EM-Eröffnungsspiel, Kupferkanne und Corona

Mein Wochenendeinläutbier (prima Wortschöpfung der Bloggerin noch1glaswein) genoss ich vor der Kupferkanne. Necip, der Wirt, hatte den Radius seines Außenbereichs aus gegebenem Anlass ausgebaut und einen großen TV auf einer Art Kommode platziert. Alles sollte für das EM-Eröffnungsspiel Italien – Türkei am Abend bereit sein. Seine Frau und Tochter waren auch zugegen, um bei der Bedienung der erwarteten Fußballfans mitzuhelfen. Ich war viel zu müde, um bis zum Spiel, das erst 21 Uhr angepfiffen wurde, durchzuhalten. Rose, Necips Frau, setzte sich zu mir an den Tisch. Seit letztem Oktober, als die Gastronomie wieder schließen musste, hatten wir nicht mehr miteinander geredet. Rose hatte vor kurzem ihre zweite Impfung, die sie gar nicht gut vertrug, bekommen. Eigentlich sei sie der Impfung auch skeptisch gegenüber eingestellt, erzählte sie, doch schließlich habe sie dem Druck nachgegeben. In der Gastronomie komme man um eine Impfung nicht herum, sie könne aber meine Bedenken gegenüber der Impfung gut verstehen. Nun ginge es darum, mit der Kupferkanne wieder auf die Füße zu kommen. Eigentlich wollten sie sich langsam aus dem Geschäft zurückziehen, die Kupferkanne an jüngere Leute übergeben – Corona warf ihre Pläne über den Haufen. Wir plauderten noch eine Weile über Sinn und Unsinn der Lockdowns und die resultierenden Schäden für Land und Leute. Das sei alles noch gar nicht abzusehen, meinten Rose und ich.

Das Fußballspiel verfolgte ich zuhause im Bett. Die Türken verteidigten ihren Kasten tapfer, so dass es trotz spielerischer Überlegenheit der Italiener zur Pause noch 0 : 0 stand. Vor der Kupferkanne ging es bestimmt heiß her. Schließlich knickten die Türken vor den übermächtig aufspielenden Italienern ein und verloren 0 : 3. Ein gutes Spiel – und für Rose und Necip endlich mal wieder ein gutes Geschäft.

   

Will man die Gastronomie zugrunde richten?

Der Wirt schimpfte über die Regierung, monierte u.a., dass er nicht verstehe, warum sich die Menschen für die Außengastronomie freitesten müssen, währenddessen viele hundert Menschen in den Parks ungetestet aufeinander hocken. Will man die Gastronomie in Deutschland zugrunde richten?
Ich musste an seine Worte denken, als ich gestern im Park mein Bier trank. Er konnte einem echt leidtun, hatte er doch stets alles Mögliche getan, um die Hygienevorgaben zu erfüllen.
Inzwischen schießen die Testzentren in Berlin wie Pilze aus dem Boden, wobei nicht alle lautere Geschäftspraktiken verfolgen. Dem Betrug wird durch die derzeitigen Bestimmungen Vorschub geleistet.
Die Sonne hatte mich in den Park gelockt. Vor der Kupferkanne sitzt man nachmittags im Schatten. Auch gebe ich offen zu, dass ich keinen Bock auf den Test hatte. Ich tankte Vitamin-D und erfreute mich an der Vitalität und Ausgelassenheit in meinem Blickfeld. Um dem Corona-Irrsinn zu entfliehen, ist der Park (neben der eigenen Wohnhöhle) der beste Ort.

Was hatte ihn nur so wütend gemacht?

Ich fläzte mich auf die Couch. Im TV lief die alte Serie „Ein Colt für alle Fälle“. Das war schon in meiner Jugend eine meiner Lieblingsserien. Nicht nur wegen der Stunts, sondern auch wegen dem Charme Colt Seavers, den sexy Ladies und dem damaligen Zeitgeist. Schön, wenn die Bösewichte am Ende ordentlich was auf die Mütze kriegten. Auch nicht übel: „Das A-Team“. Die waren Helden ganz nach meinem Geschmack.
Colt Seavers hing gerade an der Kufe eines Hubschraubers, als ich ein Donnergrollen von draußen vernahm. Ich blinzelte zum Fenster. Nach Gewitter sah es nicht aus. Es konnte auch von der nahen Baustelle stammen. Vielleicht wurde ein Kipplaster mit Bauschutt beladen oder ähnliches. Colt Seavers ließ sich auf die Ladefläche eines Pickups fallen. Das Donnergrollen kam näher. Was ging da draußen vor sich? Wer oder was störte meine Kreise? Ich bemühte mich in die Senkrechte und bewegte mich zum Fenster. Was ich sah, ließ meinen Puls sogleich in die Höhe schnellen. Menschen flüchteten in Panik vom nahen Park kommend die Straße entlang. Ein PKW flog durch die Luft und landete krachend auf dem Dach eines anderen. Die Fensterscheiben zitterten. Fuck! – Fuck! – Fuck! Das war kein Film! Plötzlich tauchte vor mir die riesige grüne Fratze eines Monsters auf. Einen Moment lang blickten wir uns in die Augen, nur von der Glasscheibe getrennt…
Keine Ahnung, wie lange ich starr vor Schreck ausgeharrt hatte, als mich die Türklingel schlagartig zurück in die Realität holte. Das Monster war von der Bildfläche verschwunden. Vielleicht benötigte einer der Flüchtenden Hilfe.

„Gewähren Sie mir bitte kurz Unterschlupf?!“
„Aber sicher, kommen Sie herein“, antwortete ich verdattert. Eine nur noch in Fetzen gehüllte Person trat ein.
„Mamma Mia! Was ist da draußen los!“ rief ich aufgeregt, während ich die Person ins Wohnzimmer führte, „Sind Sie verletzt?!“
„Nein“, lächelte die Person gequält, „ich bin nur völlig erschöpft.“
„Setzen Sie sich doch. Nur keine falsche Scham.“
Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Die Lage hatte sich offenbar beruhigt, und ich widmete mich meinem Gast. Die Person war männlich, etwa vierzig Jahre alt. Trotz des desolaten Zustands der Kleidung erkannte ich, dass ich keinen Penner vor mir hatte. Der Typ sah mindestens so gut und intelligent aus wie Colt Seavers.
„Eine meiner Lieblingsserien“, meldete sich mein Gast.
„Was? Ach so! Soll ich den Fernseher ausschalten?“
„Nicht nötig. Aber wenn ich vielleicht ein kurzes Nickerchen auf Ihrer Couch einlegen könnte.“
„Und Sie sind sicher, dass Sie sonst keine Hilfe brauchen?“
„Nein. Wirklich nicht. Danke.“

Innerlich viel zu aufgewühlt, um irgendeiner TV-Serie noch folgen zu wollen, stellte ich die Flimmerkiste ab. Mein Gast war fast augenblicklich nach seinen letzten Worten in einen tiefen Schlaf gefallen. Auf der Straße tummelten sich eine Menge Polizei und Rettungskräfte. Vor meinem geistigen Auge tauchte immer wieder die grüne Fratze des Monsters auf… Vielleicht gab es bereits Nachrichten im Internet zu dem Vorfall. Mit einem Drink setzte ich mich an den Schreibtisch und fuhr den Computer hoch.

Als mein Gast wieder zu sich kam, dämmerte es bereits. Ich hatte inzwischen einige Drinks intus. Wenn stimmte, was ich vermutete, kam es auf einen Drink mehr oder weniger nicht an.

„Gut geschlafen?“
„Ich bin Ihnen für Ihre Gastfreundschaft sehr dankbar, Mr.…?“
„Brasko… Und Sie sind der Hulk!“ platzte es aus mir heraus.
Mein Gast zuckte zusammen, sammelte sich aber gleich wieder.
„Mr. Brasko, der Hulk ist eine Comic-Figur!“
„Stimmt, ich wollte es anfangs auch nicht glauben. Aber bloß, weil etwas zu absurd erscheint, um wahr zu sein, kann man doch nicht seine Wahrnehmungen beiseite wischen. Ich weiß, was ich sah. Und auch einige Videos im Internet zeigen eindeutig eine Kreatur, die wie der Hulk aussieht!“
„Im Internet werden Ihnen viele Märchen erzählt von Ufos und grünen Männchen…“, mein Gast lachte mich an, „Sie dürfen nicht alles glauben, was Ihnen irgendwelche Videos zeigen.“
„Stimmt, aber ich sah ihm direkt in die Augen! Hier am Fenster – nie werde ich diese Monsterfratze vergessen!“
„Ihre Fantasie geht mit Ihnen durch, Mr. Brasko.“
„Schön, dann erzählen Sie mir Ihre Version der Vorfälle.“
„Mir fehlt jegliche Erinnerung daran. Es tut mir leid. Ich will Ihnen auch nicht länger zur Last fallen. Wenn Sie mir bitte mit ein paar Kleidungsstücken aushelfen könnten. Es ist mir peinlich.“
„Okay, Mr. Hulk. Ich weiß, was ich sah. Aber ich bin kein Unmensch.“

Nachdem mein Gast gegangen war, grübelte ich noch lange über das Erlebte. Hätte ich die Polizei rufen sollen? Quark. Die hätten mich ausgelacht, wenn ich ihnen mit meiner Hulk-Story gekommen wäre. Außerdem finde ich den Hulk gar nicht so übel – obwohl nicht mein Lieblingssuperheld. Habe ich überhaupt einen Lieblingssuperhelden? … Am ehesten noch Spiderman. Aber sympathischer sind mir Helden, die es auch eine Nummer kleiner machen – wie Colt Seavers oder das A-Team.
Was hatte meinen Gast nur so wütend gemacht, dass in ihm der Hulk ausbrach? Irgendwer muss ihn dumm angemacht haben. Also so richtig! In Corona-Zeiten könnte ich mir einige Situationen vorstellen: War er ohne Maske erwischt worden? – Oder ohne Test? – Oder noch ungeimpft?!

Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen

Nein, das Format eines Albert Schweitzer habe ich freilich nicht. Dazu fehlt es mir an Energie und Glauben. Ich erinnere mich, dass mir meine Mutter von Albert Schweitzer vorschwärmte. Er gehörte zu ihren Idolen.
Zufällig spülte mir das Worldwide Web dieses Zitat Albert Schweitzers (vorheriger Beitrag) zu, und ich war überrascht, wie gut es in die heutige Zeit passt. Noch nie wurde in unserer relativ jungen Demokratie so viel von Vater Staat bestimmt. Diese Entwicklung nahm schon lange vor Corona Fahrt auf und spitzte sich jetzt in der „Pandemielage“ zu. Wir Menschen versklaven uns zusehends selbst in einem undurchschaubar durchreglementierten Staatsgebilde, in einer hartherzigen und von jeglicher Vernunft losgelösten Bürokratie, in einem Gesundheitssystem, das profitorientiert ausgerichtet ist, in einer Konsumlandschaft, die in uns schwachsinnige Begehrlichkeiten weckt, in einem Meer von Versicherungen, welche uns für den Schadensfall das Blaue vom Himmel herunter versprechen… Dazu verlassen wir uns blind auf das, was in Tagesschau und anderen Formaten der Leitmedien tagtäglich auf uns einprasselt. Und zum Ausgleich betäuben wir uns mit allerlei dämlichen Fernsehshows, Soaps etc. mit intellektuell/geistig unterirdischem Nährwert. Wie soll in einer solchen Umgebung der mündige Bürger überstehen? – oder sich heranbilden? Doch nur, wenn er in Albert Schweitzers Sinne das Heft selbst in die Hand nimmt – auch auf das Risiko hin zu scheitern, bzw. mal falsch zu liegen. Natürlich, nicht jeder wird und kann ein Albert Schweitzer werden, aber man kann sich doch wenigstens seine Würde als selbstdenkender und freier Mensch bewahren… Darum spricht mir Albert Schweitzer mit diesem Zitat aus der Seele.


Gute Worte

Prof. Bhakdi ist nicht nur ein hervorragender Wissenschaftler, sondern auch ein Herzensmensch. Auf dem Podcast der Partei „Die Basis“ lauschte ich heute Morgen einem Interview mit ihm. Dabei ging es nicht primär um die wissenschaftliche Seite der Corona-Pandemie. Vielmehr sprach Herr Bhakdi davon, wie sich seine Haltung auf dem Hintergrund seiner Biografie erklärt – warum er es für geboten hält, gemeinsam gegen die verhängnisvolle Corona-Politik der Regierung aufzustehen und politisch aktiv zu werden. Er hatte nie viel mit Politik am Hut, erzählte er, aber jetzt könne er gar nicht anders…
Es lohnt sich reinzuhören.

Und bitte nicht falsch verstehen: Ich mache hier keine Werbung für eine Partei. Es geht mir um die Worte dieses feinen und aufrechten Menschen Sucharit Bhakdi.

Frage

Die einen haben Angst vor dem Virus. Die anderen haben Existenzängste, Angst vor Totalitarismus und Impfung. Die Angst der einen begründet die Maßnahmen, welche die anderen ängstigen. Wenigstens müssen nun alle Angst haben.

Frage: Vor wem sollte man mehr Angst haben: vor dem ach so bösen Wolf oder vor dem Jäger mit dem Schießgewehr? Denkt gut nach, bevor ihr antwortet.

Verrückte Träume

Verrückte Träume ereilten mich in der Nacht zu meinem ersten Urlaubstag. So war ich z.B. in einer skurrilen Kinovorstellung. Ein Vampirfilm lief. Realität und Fiktion durchmischten sich. Am Ende verfolgte mich Dracula bis vor das Kino, und ich flüchtete in einen Biergarten…
Heute wäre ein Biergartentag. Die Sonne scheint. Der Wetterfrosch gibt dem schönen Wetter noch einen Tag. Ein Glück, nicht im Homeoffice über Tumorfällen brüten zu müssen. Stattdessen kann ich in aller Entspanntheit durch den Tag surfen, die Türen öffnen für die Leichtigkeit des Seins. Scheiß auf Corona und den damit zusammenhängenden Wahnsinn! Draußen warten Frühling und Lebensfreude – Streicheleinheiten für die Seele – die Ängste abstreifen wie zu enge Klamotten…

Ich bin so frei: Prost!

Gestern nach dem Wochenendeinkauf im Park gesessen, Bier geschlabbert und über den Kopfhörer meine Lieblingsmusik genossen… Ich erfreute mich an der ausgelassenen Atmosphäre um mich herum: Unweit neben mir feierten junge Leute einer kleinen Hochzeitsgesellschaft, tranken Sekt und tanzten. Direkt vor mir ein lesbisches Pärchen in inniger Umarmung… Die Polizei durfte nicht fehlen. Sie hatten zwei Mannschaftswägen positioniert und patrouillierten in Zweiergruppen durch den Park, griffen aber (noch) nicht ein.
Meine Parkbesuche sind Kneipen- und Biergartenersatz. Die Menschen weichen in die Parkanlagen aus, picknicken und feiern dort, treffen sich zum Quatschen, Spielen und Sport. Nur Regenwetter vermag die Menschenströme zu bremsen. Das megaschlechte Wetter im April hatte wahrscheinlich die Regierung bei Petrus bestellt… Doch für dieses Wochenende hat Petrus wohl ein Einsehen und beschenkt uns mit warmem und sonnigem Maiwetter – Wie im Himmel wohl über die Corona-Krise gedacht wird? Vielleicht sind die da oben auch in zwei Lager gespalten… (Und der liebe Gott hält sich mal wieder aus allem heraus.) Eine besonders ehrgeizige Vertreterin auf Erden rief per „Wort zum Sonntag“ (vor 1 Woche) das TV-Publikum zur Impfung auf. Impfen sei Nächstenliebe… (Würg-Kotz!) Also, liebe Impflinge, ihr habt einen Freifahrschein ins Paradies, während böse Impfverweigerer wie ich an der Himmelspforte erstmal um Einlass betteln müssen. Na ja, als Ungläubiger komme ich sowieso in die Hölle… So what?!


Mother Freedom

Einigen meiner Arbeitskolleginnen sagte ich, dass ich mich nicht impfen lasse… Wenn der Buschfunk so gut funktioniert, wie ich denke, dürften es inzwischen fast alle wissen. Bisher ereilten mich keine kritischen Äußerungen – man hält sich da offenbar (noch) zurück. Natürlich weiß ich nicht, was hinter meinem Rücken palavert wird. Ganz sicher stößt meine Entscheidung bei der ein oder anderen Kollegin und wahrscheinlich auch bei meiner Chefin auf Unverständnis – gehöre ich doch zur sogenannten Risikogruppe. Jedenfalls entschied ich mich, in die Offensive zu gehen, weil mir die wiederholten Fragen nach meinem Impfstatus auf den Keks gehen.

Nun aber erstmal 2 Wochen Urlaub – Hurra! Auch mit den derzeit eingeschränkten Freiheiten eine Freude. Sogar eine besondere! … Wir kennen das aus Kindertagen: Der Wert einer Freiheit orientiert sich am Maß der bestehenden Unfreiheit.