das nicht lange für mich behalten. Ich fühlte mich gegenüber meiner Partnerin schuldig. Aber wer denkt, dass Ehrlichkeit vom Gegenüber mit derselben Ehrlichkeit gewürdigt würde, der kann ganz schön geleimt werden. Es gibt Menschen, die die Kunst der Heuchelei nahezu perfekt beherrschen. Letztlich musste ich mir eingestehen, dass ich ein naiver Trottel war.

Sei`s drum. Ich bin kein Engel. Ich will nicht über andere urteilen. Die Liebe war das schönste Geschenk meines Lebens, zugleich das schmerzhafteste. Vielleicht kann ich dieses Kapitel bald schließen. Nicht, dass ich es unbedingt schließen will, aber ich bin müde.

Stelle dir vor…

Ich mag gedankliche Herausforderungen. Ich meine jetzt nicht unbedingt Schach oder andere strategische Spiele (oder Tumordokumentation), sondern die gedankliche Auseinandersetzung mit philosophischen/ethischen Fragestellungen. Auch das Aufwerfen eher kurioser Fragen und Gedankenansätzen macht mir Spaß. Ich verstand mich schon früh als einen „fragenden Menschen“. Eines meiner frühen Gedichte (1981) thematisierte dies. Mit diesem Gedicht identifiziere mich heute noch.

Ich weiß nicht, ob ich an das Konzept der Reinkarnation glauben will, wie es z. B. im Buddhismus gelehrt wird. Aber es erscheint mir nachvollziehbarer als das Narrativ von Himmel und Hölle des Christentums, und sympathischer als der materialistische Rationalisimus/Nihilismus, welcher ein wie auch immer geartetes „Leben nach dem Tod“ ganz und gar negiert.
Letztlich sage ich mir: Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung von dem, was nach meinem Tod kommt. Auch kann ich mich nicht an ein Leben vor dem jetzigen erinnern…
Manche aber schon – angeblich. Man kann darüber einiges lesen. Ich bin freilich nicht leichtgläubig, aber es gibt doch einige Geschichten, die mich faszinieren… Nicht alles kann erstunken und erlogen sein.

Okay, es gibt also nicht wenige Indizien, welche auf die Möglichkeit der Reinkarnation hindeuten. Was ich in diesem Zusammenhang nie verstand, wo die vielen „neuen Seelen“ herkommen bei der in den letzten 2 Jahrhunderten fast exponentiell wachsenden Weltbevölkerung. Vielleicht hat sich jemand mit der Reinkarnations-Theorie weitgehender auseinandergesetzt als ich und kann mir diese Frage beantworten. Einige andere Fragen hätte ich auch noch dazu.
(Interessant finde ich auch die vielen Berichte über Nahtoderfahrungen.)

Gestern guckte ich eine ziemlich lange Hitler-Doku auf Phoenix. Sehr interessant. Hitler war auch nur ein Mensch. Und unwillkürlich kam mir der Gedanke: „Stelle dir vor, du wärest die Reinkarnation Hitlers.“


Wie ich zur Abtreibung stehe

Darf ich auch als Mann eine Meinung zum Thema Abtreibung haben? Ich musste mich in meinen Zeiten mit Frauenbekanntschaften nie konkret damit auseinandersetzen. So weit ich weiß, wurde keine meiner Freundinnen oder Liebschaften schwanger von mir. Eine Freundin erzählte mir, dass sie (vor meiner Zeit mit ihr) abgetrieben hatte. Ich habe allen Respekt vor Frauen, die vor einer solch schwierigen Entscheidung stehen. Es kann viele Gründe geben, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, und ich bin sicher, dass sich dies keine Frau leicht macht. Ich will mir gar nicht vorstellen, unter welchem Druck manche stehen…
Natürlich sehe ich das ethische Dilemma: Schließlich bedeutet eine Abtreibung die vorsätzliche Tötung von werdendem menschlichem Leben.
Oft sann ich im stillen Kämmerchen darüber nach, wie ich mich positionieren sollte, falls eine Frau von mir schwanger würde und sich für eine Abtreibung entschlösse. Also, ich kann durchaus verstehen, dass eine Frau nicht unbedingt ein Kind von einem Trinker will. Aber wenn echte Liebe zwischen uns im Spiel wäre, würde es mich hart treffen. Vielleicht könnte ich doch ein guter Vater werden… Okay, das Schicksal wollte es sowieso anders. Ich blieb kinderlos.
Dunkel erinnere ich mich an die Auseinandersetzung Anfang der Siebziger um den § 218. Viele tausend (junge) Frauen demonstrierten für das Recht auf Abtreibung und die Abschaffung des Abtreibungsparagraphen. Immerhin wurde damals erreicht, dass der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen für die Frauen und durchführenden Ärzte straffrei blieb.
Nun im Jahre 2022 kocht dieses Thema in den USA hoch, nachdem der Supreme Court das Abtreibungsrecht kippte. Ich sympathisiere ganz klar mit den Frauen, die für ihr Recht auf Abtreibung auf die Straße gehen. Frauen sind keine Gebärmaschinen, die unter allen Umständen funktionieren müssen. Fötus und Mutter bilden bis zur Geburt eine Einheit, wobei die Mutter die Versorgung wie auch die Verantwortung für das neu heranwachsende Leben natürlicherweise übernimmt. Sie hat das alleinige Verfügungsrecht über ihren Körper und die Vorgänge darin. Wenn sie abtreiben will, darf ihr die Gesellschaft keine Steine in den Weg legen. Vielmehr sollte die Gesellschaft Frauen, die in eine solche Problematik geraten, empathisch auffangen.
Soweit meine bescheidene Meinung zum Thema Abtreibung. Viele Menschen sehen das ganz anders und plädieren für ein absolutes Abtreibungsverbot aus persönlichen/religiösen/ethischen/kulturellen Gründen. Gesellschaften verändern sich. Nach einigen Jahrzehnten vorangetriebener progressiver Öffnung und Liberalität, beobachte ich (in Deutschland) seit einigen Jahren zunehmend reaktionäre Tendenzen… hin zu mehr Unfreiheit, Kontrolle und Staatsgewalt. Viele Themen, welche wir glaubten, längst abgearbeitet zu haben, rücken wieder auf die Agenda. Normalerweise kommt alles aus den USA früher oder später bei uns an (siehe „MeToo“ oder „black lives matter“). Wir müssen nicht darauf warten und können schon jetzt anfangen, über Abtreibung zu diskutieren. Oder was meint ihr?

      

Das Wettrennen der Ängste

„Halte durch!“, schreibt mir eine Mail-Freundin, die mit Hund und Mann in den Urlaub abdampft. Ich bin bereits wieder 1 Woche aus meinem Urlaub zurück und dokumentiere Tumoren bis zum Erbrechen. Wer hat solche Arbeiten erfunden? Wie kam ich nur dazu? – und befinde mich bereits im 6. Jahr…

Vor der Kupferkanne das ein oder andere Feierabendbierchen gezischt, von meiner Fahrradreise erzählt und mehr. Wir erleben unruhige Zeiten. Allerlei Ängste begleiten unseren Alltag: Kriegsangst, Virenangst, Angst vor Inflation, Angst vor Altersarmut, ganz allgemein Angst vor der Zukunft, Angst vorm Klimawandel, Angst vor Unfreiheit und Diktatur… Wir erleben ein regelrechtes Wettrennen der Ängste. Mal liegt die eine vorne und einige Zeit später die andere, oder es taucht im Hintergrund eine Angst auf, die man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.

Nicht mit allen Menschen kann man unbefangen über alles reden. Manche klammern sich an ihre Feindbilder, an ihr Weltbild wie ein Kind an sein Lieblingsplüschtier. Der Mensch wird zum eigenen Gedankendiktator und verbietet sich alle Einflüsse, welche diese Diktatur hinterfragen oder unterminieren könnten. Wenn mein Gegenüber bei einer schlichten Meinungsäußerung meinerseits sogleich aggressiv/beleidigend reagiert, weiß ich, dass ich in den Fokus seiner Gedankenpolizei geriet. Es geht dann nicht mehr um einen normalen Meinungsaustausch, sondern nur noch um Schadensbegrenzung. Am Besten relativiere ich meine Meinung und versuche dem Gespräch einen anderen Faden zu geben. Wenn das nicht klappt, und ich mit Beleidigungen und Vorwürfen zugeschüttet werde, bleibt mir nichts anderes übrig als zu gehen.
Dass ich relativ tolerant bin, hängt vielleicht damit zusammen, dass mein Gedankendiktator ein Freigeist ist. Er verfolgt kein totalitäres Ansinnen. Vielmehr schätzt er aufklärerische Gedanken, die Idee von Meinungsfreiheit und Menschenrechten.
„Leben und leben lassen“ – ich denke an meinen alten Freund Armin, dessen Lieblingsspruch das war. Er war starker Raucher, Trinker und Spieler. (Ich weiß nicht, wo er heute lebt – ob er noch lebt.) Die paternalistische Überfürsorge und Hypermoral des Staates, welche wir heute erleben, entmündigt das Individuum, konterkariert die Demokratie und führt uns hin zu einem totalitären Kontroll-Staat nach chinesischem Muster. Wer will das?!

Ich weiß nicht, welche meiner Ängste gerade vorne liegt. Ein heikles Thema. Vor Corona und Affenpocken jedenfalls fürchte ich mich nicht. Da habe ich eher Angst davor, dass es aufgrund der Dummheit der Politiker zum 3. Weltkrieg kommt.