Streiflichter

Die Delegierten wählen den neuen CDU-Vorsitzenden auf ihrem ersten digitalen Parteitag. Ganz auf Linie in Corona-Zeiten. Röttgen, Laschet oder Merz? – Armes Deutschland, wenn ich mir vorstelle, dass vielleicht einer dieser drei Hansel nächster Bundeskanzler wird.

Es schneit leicht (seit Tagen) in Berlin. Die Kulisse bewegungslos in Grau- und Brauntönen. Geahnt kalt. Ich kann nicht mehr sagen, ich hätte in diesem Winter keinen Schnee gesehen. Sowieso auf Bildern.

Meine Hausbank informierte mich, dass sie ab nächste Woche den Minuszins einführt. Tja, da werde ich mein Guthaben wohl auf mehrere Banken verteilen müssen… oder die Bank wechseln. (Fickt euch!)

Der selbstgefällige Söder auf seinem bajuwarischen Thron spuckt große Töne. Man kann sich vor Politpossen kaum retten. Und alle rufen: „Söder for Kanzler!“

Wenn es doch eine Impfung gegen den Corona-Wahn gäbe! Am Besten als Kombi-Impfung: mit dabei Wirkstoffe gegen Rassismus, Gier und Größenwahn. Ich empfehle eine Impfpflicht!

Gut, dass mir (noch) keine Haare aus den Ohren wachsen. Es muss nicht alles passieren, was passieren kann. Dasselbe gilt für den Weltuntergang.

Eine Schwäche von mir: das philosophische Schwafeln (hoffentlich besser als Habeck). Heute will ich mich darin bewusst zügeln. Am Ende denken meine Leser, ich hätte sie nicht mehr alle beieinander.

Gerade läuft auf meinem Lieblingsblues-Sender der fantastische Song „Why Can`t We Live Together“ von Timmy Thomas (aus dem Jahre 1973).

Ich ende.


Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul? — Dass ich dich besser fressen kann!

Liebe Leute, wir leben in Zeiten, wo man nicht mehr weiß, was man glauben soll. Am besten zwischendurch den Kopf ausschalten und aufs Bauchhirn hören. So gehe jedenfalls ich vor, wenn ich mit der Informationsflut überfordert bin, wenn sich zu viele Widersprüche ergeben, wenn mein Verstand an seine Grenzen gerät, wenn Lüge und Wahrheit kaum aufzudröseln sind… Allgemein ziehe ich mein Bauchhirn bei der Einschätzung von Menschen zu Rate. Wem kann ich vertrauen, wem besser nicht? Wer hegt eventuell böse Absichten? Das ist oft nicht ganz einfach zu sehen. Wie Rotkäppchen im Märchen lässt man sich allzu leicht täuschen. Mit meinem Bauchgefühl lag ich oft richtig. Wenn mein Bauch „Vorsicht!“ ruft, sollte ich es nicht ignorieren. Leichtsinnigerweise langte ich dann doch ein paarmal ins Fettnäpfchen. Verführbar bin ich besonders in der Liebe…
Am Besten komme ich durch den Tag, wenn Kopf und Bauch interagieren – wie zwei Seiten ein und derselben Medaille. Zum Beispiel beim Schreiben meiner Texte. Oder in der Kommunikation mit Mitmenschen.
Zurzeit erleben Kopf und Bauch schwierige Zeiten. Wie gefährlich ist Covid-19? Sind all die Freiheitseinschränkungen verhältnismäßig? Ist die Impfung der heilige Gral?
Da ich nicht von Hause aus autoritätsgläubig bin, folge ich nicht automatisch den Erklärungen der Regierenden. Die können ja sonst was behaupten. Wir wissen aus Erfahrung, dass sie nicht immer ehrlich zur Bevölkerung sind. Ein natürliches Misstrauen gegenüber den Agitatoren aus der Politik erscheint mir angebracht. Dasselbe gilt gegenüber den Wirtschaftsmagnaten. Und was die Medizin und den Wissenschaftsbetrieb angeht: Als ein Mensch, der seit Jahrzehnten im Gesundheitssystem arbeitet, verlor ich beim Blick hinter die Kulissen einiges an Vertrauen gegenüber Ärzten und medizinischen Koryphäen… (eigentlich dem gesamten System). Auf der anderen Seite weiß ich freilich, dass es eine Menge Gutes in der Medizin gibt. Die Fortschritte zum Wohle der Menschheit sind unleugbar. Götter in Weiß sind die Mediziner aber nicht (sind sie nie gewesen!), obwohl sich noch einige in dieser Rolle gefallen. Eitelkeiten und Gier beherrschen nicht nur uns Normal-Doofis, sondern auch die Eliten der Gesellschaft. Diese sogar in besonderem Maße, sagt mir mein Bauchgefühl.
Nein, ich schreibe hier nicht von meiner ganz persönlichen Verschwörungstheorie. Es geht mir um ein gesundes Misstrauen… Liebe Leute, seid wachsam!

     

Vom geistigen Abstand halten

Das neue Jahr fing an, wie das alte aufhörte. Mehr oder weniger. Für mich privat und im Job.
Die Hühner wie immer fleißig am Gackern und Dokumentieren. Zu fleißig für meinen Geschmack. Ich komme nicht immer hinterher. Ich will auch gar nicht hinterherkommen. Anrufe wie „Können wir Dir etwas abnehmen?“ nerven mich. Ich hasste schon immer den Wettbewerb. Das Hervorgetue ist nicht meine Welt. Am Schlimmsten fand ich es in der Altenpflege. Wie abscheulich, damit anzugeben, wie viele Bewohner(innen) man bis zum Frühstück schaffte. Ich konnte da nie mithalten. Wurde halt hinter meinem Rücken getuschelt. Scheiß drauf! Es waren ja nicht alle so arschgeigenhaft drauf. Irgendwie brachte ich es hin, dass man mich meist in Ruhe ließ. Einige dagegen bekamen die volle Breitseite des kollegialen Unmuts ab, – wurden z.B. bei der Pflegedienstleitung angeschwärzt im Sinne von: „Wir sehen nicht ein, dass wir für diese Schlaftablette mitarbeiten“. Ich fand so was immer extrem mies… Von den Rädelsführern hielt ich geflissentlich Abstand.
Solch niederträchtiges menschliches Verhalten begegnete mir nicht nur in Schule und Beruf, sondern auch im Privaten. Ich gehe so weit zu sagen, dass alle Bereiche menschlichen bzw. gesellschaftlichen Lebens durchseucht sind von solch kleingeistigen Umtrieben. Mehr oder weniger. Man muss nur mal in den jetzigen Corona-Zeiten genau hinschauen… Ehrlich, ich mache mir mehr Sorgen um den gesellschaftlichen Frieden als um Covid-19.

 

Im Corona-Knast

Ich vermisse das Bier in der Kneipe
Ich vermisse die Intimität mit dem anderen Geschlecht
Ich vermisse das Reisen

Von Risikogebieten umgeben
Kneipen und Laufhäuser seit Monaten
Geschlossen
Bleiben nur
Wichsen und Trinken
Zuhause
Dazu Homeoffice in Unterhosen
Bis zur Vergasung

Wenn das noch lange so weitergeht
Entwickle ich eine homoerotische Beziehung
Zu Meinem Kühlschrank


Es schneit!

… Kinder, es schneit! Hier in Berlin ist es leider noch etwas zu warm, als dass es liegenbliebe. Ich kann mich kaum vom Fenster losreißen. Der Himmel sieht so aus, als würde noch einiges in ihm stecken…
Morgen ist dann endgültig das ganze Weihnachts-Jahresend- Silvester- und Neujahrsgedöns vorbei. Die Welt dreht sich weiter in einer inzwischen weitgehend etablierten Corona-Normalität: jeden Tag neue Zahlen, politische, gesellschaftliche und medizinische Einschätzungen, Homeoffice, die Fortsetzung des Lockdowns, Corona-Aussichten… Tagtäglich werden wir vom kürzlich angelaufenen deutschlandweiten Impfgeschehen hören, knüpfen sich doch so viele Hoffnungen daran. Leider fehlt es bisher am nötigen Durchblick, um zu sagen, wohin die Reise in den nächsten Monaten gehen wird.

Der Blick aus dem Fenster zeigt: Es schneit gemächlich vor sich hin. Die geparkten Autos tragen inzwischen weiße Hauben. Wenige eingemummelte Spaziergänger huschen über das Pflaster. Ich hocke in der warmen Bude und setze mein Nichtstun der letzten Tage fort… Zum Wochenanfang dann zurück ins Büro – den Hühnern ein frohes Neues wünschen… und ein paar Stunden mit der Tätigkeit verbringen, die mein Job ist. Muss sein.

  

Macht ihr erstmal

Dass bereits in den Medien diskutiert wird, ob Geimpfte gegenüber Ungeimpften Vorteile beim Reisen, – allgemein Vorteile im öffentlichen Leben bekommen sollen, finde ich völlig verfehlt. Grausam, wie sich die Maulhelden unserer Gesellschaft bei diesem Thema die Klinke in die Hand geben. Es wäre fatal, wenn durch die Hintertüre ein indirekter Impfzwang eingeführt würde, indem man den Menschen, die sich lieber nicht impfen lassen wollen, krasse Nachteile in Aussicht stellt… Und wieder wird von Regierungsseite mit klaren Worten gespart, stattdessen tumbe Propaganda und Herumgeeiere. Seit Beginn der Pandemie wird mit den Ängsten der Menschen gespielt, als wären wir allesamt Teil eines riesigen gesellschaftlichen Experiments, und der Experimentator schaut mal, wie weit er gehen kann… Meinungen werden manipuliert, Grundrechte ausgehebelt und Menschen aufeinandergehetzt. Es wird nur die eine Wahrheit zugelassen, ein Diskurs über (z.B. medizinische) Sichtweisen, Strategien und Maßnahmen ausgebremst, Menschen mit einer kritischen Haltung gegenüber der Corona-Politik werden diffamiert und ausgegrenzt. All das sei zu unserem Besten. Hinsichtlich des nun zugelassenen Impfstoffs wird von einem Segen gesprochen – ein Ende der Einschränkungen sei in Sicht – aber nur, wenn sich möglichst viele brav impfen lassen. Mal ganz davon abgesehen, ob die Impfung tatsächlich hält, was sie verspricht, welche schädlichen Langzeitwirkungen sie evtl. mit sich bringt, ist es in meinen Augen ein Unding, den Bürger dieserart zur Teilnahme an der Impfung zu erpressen. Ebenso amoralisch und in höchstem Maße pädagogisch miserabel ist es, wenn man als Eltern seinem Kind sagt: „Wenn du nicht artig bist, fällt das Weihnachtsgeschenk aus.“ Und dieselben (Fach-)Leute und Politiker reden von geistiger Aufklärung und dem Vertrauen in die Wissenschaft… Ich frage mich: Ist es so schlecht bestellt um unsere Wissenschaft? Oder sind das die Auswirkungen von Fachidiotie und Elfenbeinturm?

Ich fühle mich äußerst unwohl in der Haut des Versuchskaninchens. Was habe ich nicht alles schon in meinem Leben über mich ergehen lassen… War alles zu meinem Besten? Doof halt, wenn man keine Alternative hat. So waren Schule und Wehrpflicht Gesetz. Gesellschaftliche Zwänge müssen jedoch nicht immer per Gesetz geregelt sein. Man wird in Brauchtum und Konventionen hineingeboren. Gefragt wird man nicht – es ist halt so, es gehört sich so, Bub.
Aus dem Buben wurde ein Mann, und der will weder Herdentier noch Versuchskaninchen sein! Darum sage ich (vorerst): Steckt euch eure Impfung sonst wohin!


Unter Viren

Der Mensch sollte sich mit Viren gut auskennen, denn er selbst ist eine Art Virus auf der Erde. Innert der letzten 200 Jahre verachtfachte sich die Weltbevölkerung. Dummerweise gibt`s für unseren „geliebten“ Planeten weder eine Intensivstation noch eine Impfung. Unsere Mitgeschöpfe im Tier- und Pflanzenreich werden zunehmend verdrängt und ausgebeutet. Wir Menschen brachten unsägliches Leid über die Erde. Wir machen in Kriegen nicht einmal vor uns selber halt. Es sträuben sich mir regelmäßig die Haare, wenn wir uns als intelligente Lebensform selbstbeweihräuchern oder als die Krönung der Schöpfung bezeichnen. Feiern wir also auch im Corona-Jahr 2020 brav Weihnachten, fressen uns voll und sprechen vom „Fest der Liebe“… Rülps! – So soll es sein.
Es gibt Tage, an denen denke ich: Schade, dass Covid-19 relativ harmlos ist… Bitte nicht falsch verstehen. Ich wünsche niemandem den Tod. Aber unserer Erde täte eine Dezimierung der Viruslast Mensch ganz gut. Wir denken immer nur an uns. Unglaublich, wie rücksichtslos wir auf diesem Planeten agieren – der Vergleich mit Viren, die einen Organismus befallen, ist nicht von der Hand zu weisen.
Es erstaunt mich, wie willfährig die meisten unter uns seit Monaten in den Tenor der Corona-Maßnahmen einstimmen. Dabei geht es um nichts Geringeres als um ziemlich herbe Einschränkungen der Grundrechte, um eine zunehmende Überwachung bis hin in den privaten Bereich… Sehr viele Menschen leiden durch die restriktiven Corona-Maßnahmen wirtschaftlich und menschlich Not… Okay, die Gesundheit steht über allem, und natürlich ist es erste Bürgerpflicht, sich solidarisch mit den Schwachen, Kranken und Alten zu zeigen, welche durch das Virus besonders bedroht sind… (Lach!)* Wie kommt das?!? – Sind wir in Corona-Zeiten plötzlich zu besseren Menschen mutiert??
Dann bitte weiter so, wenn es um den Schutz der Tiere und Pflanzen geht! Dann bitte weiter so, wenn es um die Bewahrung der Schöpfung auf dem Planeten Erde geht! Dann bitte weiter so bei der Ächtung von Krieg und Gewalt! Schluss mit Ausbeutung und sozialer Ungerechtigkeit!
Endlich nehmen wir Menschen uns kollektiv zurück, finden zu einer neuen Demut und leben mit der Natur in Einklang…

Hach! – was trinke ich eigentlich da!? – Haut gut rein, das Gesöff!



* Nach 30 Jahren in der Altenpflege musste ich an dieser Stelle einfach laut in mich hinein lachen – Weinen geht nicht mehr.

Betr. heutige Pressekonferenz zur Corona-Lage

Der Ernst der jetzigen Lage sei der Sorglosigkeit einiger Menschen zu verdanken, meinte RKI-Chef Wieler in der heutigen Pressekonferenz zur Corona-Lage. (Was für eine scheiß Aussage ist denn das!?!!) Indirekt machte Wieler in seinem Redebeitrag die „sorglosen“ Bürger unter uns für die Zunahme der Corona bedingten Sterbefälle verantwortlich, im Besonderen in Alten- und Pflegeeinrichtungen… Natürlich kein Wort darüber, wen er mit den „einigen sorglosen“ meint. Kein Wort über die eigenen Versäumnisse, als hätte das RKI die Weisheit gepachtet, als hätte die Regierung in der Pandemie immer richtig gehandelt. Die Schuldigen lassen sich besser diffus als eine Gruppe der „Sorglosen“ benennen. Vielen Dank, Herr Wieler, für Ihre weisen Worte. Sie retten meinen Tag. Statt nach meinem Feierabend vorm TV abzuhängen, brachten Sie mich derart in Rage, dass ich mir erstmal Luft machen musste!

Wenn das Pub geöffnet hätte, würde ich mir heute ordentlich einen hinter die Binde gießen…, zumal ich morgen Urlaub habe… Zuhause will ich mir lieber nicht die Kante geben. Am Ende saufe ich mich ins Koma und keiner kriegt`s mit.

Prost!


Nun also bis 10. Januar

Fuck! Ich werde für meine Berliner Lieblingskneipen beten… Ich weiß, es gibt diesen gutherzigen alten Mann mit dem langen weißen Bart nicht. Da ist niemand im Himmel außer den Sternen und Nebeln. Ein paar Aliens flitzen da noch herum, trinken Bier und spielen Skat. „Skol!“ rufe ich ihnen zu, „braucht Ihr `nen vierten Mann?“
Corona macht mich krank, ohne dass ich Corona habe. Dazu noch Weihnachten, das mich alljährlich krank macht. Man kann sich das wie eine Allergie vorstellen… Hatschi! Ich muss nur dran denken, und schon kriege ich einen Niesanfall. Besser das Thema wechseln.
Mal die Bude durchlüften. Luft mit Kühlschranktemperatur strömt sofort herein. Ich nehme ein paar tiefe Züge. Guter Stoff!
Ich komme mir vor wie im eigenen Mini-Altenheim – Bewohner und Pfleger in einer Person. Das ist nicht witzig. Trotzdem darf gelacht werden.

„Was steht an?“ frage ich den Pfleger.
„Erstmal Duschen und Zähneputzen, Alter.“
„Muss das sein?“
„Na klar, oder willst Du stinken wie ein Otter?“
„Wen kümmert`s?“
„Na mich, Du Depp, es ist mein Job, dass ich mich um Deine Grundversorgung kümmere.“
„Scheiß Job.“
„Das kannst Du laut sagen, Alter.“
„Willst`n Bier?“
„Nicht jetzt. Später vielleicht.“
„Ich verpetz Dich auch nicht.“
„Ich lass mich nicht bestechen. Nicht von so`nem alten Sack.“
„Hey, hey Bürschchen, nicht unverschämt werden!“
„Los jetzt, hoch mit dir – ins Badezimmer!“
„Ein alter Mann ist kein D-Zug…“
„Lass die Sprüche!“
„Arsch!“