Heiliger Moses

Er stellte sich vor
Er würde seine Frau von hinten nehmen
Irgendwie hatte er die Bibel auf ihrem
Rücken befestigt
Und während er sie stieß, las er ihr aus
Dem Alten Testament vor
Die zehn Gebote
Und von Moses
Und wie sich das Wasser teilte
Und wie sie um das güldene Lamm tanzten
Und von Sodom und Gomorrha

Das wär`s doch! - Und wenn`s mir kommt, schaue ich auf meinen
Schwanz, und der wird augenblicklich
Zu Stein
Während das Feuer der Leidenschaft in meinen
Lenden weiterbrennt
Oh, verfluchte Weihnacht! – das wünsche
Ich mir

 

(24.12.2001)

Gestöbert und wieder hervorgeholt.

Sternenstaub

Vorm Aufstehen einen 90minütigen Vortrag zu den astronomischen Voraussetzungen für intelligentes Leben reingezogen. Prof. Lesch referiert. Etwa in der Mitte nicke ich wieder ein und träume von einer Klassenfahrt mit Lesch als Lehrer, und der labert und labert… Mein Gott, denke ich, wo nimmt er nur die Energie her? Und dazu so witzig! So spricht er z.B. von der Inkontinenz des Mars, der seine Atmosphäre nicht halten kann, und von der erektilen Dysfunktion des Menschen in der bemannten Raumfahrt, der seit 50 Jahren keinen mehr hochkriegt, also so richtig hoch, wenigstens bis zum Mond. Haha! Der hätte mal meine Morgenlatte sehen sollen…
Schließlich führt er das anthropische Prinzip an: Jedes intelligente Lebewesen, welches ist, kann sich selbst nur dort vorfinden, wo intelligentes Leben möglich ist (John Leslie). Ich ergänze: Also im Pub. Das Ende des Vortrags kriege ich nicht mehr mit, weil meine Blase drückt und ich mich als ausreichend ausgeschlafen betrachte. Ich höre noch, wie Lesch sagt: „Und das ist wahrscheinlich der schönste Satz meines Vortrages: Der Mensch besteht zu 95% aus Sternenstaub.“ Ich reibe mir die Augen und wanke zum WC. Dann lasse ich hier mal etwas Sternenstaub…

Weihnachten ist rum, und die Sonne lacht. Doch der nächste menschliche Irrsinn steht bereits vor der Tür. Über Sieben Milliarden Menschen weltweit lassen es krachen, nennen es Silvester. Was denken sich wohl intelligente Besucher von anderen Sternen, wenn sie das sehen. Ehrlich, ich schäme mich für meine Miterdbewohner. Liebe Außerirdische, es ist nicht das, wonach es aussieht. Es ist ein alter Brauch. Wir verabschieden das alte Jahr und begrüßen das neue. Völlig harmlos. Also fast. In Berlin bunkert man sich am Besten ein. Die Berliner übertreiben es ein wenig. Sie saufen und haben sich nicht mehr unter Kontrolle. Eigentlich sollte fürs Knallen wie im Straßenverkehr eine Promillegrenze gelten. Es gibt einfach zu viele Menschen, die geistig zum Saufen nicht befähigt sind, oder es nicht lernten. Ich weiß, wovon ich rede. Nichts Schlimmeres als Kneipengäste, die blöd werden, weil sie nicht saufen können. Man sollte „Gepflegtes Trinken“ als Pflichtfach in der Schule einführen, das würde diese alkoholischen Auswüchse reduzieren. Hätte mir vielleicht damals geholfen. Aber nun ist`s zu spät… Auch die Einführung eines „Sauf-Zertifikates“ könnte helfen. Das müsste dann für alle über Vierzehn Pflicht sein und alle zwei Jahre wiederholt werden. Am besten in der Kombination mit einem Erste-Hilfe-Kurs.
Ich merke schon, ich stecke voller guter Ideen heute. Prinzipiell glaube ich ja an die Intelligenz des Menschen. Wenn da nicht diese Ausreißer nach unten wären… Die müssten wir noch in den Griff kriegen, das wäre einen Asbach Uralt wert! Haha!
Ich kann mir gut vorstellen, dass Prof. Lesch auch gern mal einen hebt. Es sei ihm gegönnt. Immer und immer wieder uns Dumpfbacken das Universum erklären, macht bestimmt mürbe. Ich würde sehr gern mit ihm gepflegt einen trinken gehen. Wir sind gar nicht so weit auseinander, ich meine in Jahren. Und wenn wir dazu meinen Hausarzt einladen, können wir zur Auflockerung eine Runde Skat kloppen…, bevor die geistigen Getränke wirken.

 

Nachtrag

Ich muss mich wirklich bei allen Spießern entschuldigen. Nicht, dass ich noch zum spießig verkrampften Anti-Spießer werde. Das ist ja immer die Gefahr, wenn man gegen was ist. Am Ende besteht man nur noch aus einer Antihaltung. Und damit ist man unter Umständen kaum noch besser als das, was man kritisiert. Darum tut ein guter Mensch gut daran, dass er nicht auf den Bösen herumhackt, sondern sich in Verständnis übt. Nur wer die andere Seite versteht, kann verzeihen und zu einem vernünftigen Miteinander kommen. Man muss da auch mal in Vorleistung gehen und sollte nicht darauf warten, bis der andere den ersten Schritt macht. Also, liebe Spießer, ich schieße manchmal etwas übers Ziel hinaus. (Die mich kennen, wissen das schon.) Verzeiht mir bitte! Ich bin wirklich alles andere als ein Streithahn. Ich suche immer den Ausgleich zwischen den Menschen und möchte in Harmonie mit ihnen leben. Egal ob Nazi, Spießer oder Islamist, alle sind wir nur Menschen. Ich bin sicher, dass wir uns im Grunde alle gern haben… Der Ausruf „Ihr könnt mich alle mal gernhaben!“ zeugt von der unbändigen Sehnsucht, alle unsere Mitmenschen in den Arm zu nehmen. Bestimmt! Und zur Weihnachtszeit sind wir geradezu beseelt von Mitmenschlichkeit, Verzeihen und gesellschaftlicher Harmonie. Ist das nicht schön? Ihr müsst wissen, dass ich ein sehr sentimentaler Typ bin. Mir liegt nichts daran, es mit euch zu verderben. Wer liest dann noch den Kram, den ich hier in aller Regelmäßigkeit absondere? Auch Spießer haben Empfindungen und lassen nicht alles mit sich machen. Es wäre allzu menschlich, wenn ihr mir den Rücken zukehrt… Verzeiht ihr mir? Ich bin nicht der Misanthrop, den ich manchmal raushänge. Ganz im Gegenteil: Ich denke, ich liebe die Menschen zu sehr… Seufz. Besonders die Spießer. Sie sind so… unglaublich normal, wenn sie hingebungsvoll den Weihnachtsbaum schmücken, die Zutaten für das Festtagsessen einkaufen, die Geschenke für ihre Liebsten einpacken… Mist, gleich fange ich an zu flennen. Wahrscheinlich bin ich gerade an Weihnachten deswegen miesepetrig, weil mir das alles fehlt. Was bringt es mir, kein Spießer zu sein, wenn mir die Liebe fehlt?
Hans, ein alter Spezi aus Niederbayern sagte nach einem Streit immer: „Samma wieder gut.“ Und dann drückten wir uns.
In diesem Sinne:

Allen Bloggern und Lesern ein schönes Weihnachtsfest!

 

Grüß Gott, liebe Spießer!

Ich glaube, dass es dem ein oder anderen Leser manchmal etwas unscharf, gar vakant anmutet, was ich eigentlich unter Spießern verstehe – ein Begriff den ich in meinen Beiträgen immer wieder mal unterbringe, wenn ich mich von gesellschaftlich tumben Brauchtümern und anderen unreflektierten menschlichen Verhaltensweisen sowie Massenphänomenen abgrenze.
Drum versuche ich hier und jetzt eine grobe Auflistung einiger für mich typisch spießigen Anwandlungen und Einstellungen. Das nahende Weihnachtsfest erscheint mir als geradezu passende Gelegenheit.

 

Spießer kleben an unsinnigen Konventionen und Traditionen wie ausgekaute Kaugummis unter alten Schulbänken.

Dumme Spießer begründen ihr Festhalten an Konventionen damit, dass es immer schon so war und alle anderen es ebenso machen.

Intelligentere Spießer begründen ihr Festhalten an Konventionen, indem sie deren gesellschaftlichen Nutzen hervorheben. Nach dem Motto: Wir brauchen Weihnachten, um uns alle wieder lieb zu haben. Wir schießen an Weihnachten nicht aufeinander. Zerstrittene Familien kommen zusammen, und alle sind plötzlich nett zueinander… Ausserdem würde unsere Wirtschaft ohne Weihnachten zusammenbrechen, und dann die Arbeitsplätze, die daran hängen! – Hach! Warum ist nicht immer Weihnachten?

Spießer gehen Populisten auf den Leim. Hitler und andere scheußliche Despoten dieser Welt wären ohne ein ausgeprägtes Spießertum nie an die Macht gekommen.

Spießer bezeichnen sich als die Mitte der Gesellschaft. Leider sind sie das auch.

Spießer sind meist Materialisten und hängen ihre Fahne nach dem Wind.

Spießer dienen gern dem Vaterland.

Spießer verehren den Papst. Oder die Queen. Oder Khomeini. Oder Stalin. Oder die Deutsche Bank.

Spießer sind nette Mitmenschen, solange man sie nicht mit unangenehmen Fragen belästigt.

Spießertum und Weltoffenheit schließen sich aus.

Spießer lügen und glauben, dass sie die Wahrheit sagen.

Spießer leugnen Fakten, wenn sie ihnen nicht in den Kram passen.

Spießer heucheln nach Herzenslust.

Spießer hegen selten Selbstzweifel.

Spießer bleiben zu jeder Zeit Spießer.

Spießer gibt es überall. Es gibt keinen Ort und kein Volk auf der Erde ohne Spießer.

Spießer sind angepasste Arschlöcher.

Spießer sind untereinander die besten Spießgesellen.

 

Das sollte für`s erste reichen. Hoffentlich trat ich niemandem zu nahe.

Eiszeit

Die Woche zog sich wie Kaugummi. Ich war in keiner guten Verfassung. Noch nicht ganz genesen von der schweren Erkältung. Ich schleppte mich durch die Arbeitstage. Der Platz gegenüber nach wie vor leer – meine Bürokollegin seit Oktober krankgeschrieben. Ich vermisse sie. Wir hatten uns ganz gut aufeinander eingestellt. Fast befürchte ich, dass sie vor ihrem Renteneintritt Juni 2020 nicht mehr erscheinen will. Nun fehlt mir der direkte Ansprechpartner, mit dem ich zwischendurch quatschen und lachen aber auch über Kümmernisse reden kann.
So verbrachte ich also sehr viele einsame Stunden vorm Computer mit einer relativ stumpfsinnigen Arbeit. Da halfen auch nicht die Besuche der Hühner. Die Zeit wollte nicht vergehen. Kein einziges Mal nach Feierabend war ich im Pub. Mir fehlte einfach die Energie. Einziger Trost: Es war meine letzte Arbeitswoche 2019!
Geschafft! Wieder ein Lebensjahr abgehakt… und in wenigen Tagen auch das Kalenderjahr. Die Bilanz fällt trocken aus: Vielleicht eine Idee besser als 2018. Die Trennung von O. hängt mir schwer nach. Man kann das mit der jahrelangen Verdunklung der Erde durch einen heftigen Vulkanausbruch vergleichen. Es entsteht eine kleine Eiszeit… but life must go on.
Zwei freie Wochen liegen vor mir. Ich darf mich frei von irgendwelchen Verpflichtungen durch die Tage schleppen. Weihnachten ist mir scheißegal. Silvester ist mir scheißegal. Das einzige, was mich interessiert, ist, dass es bald wieder heller und wärmer wird. Erstmal meteorologisch und dann vielleicht auch in meinem Leben.

 

Warnung

Es ist Weihnachten, die Zeit allgemeiner geistiger Umnachtung
die Saubermänner stehen brav Gewehr bei Fuß
wer nicht mitmacht, wird an den Weihnachtsbaum gebunden
und die Spießer tanzen drum herum

Es ist Weihnachten, es wird nicht nur die Gans geschlachtet
man ist sich einig und hebt den Arm zum Gruß
und fühlt sich an diesen Tagen wie der Ku-Klux-Clan verbunden
frisch-fromm-fröhlich-frei umnachtet

Es ist Weihnachten, wer`s nicht mag, bleibt besser stumm
sonst tunkt man ihn in Pflaumenmus
wälzt ihn durch Gänsefedern viele Stunden
und nagelt ihn an Heidi Klum

Dieses Gedicht sei allen Weihnachtsgegnern zur Warnung
denn die Saubermänner stehen Gewehr bei Fuß
wer ihr Heiligtum beleidigt, geben sie zum Fraß den Hunden
und da schert sich keiner drum


(22.12.2007)

Das Lächeln

Auf der Zugfahrt von Rostock zurück nach Berlin hatte ich ein Erlebnis, das mir nicht aus dem Sinn geht. Ich will es aufschreiben, solange die Erinnerungen daran noch relativ frisch sind. Schließlich verfremdet die Zeit alles, angenehme wie unangenehme Ereignisse. Die Erinnerungen daran verblassen und werden ungenau. Wir neigen dazu, die Lücken mit Erfundenem zu füllen und auszuschmücken. Wir zimmern uns unsere Erinnerungen nach Gutdünken zurecht, vor allem jene, in denen wir schlecht abschneiden. Das ist allzu menschlich. Mit der Wahrheit halten wir Menschen es nicht so. Oft steht Aussage gegen Aussage. Ein Ringen um die Wahrheit ist dann sinnlos. Gerade in zerstrittenen Beziehungen erlebt man oft völlig konträre Sichtweisen, wie es zum Zerwürfnis kam. Die Frau wirft dem Mann vor, dass er sie nicht liebte und vernachlässigte; und der Mann wirft der Frau Lüge und Betrug vor. Shit happens. Als Gehörnter bleibe ich freilich bei meiner Sicht der Dinge. Was erzählt die Frau da für einen Unsinn?! Sie will nur vor sich selbst gut dastehen.
Ich ging die Rückreise gemütlich an. Im Rostocker Bahnhof besorgte ich mir drei Dosen Gin Tonic. Der Regionalexpress stand bereits eine halbe Stunde vor der Abfahrt auf dem Bahngleis. Ich ließ mich mit meinem Faltrad im noch menschenleeren Fahrradabteil nieder. Langsam trudelten immer mehr Reisende ein, darunter auch ein junges Paar mit Kind. Unwillkürlich beobachtet man seine Mitreisenden und stellt zu ihnen Überlegungen an. Der kleine Junge mochte 4-5 Jahre alt sein, die Eltern Mitte-Ende Zwanzig. Sie setzten sich mir gegenüber. Was mir gleich auffiel, dass zwischen Mann und Frau zwei Plätze Abstand blieben. Als der Zug anruckte, war er voll besetzt mit Fahrgästen. Ich hörte über Ohrstöpsel Musik und trank Gin Tonic. Eine gute Kombination, wie sich herausstellte. Ich entspannte bei den Tönen meiner Lieblingslieder. Ich fühlte mich wie in einem anderen Raum. Immer wieder blickte ich zu der jungen Frau hinüber. Der Vater spielte inzwischen hingebungsvoll mit dem Kind, während die Mutter* stoisch auf ihrem Sitz ausharrte. Hörte sie auch Musik und wirkte deswegen so abwesend? Ihre langen Haare verdeckten womöglich das Kabel. Sie schaute ohne wesentliche Gemütsregung stur geradeaus. Nach Familienharmonie sah das nicht aus. Ich zweifelte schon, ob sie überhaupt zusammengehörten. Aber sie waren doch zusammen hereingekommen. Die verschiedensten Erklärungen kamen mir für das merkwürdige Verhalten in den Sinn. Der Sohn schien des Vaters ganzer Stolz zu sein. Daran gab es nichts zu deuteln. Die beiden waren ein Team. Vielleicht hatte die junge Frau Depressionen oder andere psychische Probleme. Oder Mann und Frau waren einfach nur zerstritten. Vielleicht war sie ein Geist, und nur ich sah sie. Blass war sie. Ich spürte ihre Einsamkeit und entwickelte mehr und mehr Mitgefühl mit ihr. Ich nahm sie in Gedanken zu mir in meinen Raum, und sie konnte meine Musik hören und fühlen, was ich fühlte. Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt packten Vater und Sohn ihre Sachen zusammen. Beim nächsten Halt würden sie aussteigen. Gespannt blickte ich auf die Frau. Ich konnte nicht anders und lächelte sie an. Und sie lächelte zurück, – überglücklich, wie mir schien. Mein Gott, wie mich ihr Lächeln berührte! Der Zug hielt, und die Frau trottete Vater und Kind hinterher auf den Bahnsteig. Ihr glückliches Lächeln begleitete mich auf der weiteren Zugfahrt. Ich genoss meine Musik und den Rest Gin Tonic, bittersüß.
Nun weiß ich nicht, ob sich alles haargenau so abspielte, wie ich es hier schilderte. Sicher hatte jeder meiner Mitreisenden einen anderen Blick auf die Szene. Für mich lag Magie in dieser Begegnung: Zwei einsame Herzen, die kurz zueinanderfanden, um sogleich wieder auseinanderzudriften. Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters, wie man so schön sagt. Ich liefere damit eine kleine Weihnachtsgeschichte nach. (Scheiß Sentimentalität.)

*ich schätze schon, dass sie die Mutter war, weil das Kind ihr ähnlicher sah als dem Vater

 

Es tut sich was

Langsam werden mir Rostock und Warnemünde immer vertrauter. Natürlich gibt es noch viele Ecken, die mir fremd sind – das ist in Berlin nicht anders. Aber nach einer Weile entwickelt man doch mit einer Region, auch ohne alles zu kennen, eine gewisse Vertrautheit. Mit Menschen ist`s, glaube ich, nicht anders. So geht es mir z.B. mit den Büro-Hühnern…

Die Kälte war bei meinem Kurztrip der größte Ungemütlichkeitsfaktor. Die gefühlte Temperatur lag weit unter der gemessenen. Der Aufenthalt an zugigen Plätzen fühlte sich an wie eine Eisdusche. Ich unternahm einen kleinen Spaziergang am Strand und kehrte nach einer guten halben Stunde verfroren zurück in die windgeschütztere Ortschaft. Nun nur noch ein Plätzchen zum Aufwärmen finden – glücklicherweise hatten in Warnemünde an Heiligabend mehr Lokale offen, als ich befürchtet hatte.

Drei Tage kam ich raus, – atmete andere Luft, nahm andere Gerüche wahr, befand mich in netter Gesellschaft, sah auf das Meer und die Horizontlinie… Zuhause in Berlin wäre mir sicher die Decke auf den Kopf gefallen. So war ich mit der Reise und allerhand Eindrücken beschäftigt. Den ganzen Weihnachtszinnober nahm ich nur am Rande wahr. Gut so. Ich scheiße auf Weihnachten. Nun nur noch Silvester, und dieser irrsinnige Jahresabschlussspuk hat wieder ein Ende.

Ich genieße meine Freiheit. Ich genieße die schönen Dinge um mich herum. Ich genieße den Anblick schöner Frauen. Ich genieße die Momente, wo ich spüre, wie das Leben in mich zurückströmt. Ich genieße den Blues. Ich genieße es, einfach da zu sein. Ich genieße es, wenn sich meine Blicke mit denen wildfremder Menschen treffen. Ich genieße es, wenn wir uns zulächeln. Ich genieße die Kraft meines Körpers. Ich genieße das Zurückkommen in meine Bude. Ich genieße das Bier. Ich genieße den Blick aus dem Fenster. Ich genieße, es warm zu haben.