New Year`s Day

Das neue Jahr beginnt wie das alte aufhörte: siffig. Ein Kerzentag + Feiertagsblues. Deutlich weniger Feuerwerksabfall auf Straße und Gehweg, zumindest auf den ersten Blick. Einige Berliner, die bösen Buben, ließen es trotz Böllerverbot krachen, so dass ich aufwachte, auch wegen dem Feierlärm meines „Lieblingspolen“ im Haus. Jedenfalls war der Krach nicht kriegsmäßig, und die Luft riecht wie normale großstädtische Morgenluft. Angenehme Nebeneffekte eines Verbotes – aus meiner Sicht. Trotzdem bin ich gegen solche usurpatorischen Verbote. Lasst doch den Bürgern ihre kleinen Freuden, Feiern und Freiheiten…, auch wenn sich dabei viele ins Koma saufen, die Hand wegschießen, ihre Bude abfackeln, oder sonstiger Unsinn angestellt wird. In Berlin verlasse ich aus Sicherheitsgründen am Silvesterabend lieber nicht das Haus. Ich mache dicht und warte bangend darauf, dass der Irrsinn, der von der Straße zu mir hereintönt, abebbt. Also diesmal wirklich ein entspannter Jahreswechsel – da hätte ich mich sogar vor die Tür getraut.
So weit so gut. Happy New Year!

Nun noch ein kleines Gedicht aus eigener Feder – besinnliches Kleinod zum Jahresanfang:

inzwischen (fast) Rollentausch

Silvestertag

Ähnlich siffig wie am Heiligabend. Rekordverdächtig mild für die Jahreszeit. Erkältungswetter hätte man früher gesagt – also vor Corona. Für die Arbeitnehmer lagen die Feiertage 2021 beschissen. Aber wenigstens ein verlängertes Wochenende springt am Ende heraus.
Außer Job und in der Bude hocken war nicht viel in diesem Jahr. Es machte „Wusch!“ und 2021 war vorbei. Silvester ist wie Weihnachten für mich schon lange kein Anlass mehr zum Feiern. Freilich würde ich mitfeiern, wenn ich irgendwo eingeladen wäre. Ansonsten feiere ich nach Lust und Laune und nicht, weil es traditionell verordnet ist.
Für 2022 habe ich mir nichts vorgenommen. Wenn man älter wird, kommt es nicht mehr so drauf an. Sich im tiefen Tal der Gelassenheit zur Ruhe betten. Das wäre das Beste. Unperfekt wie ich bin, klappt das mit der Gelassenheit nicht immer. Wahrscheinlich erwarte ich noch zu viel vom Leben.
Mal gespannt, was das nächste Jahr bringt. Ich freue mich auf positive Überraschungen.

Allen Bloggern und Lesern einen guten Rutsch!

  

Heiligabend 2021

…ist ein Pisstag (in Berlin). Ich war noch mal kurz Einkaufen, damit ich am Wochenende nicht auf dem Trockenen sitze. Natürlich war der Nahkauf ziemlich voll. Die Bediensteten trugen Weihnachtsmannmützen. (Oder wie nennt man die noch?) Eigentlich gehöre ich nicht zu jenen, die auf den letzten Drücker vor Feiertagen einkaufen. Aber Einkaufen ist für einen alleine lebenden mehr als nur das Auffüllen seiner Regale und des Kühlschranks. Es bedeutet eine Gelegenheit für echte menschliche Kontakte, auch wenn man dabei nicht viel redet. Man grüßt sich, wird kurz beachtet. Wenigstens ein paar Minuten am Tag. Weihnachten ist mir schnuppe, aber für viele, die ebenso alleine in ihrer Wohnhöhle hausen wie ich, ist diese Zeit besonders deprimierend. Noch schlimmer trifft es die Obdachlosen. Die durch die Corona-Maßnahmen der Regierung hervorgerufene Vereinzelung in der Gesellschaft verschärft die Lage zusätzlich. Eine schöne Bescherung ist das, wenn man sich am sogenannten Fest der Liebe besonders einsam und gesellschaftlich abgewiesen fühlt… Nein, bei mir ist alles noch relativ okay. ich bin seit ewigen Zeiten Weihnachtsverweigerer. Gott sei Dank gibt es keine Weihnachtspflicht.

Der Bürotag war mein Highlight der Woche. Auf meinem Schreibtisch fand ich ein kleines Geburtstagsgeschenk. Das rührte mich. Ich kam sogar mal wieder zu einer Umarmung. Dann führte ich noch ein langes Telefonat mit meiner Bürokollegin (die an dem Tag im Homeoffice arbeitete). Es hatte zwischen uns in den letzten Monaten eine Verstimmung gegeben. Die konnten wir endgültig ausräumen. Sie erzählte mir, warum sie sich kommunikativ zurückgezogen hatte. Es lag nicht daran, dass ich mit der Corona-Impfung auf Kriegsfuß stehe. Es hatte mit anderen Problemen zu tun und Blablabla. Uff! – ich war echt glücklich. In der Mittagspause ging ich raus, holte mir ein Bier bei einem nahen Kiosk (Spätkauf), setzte mich in den Kleistpark und lächelte vor mich hin. Was für eine verrückte Welt!
Die Zeit verging an diesem Tage wie im Fluge. Wie wunderbar ist es doch, sich angenommen und wertgeschätzt zu fühlen! – So sollte es sein zwischen uns Erdenbürgern: nicht gegenseitig aufstacheln lassen, sondern zusammenhalten. Es geht nicht darum, dass man in allen Dingen übereinstimmt. Es geht um Mitgefühl, gegenseitiges Verständnis und Menschlichkeit.  

Allen Bloggern und Lesern schöne Feiertage!