Vorerst Homeoffice

Kurz vor Feierabend ein Anruf von der Chefin. Sie bat mich, vorerst im Homeoffice zu bleiben. Ich sagte, dass ich wegen der derzeitigen Corona-Entwicklung auch darüber nachgedacht hatte. Wenn ich schon die Möglichkeit dazu habe… und Blablabla. Daraufhin rief ich meine Bürokollegin an und teilte ihr mit, dass ich Montag und wahrscheinlich die ganze nächste Woche im Homeoffice verbleiben werde. Im Verlaufe unseres Telefonates erfuhr ich, dass ein Kollege sich testen ließ, weil er stundenlang mit einem Corona-Positiven Kontakt gehabt hatte. Seit Donnerstag ist er darum zuhause, bis er das Testergebnis erhält. Und nun herrscht darob große Aufregung unter den Hühnern – tausend Fragen, Eventualitäten und persönliche Befindlichkeiten. Bei einer positiven Testung dürfte das gesamte Büro-Personal Quarantäne aufgebrummt bekommen. Von diesem Vorfall hatte die Chefin am Telefon gar nichts erwähnt. Sie wollte mich wohl vorm Wochenende nicht unnötig beunruhigen. Aber warum sollte mich das beunruhigen? Seit Donnerstag bin ich im Homeoffice, und ich weiß nicht, wann sich besagter Kollege infiziert haben könnte, also jenen speziellen Kontakt hatte. Vielleicht erst Mittwochabend… (Dann hätte er mich gar nicht anstecken können.) Aber lassen wir diese Gedankenspielerei. Ich bin ganz froh, dem Gaga-Hühnerstall für ein paar Tage entfliehen zu können. Wobei die Arbeit am Computer zuhause, aufgrund der fehlenden sozialen Kontakte, noch öder ist als im Büro. Das dauerhafte alleine vor mich Hinbrüten wirkt sich negativ auf meinen Gemütszustand aus. Man nennt es Versumpfen oder im eigenen Saft schmoren. Symptome: Lethargie, Trägheit, Müdigkeit, depressive Anwandlungen, Selbstgespräche…
Okay, das mit den Selbstgesprächen hält sich noch in Grenzen.


60 Gedanken zu “Vorerst Homeoffice

  1. Ich mache gerne Homeoffice. Da kann ich in Ruhe arbeiten. Geht aber leider nicht immer, da ich im Bereich Personal arbeite. Das erfordert auch die Anwesenheit im Büro. Schade, dass das Homeoffice Gesetz von der CDU abgebügelt wird. Weiß jemand warum die das nicht wollen?

    Gefällt 2 Personen

    • also, wie du es sagst, lässt sich nicht alles per homeoffice machen/regeln – das hängt von der tätigkeit ab.
      ich möchte mich nicht auf dauer vom büro-personal isolieren.
      die möglichkeit zum homeoffice finde ich prinzipiell gut, vor allem für bestimmte tätigkeitsbereiche und personengruppen.
      aber muss alles gleich per gesetzt geregelt werden?

      Gefällt 3 Personen

      • Ja, es muss per Gesetz geregelt werden, weil viele Chefs über den klassischen Büroarbeitsplatz Macht und Hierarchie ausdrücken wollen.
        Cool fände ich auch wenn es sogenannte flexible Wohnzimmer Arbeitsplätze gebe. Gebäudekomplexe in der ganzen Stadt wo man seine Arbeit verrichten kann. Wo man auch Menschen von anderen Unternehmen treffen und sich austauschen kann. Wo eine angenehme Atmosphäre herrscht. Wo der Mitarbeiter sich selber entscheiden kann. Heute im Büro in Berlin Mitte oder morgen im Büro Berlin Charlottenburg oder Hamburg oder Dresden oder oder.
        Großraumbüros in Wohnzimmerstyle. Wo man sich auch wohlfühlen.

        Like

      • hm, interessante idee. im ansatz gibt es das, glaube ich, schon. als eine art denkfabriken, wo man progressiv und innovativ voneinander trotz unterschiedlicher tätigkeits- und verantwortungsbereiche lernt.
        hm. hm. für den mainstream-arbeitnehmer und -arbeitgeber jedoch zukunftsmusik. das geltende wirtschaftssystem wird sich dagegen sträuben… weil zu kapitalistisch. darum zuwenig offenheit und kooperation.
        hinzu kommen schwierigkeiten (betr. deutschland) in einem föderalen system mit zu viel bürokratie und regelmentierungs-schwachsinn.

        deine idee ist gut für science fiction… ob sie je umzusetzen ist, bezweifle ich.

        Gefällt 1 Person

      • Warten wir’s ab. Die Menschen wollen Arbeitsplätze wo sie sich wohl fühlen, wo das Arbeitsklima passt. Du schreibst ja selbst, dass es bei dir nicht so harmonisch abläuft wie gewünscht. So geht es glaube ich ganz vielen. Geld ist nicht alles. Man möchte doch auch gerne arbeiten und zwar dort wo man sich wohlfühlt. Die Unternehmen komme da auch noch drauf, pass mal auf. Irgendwann gibt es auch keine machtgeilen Chefs mehr, die die darauf bestehen „ich bin der Chef und du machst was ich will“. Wer auf Hierarchie steht, ist eh kein guter Chef, stimmt’s?

        Gefällt 1 Person

      • der hierarchiegedanke ist leider noch sehr fest verankert in der gesellschaft. viele der beschäftigungsverhältnisse werden nach wie vor über druck/ausbeutung geführt. nur eine gewisse elite an beschäftigten hat anteil an dem, was du dir wünschst – einer art anarchischer unternehmens-kultur.
        geld ist nicht alles – für jene, die genug davon haben.

        Like

      • Ich bin skeptisch was die Zahlen betrifft.
        Wenige Tests – geringe Zahlen
        Viele Tests – höhere Zahlen
        Ist eigentlich logisch, nur wird es jetzt als „Waffe“ genutzt um Maßnahmen durchzusetzen.

        Gefällt 2 Personen

      • Sie sind zu weich gespült, das wird nichts mehr.
        Und wenn du als „Querdenker“ etwas mit Hand und Fuss dagegen bringst wirst du direkt in die falsche Ecke gedrängt oder Mundtot gemacht.

        Gefällt 1 Person

      • Sie hatten/haben halt immer alles.
        Nur Hand auf und schon ist alles da.
        Geschäfte zu – dann halt online shoppen bis zum Umfallen.
        Sie kennen keinen Hunger, warten auf etwas, Verzicht.
        Die Meisten zumindest.

        Like

      • ja. aber: ich bin auch ein kind des wirtschaftswunders (62 geboren), und doch blieb ich kritisch/skeptisch gegenüber der entwicklung dieses geheiligten wirtschaftswachstums, welches angeblich allen menschen auf der welt wohlstand versprach, früher oder später.
        ich spürte sehr früh, dass diese idee des ewigen wachstums falsch war…

        Gefällt 2 Personen

      • Trotzdem war es eine andere Zeit wie es jetzt ist.
        Es war nicht alles sofort verfügbar, es wurde auf etwas hingespart, es wurde nicht ohne Ende konsumiert.
        Wenn ich hier sehe wie alle möglichen nur noch bestellen ohne Ende als gäbe es kein Morgen, nach zwei Mal tragen das Teil in den Müll landet, Ware nur noch kurzlebig hergestellt wird, wird mir schlecht.

        Like

      • eine fürchterliche entwicklung zum gedankenlosen konsum und zur wegwerfgesellschaft. da hast du recht – damals fing das alles erst an. also so richtig. die 68er versagten. sie mussten versagen.
        und schließlich versagte auch der sozialismus, weil er von anfang an falsch/unmenschlich gedacht wurde, und die falschen leute am ruder waren.

        Gefällt 1 Person

      • Und wir werden quasi dazu gezwungen mitzumachen.
        Es wird alles so hergestellt dass es nie lange benutzt werden kann.
        Es zieht sich durch alle Bereiche und Marken.
        So langsam muss ein Umdenken stattfinden.
        Auf Dauer kann es nicht funktionieren.

        Like

      • Hast du auch gehört dass die Reichen durch C. sogar noch profitiert haben?
        Indem sie ihr Geld in die Aktien gelegt haben die durch C. Einen Aufschwung erlebten.
        Pervers Hoch 10.

        Like

      • Ergeht mir manchmal ähnlich.
        Zum Glück sind die hellen Tage in der Überzahl.
        Und ich schaue oft auf die schönen Dinge um den Schlechten keine Macht zu geben.

        Like

      • Fragen über Fragen….
        Warten auf den Tag, an dem alles vorbei ist….
        ….und dazwischen findet das Leben statt.
        Und davon hat man nur eins.

        Like

      • Das könnte stimmen.
        Die meisten Gedichte habe ich allerdings nicht auf meinen Blog, sondern auf einem Gemeinschaftsblog.

        Like

      • gemeinschaftsblog? du meinst, da stehen die richtig „ungeschminkten“ sachen?
        okay, deine sache. ich veröffentlichte zum ersten mal in der leselupe zwischen 2001 und 2006. dort wurde ich von den mods und admins mehrfach herausgeschmissen, weil meine sachen nicht ihren vorstellungen von lyrik entsprachen. prosagedichte waren ihnen suspekt.
        so kam ich zum bloggen durch eine damalige bekannte. sie half mir. seitdem schreibe ich meine gedichte und texte auf meinen blogs. keine admins und selbstherrlichen moderatoren mehr.
        so weit so gut…
        hier bin ich relatv frei. der nachteil ist, dass ich weniger besucher und kommentare auf wordpress habe. besser besucht sind blogs mit kochrezepten.

        Like

      • Ich kam durch andere Blogger dorthin als ich eine Weile mein Gartenblog betrieb.
        Nachdem ich dort wöchentlich ein Gedicht brachte, kam mir die Idee für meinen Zweitblog. Leider schläft der Gemeinschaftsblog so langsam ein.
        Ich habe all meine Gedichte aber auch handschriftlich gesammelt, so gehen sie nicht verloren. Die Gemeinschaft dort war bisher immer ganz angenehm und ich durfte mich recht frei dort bewegen. Ich habe schon überlegt ob ich nach und nach die Gedichte auch in meinen Zweitblog setze, mal sehen.

        Gefällt 1 Person

  2. Nähe hat viele Gesichter, selbst auf Arbeit kann Vertrautheit wachsen. Oder das Gegenteil, alles schon gehabt. Wenn mich mein „schwarzer Vogel“ zu sehr beschäftigt, gehe ich raus. Mal hilft allein schon Licht, Luft und Sonne, mal das Gefühl, unter Menschen zu sein. Sie sind nicht alle oberflächlich und Konsum-geil. Ich fand und finde immer wieder auch andere. Muss mich nur überwinden, meine Höhle zu verlassen.

    Like

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..