Woher weiß ich, dass ich ich bin?

Ich überlegte mir, dass Träume nichts anderes als undifferenzierte Gedanken sind – ähnlich den Krebszellen, die kaum noch als ordentliche Körperzellen zu identifizieren sind.
Ich beobachte meine Bewegungen beim morgendlichen Aufstehen. Ich blicke an mir herab und bin fasziniert davon, wie alles funktioniert, – wie ich automatengleich das Bad ansteuere und die Morgentoilette verrichte. Im Kopf währenddessen ein Bienenschwarm von Gedanken und Bildern, und ich mittendrin, steuere mal da und mal dorthin, verwerfe vieles, husche daran vorbei, bis ich plötzlich stutze: Woher weiß ich eigentlich, dass ich ich bin?
Die Wohnung ist still und leer. Ich drehe die Heizung auf. Ein Tastendruck und Bluessongs beschallen dezent den Raum. Wie jeden Morgen platziere ich mich am Schreibtisch, gehe ins Internet, durchforste die Blogseiten und lese Nachrichten. Dazu eine Flasche Bier, an der ich nuckele, – sozusagen meine Morgenmilch. Viel Neues gibt`s nicht auf der Welt. Alles schwappt vor sich hin mit den üblichen Meldungen… Ich picke mir Dies und Das heraus, so z.B., dass eine Berliner Startup Firma auf dem Mond ein 4G-Netzwerk installieren will. Sehr gut, denke ich, das ist genau das, was wir brauchen. Der Bienenschwarm kommt in meinen Kopf zurück, und die Bienen singen mit mir den Blues. Woher weiß ich eigentlich, dass ich ich bin? Wie ein Buddha sitze ich am Schreibtisch, wippe mit dem Fuß im Takt der Musik. Auch der Kopf wippt, fällt mir auf.

4 Gedanken zu “Woher weiß ich, dass ich ich bin?

  1. Es gab ja eine Zeit, da wollte man mit Träumen das Unterbewusstein erklären oder mit Hilfe der Träume einen Eingang dorthin finden. Das war wohl eher Freud und seine Theorie.
    Jemand hat mir mal erklärt, dem wäre nicht so nach einer moderneren Auseinandersetzung mit diesen Theorien..
    Träume sind nichts weiter als eine Art klärendes Gewitter im Gehirn, das völlig unerklärlich sich abspielt, aber möglicherweise „reinigend“.
    Das hat nach meinem(!) Empfinden durchaus was Wahres.
    Nach den schlimmsten Alpträumen erwachte oder erwache ich meist regelrecht erschüttert, aber schon nach einer kurzen Wachphase bin ich dann erleichtert und leicht gestimmt.
    Ähnlich dem „großen Geschäft“ nach dem Aufstehen, es erleichtert und macht auch innerlich frei 🙂
    Überhaut gibt es ja auch Theorien neuerdings, welche das ganze Gehirn mehr als gedacht in den Gedärmen vermuten.

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  2. theorien über theorien zum menschlichen bewusstsein und seinen eigenarten. sicher teilweise interessant. dass ich z.b. ein bauchdenker bin, das weiß ich auch ohne theorie vom bauchhirn. okay, das bauchhirn ist als solches keine theorie sondern wissenschaftliche tatsache. was träume bedeuten oder nicht bedeuten, bzw. ob wir uns mit unseren nächtlichen träumen auseinandersetzen sollten oder nicht, halte ich für eine total persönliche sache. es gibt menschen, die an astrologie und kartenlegen glauben. auch seine träume kann man sich deuten lassen. wem es hilft, besser durch den tag zu kommen… die meisten träume bleiben nicht in meinem bewusstsein haften, weil sie zu chaotisch bin. von „innerer reinigung“ spüre ich in dieser hinsicht nichts – morgens sehe ich zumeist ziemlich alt aus und fühle mich auch so. ab und zu finde ich einen traum so interessant, dass ich ihn aufschreibe. träume können also inspirationsquellen sein. aber das geschieht zur zeit leider selten… der stuhlgang am morgen erleichtert dagegen wirklich – immer ein schönes gefühl, wenn es noch klappt.

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