Ernüchterung

„Musst du arbeiten?“ ruft Klaus, der an einem Nachbartisch im Biergarten vorm Kaffeehaus sitzt.
„Nein, ich hab frei!“
„Dafür, dass du frei hast, siehst du aber ziemlich angespannt aus!“
„Die Anspannung ist noch von der letzten Nacht!“ Ich trinke den letzten Schluck aus meinem Bier und gehe zu meinem Fahrrad. Ein Einkauf steht noch auf dem Programm. Die Sonne ist inzwischen unter die Hausdächer gesunken. Das erste Mal seit Wochen spüre ich so was wie Ernüchterung. Und Traurigkeit.
Als ich vom Supermarkt zurückkomme, dämmert es. Erneut stelle ich mein Fahrrad vorm Kaffeehaus ab, gehe aber diesmal in die Gaststube. Ich lächele Kei an, der an der Theke bedient. Lustlos blättere ich in einer Zeitschrift und bestelle einen Gin Tonic. Das übliche Glücksproblem – wenn es anfängt zu bröckeln. Mein Herz wehrt sich. Dementsprechend schwer fühlt es sich an.
Ich sitze an der Bar in einer anderen Welt. Wie in einer Blase aus Kristall. Kaltes Kristall, in dem ich eingefroren bin. Kei schaut mich an. Zögerlich reagiere ich: „Ja, mach mir noch einen.“

2 Gedanken zu “Ernüchterung

  1. Vielleicht solltest du dir das einmal genauer anschauen, <b<warum es immer bröckelt.
    (Falls du keine solche „anonymen Kommentare“ willst, lösch sie einfach.)

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  2. ich mag es nicht so undifferenziert. ich habe grundsätzlich nichts gegen anonyme kommentare, solange sie noch etwas gehalt haben oder keine blöden seitenhiebe sind.
    drum mache ich mir die mühe, die zu löschen, die ich anmaßend oder nichtssagend finde, und lasse die stehen, die ich dulden kann und will – manchmal auch nur als „troll-beispiele“.
    ich lasse mir sicher nicht von einem „troll“ diktieren, wie ich mein blog zu führen habe.

    zum thema des beitrags: dass glück bröckeln kann, ist keine sache, die nur mir persönlich anhängt. da du mich nicht kennst (oder doch?), kannst du gar nicht beurteilen, wie oft bei mir das glück bröckelt und schon gar nicht warum.

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