Vorsicht Satire!

Ach ja, gestern wählte ich. Per Briefwahl. Hoffentlich beging ich keine Formfehler beim Ausfüllen und Eintüten. Okay, ist nur eine Stimme. Wie viele Wahlberechtigten gibt es denn in Deutschland?
Ich kreuzte an, was ich vorgehabt hatte anzukreuzen, soweit ich mich erinnern kann. Sollte man nicht besser bei einer Wahl nüchtern sein? Schließlich geht es um die Zukunft des Vaterlandes. Wieso keine Promillegrenze? Bei einer Briefwahl natürlich nicht umsetzbar. Da kann ich unbeobachtet volltrunken mein Kreuzchen machen. Ansonsten: „Zeigen Sie mir bitte ihren Ausweis, und dann bitte hier noch reinblasen… Okay, danke.“ – Ich meine, was sind Wahlstimmen von Besoffenen wert? Oder von Dementen… Die sollte man auch aussieben. Wenn schon, denn schon. Sowieso müsste den vielen Volksschädlingen, die sich trotz aller Empfehlungen und Bitten nicht impfen lassen, das Wahlrecht entzogen werden. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Depp eine Stimme erhält? Und dann die Behinderten und Frauen.
Vorsicht Satire!
Warum dürfen eigentlich Haustiere, der Menschen beste Freunde, nicht wählen? Also per Briefwahl wäre das doch machbar. Ich wüsste schon, wen mein Hund wählen würde. Also, falls ich einen Hund hätte… (Wenn sich nicht bald mal was in Sachen Liebe ergibt, wäre ein Hund nicht die schlechteste Lösung gegen Vereinsamung. Ein Hund ist treuer und auch intelligenter als so manche Frau, schätze ich. Gibt`s dazu Studien?)
Schade, dass man nur einmal wählen darf. Ich finde, dass intelligente Menschen mehr Stimmen verdient haben als dumme. Vor jeder Wahl sollte ein Intelligenztest gemacht werden. Zusätzlich zum Alkoholtest. Je höher der IQ, desto mehr Stimmen würde man erhalten. Bei meinem IQ hätte ich mindestens 2 Stimmen, wenn nicht 3… Selbst besoffen.

Alle Achtung

Ich war nie ein Fan ihrer Musik, aber sie ist eine der wenigen prominenten Künstler, die Haltung zeigen. Nena sagte ihre Tour 2022 ab – mit folgender Erklärung (die ich den Internet-Medien entnahm): „Ihr Lieben, ich will nicht lange drum rumreden. Meine Tour 2022 wird nicht stattfinden. Und ich werde sie auch kein zweites Mal verschieben. Ich stehe zu meiner Aussage: Auf einem Nena-Konzert sind alle Menschen willkommen. Hier in unserem Land geht es derzeit in eine ganz andere Richtung, und ich mache da nicht mit.“
Hätten nur noch mehr den Mumm zu solchen Aussagen. Stattdessen blasen viele Künstler ins selbe Horn wie Regierung und Leitmedien und fördern damit die Spaltung unserer Gesellschaft.

Bis zum endgültigen Tod

In Anlehnung an die Viele-Welten-Theorie und Schrödingers Katze überlegte ich mir heute Morgen zwischen Bettkante und Schreibtisch, dass ich in meinem Leben möglicherweise bereits viele Male starb. Vielleicht sterbe ich just in diesem Moment an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, aber ich bekomme davon nichts mit, da sich mein Tod in einer anderen Welt manifestiert. Hier lebe ich weiter und weiter und weiter, während ich in anderen Welten längst unter der Erde liege, gestorben an diversen Krankheiten, verunglückt oder als Opfer eines Gewaltverbrechens. Und andersherum leben meine Mitmenschen, die ich sterben sehe, in anderen Welten weiter. So könnte ein jeder eigentlich unendlich weiterexistieren, wäre da nicht die Endlichkeit des Lebens – es wird unweigerlich der Tag kommen, an dem jegliche Option des Weiterlebens wegfällt. Wie jedes Blatt irgendwann vom Baum fallen muss, gibt es auch für unsereins den endgültigen Tod. Doch bis dahin bleibt noch etwas Zeit, denke ich – Schrödingers Katze lebt in dieser Welt, während sie in einer anderen tot ist.
Mir gefällt mein Gedankengang. Ich gehe in die Küche und mixe mir den ersten Drink.
Der Tag eröffnet sich mir als trüber und kühler Spätsommertag. Ist noch Spätsommer oder bereits Frühherbst? Bestimmt gibt es eine Parallelwelt, in der heute besseres Wetter ist. Wir kriegen eben nie alles. Der Blues hämmert im Hintergrund. Ich zünde eine Kerze an.

Für die beste aller Welten (nur für Geimpfte)

Jeder Mensch wünscht sich Sicherheit. In allerlei Belangen. Wobei die Schwerpunkte voneinander abweichen können. Auch gibt es Menschen, die risikofreudiger sind als andere. Risiko ist nicht gleich Risiko. Jeder Mensch schustert sich selbst zusammen, welchen Schutz er sich wo wünscht, oder wo er welches Risiko in Kauf nimmt. Die Versicherungen und das Gesundheitssystem verdienen daran – nicht wenig, behaupte ich. Man schwatzt uns überflüssige Versicherungen auf. Ebenso soll es für jedes Zipperlein Medikamente bzw. Behandlungen geben. Wie sinnvoll oder verhältnismäßig es im konkreten Fall ist, soll möglichst nicht hinterfragt werden. Wir liefern uns einer Maschinerie aus, die angeblich nur für unser Wohl arbeitet. So wird es uns jedenfalls verkauft. Wir dürfen uns in sicheren Händen fühlen. Kritisches Nachfragen ist dabei Sand im Getriebe. Für alles gibt es Fachleute, die schon wissen werden, was sie tun oder empfehlen. Und seit Neuestem vertrauen wir quasi blind der Politik sowie den Leitmedien. Ist es nicht wunderbar, wenn sich so viele kompetente Geister zusammenschließen, um das Beste für uns alle zu bewirken?! – Wow! – Sogar die Multi-Milliardäre (Dagobert Duck vornean) opfern sich altruistisch für den Segen der Menschheit auf. Es kommt mir fast so vor wie die Wiederkehr Jesu auf Erden. Endlich siegen Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe – länderübergreifend! Dass es dafür die ein oder andere Impfung braucht, ist nebensächlich. Oder? Das ist doch nicht zu viel verlangt – für Liebe und Freiheit auf der ganzen Welt! Und auf dem Mond! Und noch viel weiter!
Demütig falle ich als dummer kleiner Mensch in den Staub und finde zurück zum Glauben. Ich bin nur einen Piks oder zwei oder drei oder vier oder fünf… Pikse entfernt davon, ein vollkommener und guter Mensch zu werden. Für das Glück und die Sicherheit der gesamten Welt! Ich danke Herrn Lauterbach. Ich danke Herrn Drosten. Ich danke Herrn Wieler. Ich danke Frau Merkel. Ich danke den vielen anderen, die unermüdlich für die richtige Sache kämpfen und sich von Wirrköpfen, Querdenkern und Verschwörungstheoretikern nicht beirren lassen. Vor meinen Augen tut sich das Paradies auf…

Es war gestern und ist doch heute (14)

Ich war in Südfrankreich. Auf dem Camping Platz von Cassis, 15 km östlich von Marseille. Der Boden war hart wie die letzten Male. Ich sah auf die Felsenküste und fuhr zu den Calanques. Ich hatte mein Fahrrad im Zug von Karlsruhe bis Marseille mitgenommen. Früh morgens kam ich in Marseille an. Es war schön. Der kalte Wind war schön. Ich brannte innerlich.
Ich erinnere mich an den Campingplatz. Und ich erinnere mich an Cassis, an den kleinen Hafen, die Bucht, den Strand, die Felsen, die Calanques…, den wunderbaren Sternenhimmel.
Eine Woche Cassis, Altweibersommer am Mittelmeer, das Meer glitzerte kalt… Um mir die Zeit zu vertreiben, fuhr ich mit dem Rad zu den Calanques und den Nachbarorten Richtung Toulon.
Ich weiß nicht mehr, wie ich es mitbekam. In den Cafés mit TV waren plötzlich alle ganz aufgeregt. Ich sah die Bilder der einstürzenden Türme, ich hörte die Diskussionen und die Betroffenheit in der fremden Sprache. Mein Gott, dachte ich, was ist da passiert?! Am nächsten Morgen kaufte ich mir die „Daily Mail“ mit den schockierenden Bildern als Aufmacher. Das Ganze war irgendwie unreal. Ich schaute aufs Meer. Es war nach wie vor herrlich, und doch lag etwas Unbestimmtes in der Luft. Ich war allein. Ich hatte niemanden. Zuhause war nur meine Ex, die mit ihrem neuen Freund rumbumste. Meine Reise ans Mittelmeer war eine Flucht gewesen. Und während ich einsam und melancholisch die mediterrane Schönheit genoss, passierte diese grauenhafte Geschichte mit den Twin Towers – am anderen Ende der Welt. Wie unheimlich ist doch die Vorstellung, dass wir (die westliche Welt) von arabischen Terroristen bedroht werden. Als ich in den Cafés saß, beobachtete ich die Menschen und versuchte zu  unterscheiden, ob sie erschrocken auf den Anschlag reagierten oder gegenteilig eine gewisse Genugtuung, gar Freude empfanden. Letzteres war durchaus bei einigen der Fall.
Ich saß manche Stunden auf dem Mäuerchen, das den Bowlesplatz umschränkte. Viele Erinnerungen flogen mich an. Doch war alles anders. Ich war anders. Der Ort Cassis dagegen schien in all den Jahren stillgestanden zu haben. Im Kern hatte sich kaum etwas verändert.
Nach einer Woche brach ich mit dem Fahrrad nach Marseille auf. Ich wollte über Avignon zur Rhône fahren, dann den Fluss hoch bis Lyon… Doch riss mir die Kette in den Banlieues von Marseille. Es war Sonntag. Ich war fix und fertig. Die Spätsommersonne blendete mich, und die Einsamkeit nagte an mir. Noch am selben Tag fuhr ich mit dem Zug zurück in die Heimat.

Vor acht Jahren – wo stehe ich heute? Wo steht meine Angst?
Was wissen wir wirklich von der terroristischen Bedrohung? Schauen wir nicht nur voyeuristisch auf solche monströsen Geschehen wie am 11.09.01? Haben wir uns damit psychologisch auseinandergesetzt? Was passiert heute noch im Namen dieses Terroranschlags?
Gibt es eine realistische Bedrohung von islamistischen Terroristen auf unsere westlichen Werte, die einen Kampfeinsatz  deutscher Soldaten in Afghanistan rechtfertigt?

(verfasst am Jahrestag 11.09.2009)