Und sonst

Die Serie Magnum mit Tom Selleck ist zurück im Vormittagsprogramm auf NITRO! Ein Schmankerl für meine letzten Urlaubstage. Allerdings wurde der originale Soundtrack ersetzt. Aber gerade dieser tolle Soundtrack prägte die Serie. Okay, Magnum ist auch ohne klasse, aber da sieht man mal, wie sehr die Filmmusik mit einem Film oder einer Serie verwächst. Es fehlt jetzt einfach was.
Bestimmt steckt ein Geld-Ding dahinter, von wegen irgendwelcher Rechte. Was weiß ich. Ich fragte beim Zuschauerservice von NITRO nach – Ob ich eine Antwort erhalten werde?

Necip hat für den Samstag wieder ein Grillfest geplant, mittlerweile das 3. in diesem Sommer. Die kommen gut an, nicht nur bei den Stammis. Allerdings ist fürs Wochenende Regen angesagt. Mal sehen, ob es stattfinden kann. Bei Regen macht es freilich keinen Sinn. Das wäre schade. Necip wünschte sich einen besseren Sommer fürs Geschäft.

Wird wieder Zeit, dass ich den elektrischen Haarschneider aus seinem Etui hole… Es hat was von Rasenmähen auf dem Kopf.

Die Nachrichten schaue/höre ich schon seit einigen Tagen nicht mehr. Ich habe die Schnauze voll von Inzidenzwerten, 3G- und 2G-Regeln, wie viele Bürger inzwischen 1x und 2x geimpft sind. Der Corona-Politik und den Leitmedien zeige ich den Stinkefinger! – FUCK YOU!
Und alle anderen, die glauben, sie wären mit ihrer Impfung auf dem Dampfer der Glückseligen, kann ich nur bedauern.

Ich kaufte mir eine neue Armbanduhr, eine Automatik – nicht ganz billig, aber man gönnt sich ja sonst nichts in Zeiten von Lockdowns und anderer bescheuerter Corona-Regeln. Geliefert wird das gute Stück allerdings erst im September. Ich freue mich drauf!

 

Hundstage

Wie müsste wohl eine Kreatur aussehen, die all den Wahnsinn auf der Welt verkörpert? – Vor Augen habe ich die Monster in H.P. Lovecrafts Erzählungen, unvorstellbare Mixturen des Grauens, die mich durch manche Nacht begleiten.
Ich wache in der grauen Normalität eines Spätsommertages in Berlin auf. Spätsommertag? – Moment mal, wir befinden uns Mitte August in den Hundstagen. Seit vielen Wochen dümpelt der Sommer vor sich hin. Bei Temperaturen um die 20°C und Regenschauern reißt es hier in Deutschland niemanden vom Hocker. Na ja, immer noch besser, als in der Hitze zu versengen, meinte ich zu Necip. Der nickte. In Antalya und an anderen Orten am Mittelmeer hatte es vor einer Woche noch Temperaturen über 40°C. Dazu die verheerenden Waldbrände. Nein, da haben wir es in Berlin wirklich gut, sagte er, und auch vom Hochwasser blieben wir verschont… Nur nicht von der Corona-Idiotie, dachte ich zu Ende. Necip kippte sich eine Brise Schnupftabak auf den Handrücken. Er hatte sich das Schnupfen angewöhnt. Auf seiner Oberlippe blieb eine braune Spur zurück. Er zog ein schmutziges Tempotaschentuch aus dem Hosensack und wischte sich die Nase ab. Ich schaute angewidert weg.
Neben Corona brandete der Klimawandel in den Medien auf. Und wieder bliesen fast alle ins selbe Horn. Und wieder kamen sie mit ihren Zahlen… Die Menschheit hatte es verkackt, wollte es aber nicht akzeptieren. Allerhand Strategien wurden entworfen, mit Hilfe derer man das Schlimmste abwenden wollte. Klaus Schwab und einige andere Strippenzieher wussten längst, dass es viel mehr brauchte.
Ich sah die Verkörperung des menschlichen Wahnsinns aus den Tiefen des Ozeans auftauchen, tausendmal gewaltiger als Godzilla. Vor unserem Ende sollten wir unseres eigenen Wahnsinns angesichtig werden… Necip hatte sich bereits die nächste Brise Schnupftabak auf seinen Handrücken gekippt. Ich nahm einen großen Schluck meines Pils. Der Brunnen plätscherte angenehm im Hintergrund. Ein paar junge Araber lungerten um den Kiosk gegenüber herum. Ein Zwerg lief vorbei. Dahinter eine alte Frau mit Rollator. Eine Fixerin huschte in den Schankraum. Sie wollte schnell noch zur Toilette.

Wahrheit in der Krise

Schwer zu sagen, wie viel uns Ottonormalbürgern von Politik, Hochfinanz und Wirtschaft an Informationen bewusst vorenthalten wird. Wir sehen nicht, was sich hinter den Kulissen abspielt. Bisher durften wir aber wenigstens darauf vertrauen (wenigstens hoffen), dass die ein oder anderen Vertuschungen und Lügen in den Medien aufgedeckt wurden. Die sogenannte vierte Gewalt im Staat als gesellschaftliches Korrektiv. Dass man Politikern und Wirtschaftsbossen nicht unbedingt trauen kann, ist systembedingt. Aber nun, spätestens seit Corona, habe ich auch das Vertrauen in unsere Medien und den seriösen Journalismus verloren. Natürlich war ich nie so naiv, alles zu glauben, was im Blätterwald so geschrieben steht, insbesondere in der Regenbogenpresse und in der BILD.
Jetzt in der Krise treten die Verflechtungen zwischen Politik und Medien klarer zutage als je zuvor. Kritisch-investigativer Journalismus wird unterdrückt, erhält keine Plattform. Corona-Kritiker werden nicht in Talk-Shows und zu Diskussionen eingeladen – sie werden diffamiert ohne die Gelegenheit zur Widersprache. Wer in den Redaktionen aufmuckt, kann sich einen neuen Job suchen. Ein solch negatives Framing unangenehmer Meinungen, eine solche Unterdrückung kritischer Stimmen gab es nicht mehr seit Ende des Naziregimes – jedenfalls nicht in dem Teil Deutschlands, in dem ich aufwuchs. Ehemalige DDR-Bürger haben selbstverständlich lebensgeschichtlich einen anderen Blick auf Werte wie Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit… Es muss ihnen gespenstisch vorkommen, sich 2020/21 in einem Staat wiederzufinden, der Grundrechte zurücknimmt, die Polizei auf friedliche Demonstranten hetzt und seinen Bürgern mit Repressalien droht, wenn sie nicht schön artig sind – gibt es da vielleicht Parallelen zur guten alten DDR?

Die Krise erlebe ich als ein ungeheures Informations-Desaster. Der mündige, aufgeklärte Bürger ist politisch unerwünscht. Der gesunde Menschenverstand wurde weggeschlossen. Stattdessen Angst, Hetze, Propaganda. Gäbe es kein Corona-Virus, würde man was anderes aus dem Hut zaubern.

Impfpflicht für mehr Freiheit

war das Thema des heutigen Presseclubs im öffentlich-rechtlichen TV… Ich bin geschockt!
Ich bin geschockt über die Aussagen der Teilnehmer, also der anwesenden Journalisten, die alle ins Horn des Corona-Narratives der Regierung bliesen. Ich bin schockiert von ihrer einseitigen Argumentation und Sichtweise… Mir fehlen die Worte.
Ebenso schockierend waren die Anmerkungen der Anrufer in der Viertelstunde „Presseclub nachgefragt“. Natürlich ließ man keine Kritiker zu Wort kommen.
Auch wenn mir mein Verstand sagt, dass in dieser Sendung nur ein Ausschnitt der öffentlichen Meinung abgebildet wurde… Impfgegner ausschließlich als Spinner oder uninformierte/unaufgeklärte Subjekte darzustellen, ist ein Unding!! Diese journalistischen Totalausfälle redeten, als ob es keine anderen medizinischen/wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fakten gäbe.
Ich muss tief durchatmen… Ich fühle mich persönlich diskreditiert. Ich bin geschockt… Ich bin wütend! Es kann doch nicht sein, dass die Mehrheit der Gesellschaft aus Arschlöchern besteht – oder?!

Wo führt das hin?

Und bist du nicht willig, so brauch` ich Gewalt – so lesen sich inzwischen viele Impfaufrufe zumindest indirekt. Abgesondert werden sie von hochrangigen Politikern und anderen, die sich im Rahmen der Impfkampagne bemüßigt sehen, gegen die Impfunwilligen Stimmung zu machen. Eifrig wird auch wieder an der Corona-Angstmache gearbeitet – die nächste Welle ist beschlossene Sache. Und ich weiß jetzt schon, wen man für die steigenden Inzidenzen verantwortlich machen wird – Leute wie mich, die sich trotz aller Anreize und Mahnungen nicht pieksen lassen. Wir werden öffentlich an den Pranger gestellt und mit Dreck beworfen, während die Scharfmacher ihre Hände in Unschuld waschen. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht ausartet…, dass ein kleiner Rest Aufklärungsgedanke die Menschen zur Vernunft bringt.
Ich bin kein ängstlicher Typ, aber einige Aussagen von Landesfürsten und anderen Obrigkeiten bereiten mir Magengrummeln. Unglaublich – die Hemmungen fallen zunehmend. Solcherlei geäußerte Menschenverachtung halte ich für abgrundtief böse. Wir steuern auf eine Art Apartheid von Geimpften und Ungeimpften zu. Über Verhältnismäßigkeit redet schon lange niemand mehr. Das Corona-Narrativ hat sich verselbstständigt – es braucht keine Rechtfertigung mehr. Es heißt nur noch: Auf welcher Seite stehst du?

Der Irrsinn hat Methode

Sie können es nicht lassen. Seit vielen Monaten. Die Medien füttern uns mit Todeszahlen im Zusammenhang mit Corona. In keiner Nachrichtensendung darf fehlen, wie viele Menschen an oder mit Corona starben. Selbst wenn es nur wenige sind. Wir sollen es ständig hören: Corona ist noch nicht vorbei! Es sterben täglich Menschen an dem Virus! Seid brav und lasst euch impfen!
In keinen Nachrichten hören wir, wie viele Menschen tagtäglich im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen sterben. Man könnte meinen, es gäbe auf diesem Planeten nur noch Corona. Niemand erzählt uns, wie viele Menschen täglich im Straßenverkehr zu Tode kommen oder Gewaltverbrechen zum Opfer fallen. Es existieren ausschließlich Corona-Tote… Doch halt! – Eine wirkliche Katastrophe drängte die Corona-Berichterstattung an den Rand… Kurzfristig.

 

Heil Corona!

Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine Mutter vor Angst, sie könne Brustkrebs haben, fast verrückt wurde. Damals schrieben alle Blätter über die Krebsgefahr. Irgendwann wurde es ruhiger darum.
Ich erinnere mich noch gut daran, als alle über Aids sprachen, und wie HIV-positive Menschen ausgegrenzt und geächtet wurden. Irgendwann wurde es ruhiger darum.
Ich erinnere mich gut an die multiresistenten Krankenhauskeime, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Immer mal wieder wird vor ihnen gewarnt. Und dann wird es wieder ruhiger um diese Gefahr – es geschieht in Wellen.
Ich erinnere mich noch gut an Schweine- und Vogelgrippe. Die übliche Angstkampagne wurde gestartet. Doch man hatte sich wohl verrechnet. Es wurde schnell ruhiger darum.
Ich erinnere mich gut daran, als es 2020 mit Corona losging. Seitdem gibt es kaum noch ein anderes Thema. Die Freiheitsrechte der Bürger wurden eingeschränkt. Die mediale Angstmaschine läuft auf Hochtouren. Man glaubt an die Rettung durch den „Pieks“. Währenddessen wird weiterhin an Krebs, Aids und anderen Krankheiten gestorben. Währenddessen passieren Kriege und Katastrophen. Währenddessen werden Menschen bedroht, weggesperrt und gefoltert, bloß weil sie den Herrschenden widersprechen. Währenddessen vergiften wir weiter die Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage… Doch wen interessiert`s? – wir haben jetzt Corona auf immer und ewig!

EM-Eröffnungsspiel, Kupferkanne und Corona

Mein Wochenendeinläutbier (prima Wortschöpfung der Bloggerin noch1glaswein) genoss ich vor der Kupferkanne. Necip, der Wirt, hatte den Radius seines Außenbereichs aus gegebenem Anlass ausgebaut und einen großen TV auf einem Stehtisch platziert. Alles sollte für das EM-Eröffnungsspiel Italien – Türkei am Abend bereit sein. Seine Frau und Tochter waren auch zugegen, um bei der Bedienung der erwarteten Fußballfans mitzuhelfen. Ich war viel zu müde, um bis zum Spiel, das erst 21 Uhr angepfiffen wurde, durchzuhalten. Rose, Necips Frau, setzte sich zu mir an den Tisch. Seit letztem Oktober, als die Gastronomie wieder schließen musste, hatten wir nicht mehr miteinander geredet. Rose hatte vor kurzem ihre zweite Impfung, die sie gar nicht gut vertrug, bekommen. Eigentlich sei sie der Impfung auch skeptisch gegenüber eingestellt, erzählte sie, doch schließlich habe sie dem Druck nachgegeben. In der Gastronomie komme man um eine Impfung nicht herum, sie könne aber meine Bedenken gegenüber der Impfung gut verstehen. Nun ginge es darum, mit der Kupferkanne wieder auf die Füße zu kommen. Eigentlich wollten sie sich langsam aus dem Geschäft zurückziehen, die Kupferkanne an jüngere Leute übergeben – Corona warf ihre Pläne über den Haufen. Wir plauderten noch eine Weile über Sinn und Unsinn der Lockdowns und die resultierenden Schäden für Land und Leute. Das sei alles noch gar nicht abzusehen, meinten Rose und ich.

Das Fußballspiel verfolgte ich zuhause im Bett. Die Türken verteidigten ihren Kasten tapfer, so dass es trotz spielerischer Überlegenheit der Italiener zur Pause noch 0 : 0 stand. Vor der Kupferkanne ging es bestimmt heiß her. Schließlich knickten die Türken vor den übermächtig aufspielenden Italienern ein und verloren 0 : 3. Ein gutes Spiel – und für Rose und Necip endlich mal wieder ein gutes Geschäft.

   

Will man die Gastronomie zugrunde richten?

Der Wirt schimpfte über die Regierung, monierte u.a., dass er nicht verstehe, warum sich die Menschen für die Außengastronomie freitesten müssen, währenddessen viele hundert Menschen in den Parks ungetestet aufeinander hocken. Will man die Gastronomie in Deutschland zugrunde richten?
Ich musste an seine Worte denken, als ich gestern im Park mein Bier trank. Er konnte einem echt leidtun, hatte er doch stets alles Mögliche getan, um die Hygienevorgaben zu erfüllen.
Inzwischen schießen die Testzentren in Berlin wie Pilze aus dem Boden, wobei nicht alle lautere Geschäftspraktiken verfolgen. Dem Betrug wird durch die derzeitigen Bestimmungen Vorschub geleistet.
Die Sonne hatte mich in den Park gelockt. Vor der Kupferkanne sitzt man nachmittags im Schatten. Auch gebe ich offen zu, dass ich keinen Bock auf den Test hatte. Ich tankte Vitamin-D und erfreute mich an der Vitalität und Ausgelassenheit in meinem Blickfeld. Um dem Corona-Irrsinn zu entfliehen, ist der Park (neben der eigenen Wohnhöhle) der beste Ort.

Was hatte ihn nur so wütend gemacht?

Ich fläzte mich auf die Couch. Im TV lief die alte Serie „Ein Colt für alle Fälle“. Das war schon in meiner Jugend eine meiner Lieblingsserien. Nicht nur wegen der Stunts, sondern auch wegen dem Charme Colt Seavers, den sexy Ladies und dem damaligen Zeitgeist. Schön, wenn die Bösewichte am Ende ordentlich was auf die Mütze kriegten. Auch nicht übel: „Das A-Team“. Die waren Helden ganz nach meinem Geschmack.
Colt Seavers hing gerade an der Kufe eines Hubschraubers, als ich ein Donnergrollen von draußen vernahm. Ich blinzelte zum Fenster. Nach Gewitter sah es nicht aus. Es konnte auch von der nahen Baustelle stammen. Vielleicht wurde ein Kipplaster mit Bauschutt beladen oder ähnliches. Colt Seavers ließ sich auf die Ladefläche eines Pickups fallen. Das Donnergrollen kam näher. Was ging da draußen vor sich? Wer oder was störte meine Kreise? Ich bemühte mich in die Senkrechte und bewegte mich zum Fenster. Was ich sah, ließ meinen Puls sogleich in die Höhe schnellen. Menschen flüchteten in Panik vom nahen Park kommend die Straße entlang. Ein PKW flog durch die Luft und landete krachend auf dem Dach eines anderen. Die Fensterscheiben zitterten. Fuck! – Fuck! – Fuck! Das war kein Film! Plötzlich tauchte vor mir die riesige grüne Fratze eines Monsters auf. Einen Moment lang blickten wir uns in die Augen, nur von der Glasscheibe getrennt…
Keine Ahnung, wie lange ich starr vor Schreck ausgeharrt hatte, als mich die Türklingel schlagartig zurück in die Realität holte. Das Monster war von der Bildfläche verschwunden. Vielleicht benötigte einer der Flüchtenden Hilfe.

„Gewähren Sie mir bitte kurz Unterschlupf?!“
„Aber sicher, kommen Sie herein“, antwortete ich verdattert. Eine nur noch in Fetzen gehüllte Person trat ein.
„Mamma Mia! Was ist da draußen los!“ rief ich aufgeregt, während ich die Person ins Wohnzimmer führte, „Sind Sie verletzt?!“
„Nein“, lächelte die Person gequält, „ich bin nur völlig erschöpft.“
„Setzen Sie sich doch. Nur keine falsche Scham.“
Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Die Lage hatte sich offenbar beruhigt, und ich widmete mich meinem Gast. Die Person war männlich, etwa vierzig Jahre alt. Trotz des desolaten Zustands der Kleidung erkannte ich, dass ich keinen Penner vor mir hatte. Der Typ sah mindestens so gut und intelligent aus wie Colt Seavers.
„Eine meiner Lieblingsserien“, meldete sich mein Gast.
„Was? Ach so! Soll ich den Fernseher ausschalten?“
„Nicht nötig. Aber wenn ich vielleicht ein kurzes Nickerchen auf Ihrer Couch einlegen könnte.“
„Und Sie sind sicher, dass Sie sonst keine Hilfe brauchen?“
„Nein. Wirklich nicht. Danke.“

Innerlich viel zu aufgewühlt, um irgendeiner TV-Serie noch folgen zu wollen, stellte ich die Flimmerkiste ab. Mein Gast war fast augenblicklich nach seinen letzten Worten in einen tiefen Schlaf gefallen. Auf der Straße tummelten sich eine Menge Polizei und Rettungskräfte. Vor meinem geistigen Auge tauchte immer wieder die grüne Fratze des Monsters auf… Vielleicht gab es bereits Nachrichten im Internet zu dem Vorfall. Mit einem Drink setzte ich mich an den Schreibtisch und fuhr den Computer hoch.

Als mein Gast wieder zu sich kam, dämmerte es bereits. Ich hatte inzwischen einige Drinks intus. Wenn stimmte, was ich vermutete, kam es auf einen Drink mehr oder weniger nicht an.

„Gut geschlafen?“
„Ich bin Ihnen für Ihre Gastfreundschaft sehr dankbar, Mr.…?“
„Brasko… Und Sie sind der Hulk!“ platzte es aus mir heraus.
Mein Gast zuckte zusammen, sammelte sich aber gleich wieder.
„Mr. Brasko, der Hulk ist eine Comic-Figur!“
„Stimmt, ich wollte es anfangs auch nicht glauben. Aber bloß, weil etwas zu absurd erscheint, um wahr zu sein, kann man doch nicht seine Wahrnehmungen beiseite wischen. Ich weiß, was ich sah. Und auch einige Videos im Internet zeigen eindeutig eine Kreatur, die wie der Hulk aussieht!“
„Im Internet werden Ihnen viele Märchen erzählt von Ufos und grünen Männchen…“, mein Gast lachte mich an, „Sie dürfen nicht alles glauben, was Ihnen irgendwelche Videos zeigen.“
„Stimmt, aber ich sah ihm direkt in die Augen! Hier am Fenster – nie werde ich diese Monsterfratze vergessen!“
„Ihre Fantasie geht mit Ihnen durch, Mr. Brasko.“
„Schön, dann erzählen Sie mir Ihre Version der Vorfälle.“
„Mir fehlt jegliche Erinnerung daran. Es tut mir leid. Ich will Ihnen auch nicht länger zur Last fallen. Wenn Sie mir bitte mit ein paar Kleidungsstücken aushelfen könnten. Es ist mir peinlich.“
„Okay, Mr. Hulk. Ich weiß, was ich sah. Aber ich bin kein Unmensch.“

Nachdem mein Gast gegangen war, grübelte ich noch lange über das Erlebte. Hätte ich die Polizei rufen sollen? Quark. Die hätten mich ausgelacht, wenn ich ihnen mit meiner Hulk-Story gekommen wäre. Außerdem finde ich den Hulk gar nicht so übel – obwohl nicht mein Lieblingssuperheld. Habe ich überhaupt einen Lieblingssuperhelden? … Am ehesten noch Spiderman. Aber sympathischer sind mir Helden, die es auch eine Nummer kleiner machen – wie Colt Seavers oder das A-Team.
Was hatte meinen Gast nur so wütend gemacht, dass in ihm der Hulk ausbrach? Irgendwer muss ihn dumm angemacht haben. Also so richtig! In Corona-Zeiten könnte ich mir einige Situationen vorstellen: War er ohne Maske erwischt worden? – Oder ohne Test? – Oder noch ungeimpft?!