Was mich an der kürzlich entflammten Rassismus-Debatte nervt:

Jeder fuckin` Künstler und Kulturschaffende springt drauf an… Kurzerhand werden schon mal pauschal alle Menschen mit weißer Hautfarbe als Rassisten hingestellt. Am Besten hält man die Klappe, wenn man die Massenproteste in den USA kritisch sieht. Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass hier der Rassismus von vielen als Alibi benutzt wird, um zu plündern, Unruhe zu stiften und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Ja, ich habe gut reden, denn meine Hautfarbe ist weiß, und ich lebe nicht in den USA. Immer wieder kommt es zu Toten und Verletzten aufgrund von rassistisch motivierten Gewalttaten. Auch in Deutschland seit einigen Jahren wieder zunehmend. Die Arschlöcher sterben nie und nirgends aus.
Rassismus bedeutet die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe per se keine besseren Menschen sind als Menschen mit weißer Hautfarbe. Die einseitige Unterdrückung der farbigen Bevölkerung ist in einigen Ländern der Erde allein aufgrund der Herrschaft des weißen Mannes möglich. Es ist also nicht primär eine Sache der Hautfarbe, sondern der Machtverteilung zwischen ethnisch unterschiedlichen Gruppen einer Gesellschaft. Genauso gut kann ich mir einen Rassismus von Schwarzen gegenüber weißen Bürgern vorstellen, wenn sich die Machtverhältnisse umkehren. Wie gesagt, die Arschlöcher sind überrassistisch auf der Welt verteilt – ebenso überregional, überreligiös, und übergeschlechtlich. Mit einem menschenverachtenden Oberarschloch als Präsidenten kann niemand in den USA erwarten, dass die Regierung gegen gesellschaftliche Vorurteile und Diskriminierung vorgeht. Ich frage mich, wer diesen Mister Trump wählte. Sicher nicht die Schwarzen und Latinos. Schon seltsam, wie der an die Macht kam. So viel Ku-Klux-Klan will ich mir gar nicht vorstellen.
Mich nervt an diesen derzeit stattfindenden Massenprotesten/Demonstrationen, dass sie im Tenor oberflächlich und undifferenziert sind. Wer nicht in den Protest einstimmt, gerät allzuschnell unter Rassismusverdacht. So kommt es mir jedenfalls vor. Ähnliche Vorverurteilungen sehe ich z.B. auch, wenn man Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern übt. Sofort wird von den selbstberufenen „Gutbürgern“ die Antisemitismus-Keule ausgepackt. Muss das sein? Mich nervt dieses schwachsinnige Political-Correctness-Getue!
Jede Gewalttat aufgrund von Rassismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Gewalt gegen Minderheiten und Schwächere ist eine Gewalttat zu viel, egal wo und von wem verübt! Proteste sind okay, aber Gewalt mit Gegengewalt zu begegnen, wird die Welt weiter spalten. Und ich meine dabei auch die Medien- und Sprachgewalt, wenn sie pauschalisiert und die Realität verzerrt.

 

24 Gedanken zu “Was mich an der kürzlich entflammten Rassismus-Debatte nervt:

  1. Beim letzten Satz stimme ich dir zu. Die mediale Darstellung der Demonstrationen und des ganzen Diskurses kratzt nur an der Oberfläche und geht nicht in die Tiefe. Damit ist man aber schon mitten im Problem. Es geht bei der aktuellen Debatte nicht darum, einzelne Menschen als Rassisten zu titulieren oder anzugreifen, sondern zu reflektieren und zu erkennen, dass Rassismus überall in unserem Alltag steckt und kein Problem ist, das nur den rechten Rand betrifft. Das Problem besteht ja genau darin, dass Rassismus in all seinen Erscheinungsformen oft nicht gezeigt und gesehen wird! Viele Akteure leisten schon lange eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema, aber damit setzen sich leider immer noch zu wenig Leute, auch Medienschaffende, auseinander. Es gibt auch Ausnahmen in der Berichterstattung, aber sie muss man derzeit noch mit der Lupe suchen. Wenn es dich ernsthaft interessiert, kann ich dir ein paar Quellen zeigen.
    Zum Rest möchte ich mich jetzt nicht näher äußern, zum Beispiel das theoretische Konstrukt vom schwarzen Rassismus, sonst werde ich heute nicht mehr fertig, außerdem kannst du das auch den Quellen entnehmen. Und zumindest ein bisschen kognitive Arbeit müssten wir eigentlich alle leisten.

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    • ich habe mit diesem beitrag mehr kognitive arbeit geleistet als die meisten, die momentan auf dieser rassismus-welle reiten.
      ich wollte beleuchten, dass rassismus sowie andere diskriminierungen wie antisemitismus lediglich symptome/folgen von machtbedingter menschenverachtung sind. eine gruppe, die macht hat, diskriminiert und entwertet jene, die weniger macht besitzt. dies passiert tagtäglich, auch ohne auf die hautfarbe, religion und herkunft abzuheben.
      eine rassismus-debatte verkürzt das problem unsachgemäß auf die hautfarbe.
      aber, wie es aussieht, gibt es immer genug dumpfbacken, welche auf ein solches schwarz weiß denken anspringen.

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      • ich kritisiere nicht den protest an sich. ich wünschte ihn mir nur durchdachter und sowieso gewaltlos. es geht nicht um den platten rassismus, sondern um machtverhältnisse in der menschlichen zivilisation. es geht um ungerechtigkeiten und diskriminierungen, die dem jeweils aktuellen herrschaftssystem (derzeit vor allem dem kapitalismus) geschuldet sind.
        es geht darum, wer menschliche werte bestimmt.

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      • Diese Machtverhältnisse sind aber nun mal an den Rassismus gekoppelt, das kannst du doch nicht leugnen. Abstrakta und Relativierung führen nur zu einer Verharmlosung der Situation und münden in keine Lösung.

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      • rassismus ist eine an der hautfarbe gebundene diskriminierung – also sozusagen ohne sinn und verstand: jeder halbwegs intelligente mensch weiß, dass die hautfarbe unmöglich etwas mit der wertigkeit eines menschen zu tun haben kann. es geht also nicht darum, dem kruden rassismus beizukommen, sondern den agitatoren und mechanismen, welche hinter einer solchen über jahrhunderte bestehenden diskriminierung stehen. und da wären wir bei jenen, die in unserer welt mittels macht (und kapital) die werte bestimmen. die sehen es gern, wenn sich die „einfachen menschen“ gegenseitig an die gurgel gehen.
        nichts liegt mir ferner, als die schlimmen ungerechtigkeiten auf der welt zu verharmlosen. ich mag nur nicht diesen kurzgedachten populismus, der immer wieder nur strohfeuer entfacht und uns von der eigentlichen problematik ablenkt.

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      • Und ich sagte dir bereits eingangs, dass genau diese Diskussion um die Mechanismen schon lange stattfindet, nur eben nicht genügend breitenwirksame Aufmerksamkeit erfährt. Daher mein Angebot, dich auf entsprechende Ressourcen aufmerksam zu machen 😉 Aus pragmatischen Gründen ist ja wohl auch logisch, dass Protestslogans gekürzt werden müssen. Protest dient dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen, dafür dass es ein systemisches Problem ist. Als Teil des Systems dürfen wir die Verantwortung nicht nur an „Machthaber“ abwälzen, sondern sind auch in der Pflicht, uns individuell damit auseinanderzusetzen und uns zu informieren. Diese grundlegenden Strukturen bilden sich in vielen Alltagsinteraktionen immer wieder aufs neue ab und tragen damit zu deren Verfestigung bei.

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      • wenn ich als weiß geborener mensch durch solche verkürzten slogans unter rassismus-verdacht gestellt werde, finde ich das nicht gerade… nett, um es vorsichtig auszudrücken.
        für mein logisches denken brauche ich keine quellen. ausserdem verfüge ich zudem über eine wenigstens durchschnittliche schulbildung, welche zwar selten selbstständiges denken unterstützte, mir aber ein grundlegendes wissen verlieh.

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      • Tut mir leid, du bist Teil des Systems, das von diesen Strukturen profitiert. Nur weil du dich persönlich nicht für einen Rassisten hältst, profitierst du dennoch von dem etablierten Ungleichgewicht der Macht und damit bist du in der Verantwortung.
        Es freut mich, dass du in dieser Situation doch einmal mit Abstrichen positiv auf deine Schulbildung zurückblickst. Leider ist es eben genau Zeichen des systemischen Rassismus, dass viele relevante Themen NICHT ausreichend in der Schule behandelt wurden und werden. Das ist ein ganz deutliches Manko, das aber eben wunderbar zeigt, wie tief verankert diese Strukturen sind. Im postfaktischen Zeitalter wundert es mich zwar nicht, wenn man meint, ohne Quellen auskommen zu können, die Qualität der Argumentation wird dadurch jedoch sicher nicht gehaltvoller.

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      • stimmt, ich bin teil des systems, was aber nicht heißt, dass ich damit an den bestehenden vorurteilen, den ungerechtigkeiten und den diskriminierungen mitschuld bin. das ist die alte masche, mit der alle unter kollektivschuld gestellt werden, weil sie zum falschen zeitpunkt am falschen ort mit der falschen hautfarbe und der falschen religion geboren wurden. es ist zu einfach zu sagen, dass da die bösen und dort die guten sind – da die nazis und dort die guten alliierten, da die weißen ausbeuter und dort die guten schwarzen sklaven etc.
        jedes system hat seine leitfiguren, die gehilfen und eine masse von opportunisten. ich bin, seit ich denken kann, gegen das system. ich wählte nie jene, die es politisch unterstützen. seit vielen jahren schreibe ich gegen die ungerechtigkeiten und die unvernunft auf der welt an. ich profitiere nicht an dem system, sondern leide darunter, jeden tag von morgens bis abends… wenn ich diesen ganzen scheiß in den medien sehe, kommt es mir hoch. und nun erinnerst du mich an meine verantwortung als mensch?!
        über 30 jahre arbeitete ich in der altenpflege und machte die drecksarbeit für unsere liebe heuchlerische gesellschaft. ich weiß genau, worum es geht, phoebe! ich kenne die schweine und das system zur genüge!

        und nun erstmal pause… danke für den gedankenaustausch.

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  2. „Die einseitige Unterdrückung der farbigen Bevölkerung ist in einigen Ländern der Erde allein aufgrund der Herrschaft des weißen Mannes möglich. Es ist also nicht primär eine Sache der Hautfarbe, sondern der Machtverteilung zwischen ethnisch unterschiedlichen Gruppen einer Gesellschaft. Genauso gut kann ich mir einen Rassismus von Schwarzen gegenüber weißen Bürgern vorstellen, wenn sich die Machtverhältnisse umkehren“, schreibst Du. Was für ein abartiger Gedankengang, wenn doch die Verhältnisse im Moment und fast überall auf der Welt einfach umgekehrt sind! Dazu kann ich nur sagen: Kämpfen wir JETZT für eine Welt, die allen die gleichen Chancen gibt. In der die Hautfarbe keine Rolle spielt. Basta.

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    • jederzeit streite ich gegen jede form der diskriminierung. man muss jene entlarven, die dikriminierungen aufgrund ihrer sozialen stellung, ihres reichtums, ihrer macht… initiieren, ganz egal, welche hautfarbe sie haben.
      dieser vorfall in den usa mit dem opfer george floyd zeigt nicht nur den (sogenannten) systemischen rassismus, sondern auch die brutalität der polizeigewalt und der staatsmacht gegen die eigene bevölkerung. auch hier in deutschland nicht selten zu erleben, wenn man zur falschen zeit am falschen ort ist.
      es mangelt leider vielen ordnungshütern am nötigen respekt vor dem mann und der frau auf der straße. menschenrechte werden jeden tag vielfach gebrochen. und hinterher hat das opfer kaum eine chance gerechtigkeit zu erlangen.
      wie ich es in meinem beitrag sagte: ob eine mensch gut oder schlecht gegenüber seinen mitmenschen handelt, ist keine sache der hautfarbe, sondern der machtstrukturen und der hierarchie. es werden stets die minderheiten, schwächsten und randgruppen am stärksten unterdrückt/benachteiligt. und natürlich finden in manchen betonschädeln auch immer wieder alte vorurteile gegenüber hautfarbe, geschlecht, religion, herkunft/nationalität platz. siehe z.b. bei nicht wenigen afd-mitgliedern und deren politischen agitatoren.
      der weg zu einer allumfassenden gleichberechtigung ist steinig und hart… und wird niemals enden, weil er immer wieder von irrköpfen torpediert werden wird. und das sind nicht nur die neonazis, sondern auch viele menschen, die klangheimlich sympathisieren, wenn asylantenheime abgefackelt werden oder andere fremdenfeindliche gewalttaten passieren.

      proteste sind gut, wenn sie gewaltlos sind und mit ihren slogans nicht alte gräben vertiefen.

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  3. Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe grossen Respekt für Deine Tätigkeit im Gesundheitswesen – ich kann nur vermuten, was es heisst, in einem wenig geliebten Beruf ständig für andere da zu sein. Aber ich sehe einfach nicht ein, was das mit der Rassismus-Diskussion zu tun hat.

    Dass Rassismus ein strukturelles Problem ist, sehen wir in den USA sehr gut und ein Stück weit auch bei uns. Aber es gibt noch eine andere Seite – dieses sofortige, leichte Übergriffigkeit und dieser sofortige, leichte Mangel an Respekt mit dem sehr viele Leute in unserer mehrheitlich weissen Kultur Menschen mit anderer Hautfarbe begegnen. Vor zwei Jahren habe ich ab und zu ein Baby mit leicht angedunkelter Hautfarbe spazieren geführt. Vor allem ältere Leute haben sie beguckt und befingert und sehr schnell kam unweigerlich die Frage: „Ja, hat es denn dunkle Eltern? Woher kommen denn die?“ Ja, Herrgott! Geht das irgendwen irgendetwas an? Ist es irgendwie von Bedeutung? Sie ist ein Menschenkind, ein Baby, ein winziger Mensch am Beginn seines Lebens. Die Welt sollte offen sein für sie, grenzenlos, nicht mit dämlichen Fragen belastet.

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    • wie ich es sagte, man soll es mit der political correctness nicht übertreiben…
      was hat meine zeit im pflegeheim mit diskriminierung zu tun? jede menge, denke ich. du hast sicher genug fantasie, um dir etwas darunter vorzustellen. und zudem erlebte ich in meiner zeit als altenpfleger oft schmerzhaft die doppelbödigkeit in unserer gesellschaft und in der politik. auch diese übertriebene political correctness ist ein zeichen der weitverbreiteten heuchelei. der unterschwellige rassismus lebt weiter…, bis er mal wieder in einer solchen gewalttat um die welt geht. und jeder ist freilich furchtbar empört und protestiert eifrig mit… hinter der maske aber sieht es anders aus. und nun haben wir ja noch eine maske obendrauf – wie passend!

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      • Ich finde es trotzdem problematisch, den Diskurs zu kapern mit relativierenden Verallgemeinerungen. Ich denke, dass du es nicht verkehrt meinst, aber die Ausweitung auf alles Mögliche, Allgemeinmenschliche führt in meinen Augen eher dazu, dass man ratlos mit den Schultern zuckt und resigniert.
        Außerdem finde ich es auch schwierig, wenn wir aus unserer komfortablen Perspektive raus über die ideale Art des Protests sinnieren.

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      • wenn ich mir friedliche proteste mit weniger verallgemeinernden slogans und weniger gewalt wünsche, dann nicht aus einer komfortablen perspektive heraus, sondern als friedliebender halbwegs zivilisierter mensch. verallgemeinern tun doch in hohem maße die protestierenden, wenn sie die schwarze gegen die weiße karte ausspielen, während ich hier versuche, die gewaltlage sowie die menschlichen dimensionen von diskriminierung zu differenzieren. eine relativierung kann die menschen oft zurück auf den boden holen…, – meiner erfahrung nach.
        die wirklich betroffenen dieser gewalttat in den usa sind die freunde und die familie des opfers. aber nun reiten hinz und kunz auf dieser protestwelle und nutzen sie für sich medial – erinnert mich an die kürzliche „me too“ debatte, welche meiner meinung nach bisweilen weit über ihr ziel hinausschoss… (als hätten es die frauen nicht auch oft faustdick hinter den ohren. freilich hat man es leichter, wenn man sich ausschließlich als opfer inszeniert.)
        kurz gesagt: mir missfällt die heuchelei auf seiten der protestbewegung ähnlich wie die heuchelei auf täterseite bzw. auf seite des herrschenden systems.

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      • Diese eine Gewalttat steht aber für viele Aggressionen und Benachteiligungen, die viele Poc in den USA, aber auch in vielen anderen Ländern tagtäglich erfahren. Und daher sind eben nicht nur die direkten Angehörigen betroffen, sondern ein viel größerer Kreis. Und die wollen auch nicht „auf den Boden“ zurückgeholt werden, sondern dass endlich mal sich an ihrer Situation was verändert. Und dazu muss diese halt überhaupt erstmal wahrgenommen und anerkannt werden. Ich finde es übrigens überhaupt nicht differenzierend, wie du jetzt allgemein Heuchelei unterstellst. Kannst du etwa in all diese Leute reinsehen? Und doch, es ist bequem, sich eine bestimmte Art von Protest zu wünschen. Der verebbt irgendwann nämlich ungehört. Ich bin sicherlich auch nicht für Gewalt. Aber ich versuche die Frustration nachzuvollziehen, die nach vielen gescheiterten Aktionen (Google mal Kaepernick!) zwangsläufig irgendwann mal entsteht. Zusätzlich sind die Ausschreitungen auch nur Randerscheinungen, die Grundidee ist ja friedlich und wird in großen Zügen so umgesetzt.

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      • die heuchelei in der mitte der gesellschaft erlebe ich, seit ich denken kann. niemand kann in menschen hineingucken, aber man hat so was wie eine antenne für wahrheit/authentizität sowie für maske und lüge. sagen wir mal so: ich machte in meinem leben oft die erfahrung, dass die menschen nicht unbedingt immer das sagen, was sie meinen. sehr viele stecken in ihren rollen fest, vor allem die spießer.
        wünschen darf ich mir doch eine friedliche welt ohne vorurteile und diskriminierungen… eine welt ohne idealismus fände ich sehr traurig.
        täglich kommen menschen aufgrund von staatsgewalt/polizeigewalt zu tode oder werden erheblich psychisch/physisch verletzt, ganz unabhängig von der hautfarbe, der religion oder geschlechtlichen ausrichtung. auch ich habe schon leidvolle erfahrungen gemacht… da ging aber niemand auf die straße und demonstrierte für gerechtigkeit… was soll`s…. mir kommt diese jetzige protestwelle eben furchtbar affektiert vor – ist allein mein eindruck, den niemand teilen muss. falls dadurch positives bewegt wird, ist es mir recht. alte strukturen müssen manchmal mit nachdruck aufgebrochen werden… meist verebben solche protestwellen schnell wieder – siehe die proteste, welche regelmäßig schärfere waffengesetze in den usa fordern, wenn mal wieder ein massaker durch schusswaffen passiert ist (auch manchmal mit rassistischem hintergrund). ich bin das alles furchtbar müde.
        schönen tag, phoebe!

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  4. Ja, das mit der übertriebenen political correctness kann ich zum Teil nachvollziehen. Da gibt es auch Sachen, die mich ärgern. Nun haben wir noch eine Maske oberndrauf gg.

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  5. Mag auf die Diskussion nicht eingehen, das wäre entweder zu viel oder zu wenig. Meine erste direkte, persönliche Begegnung mit dem schwarzen Mann (nicht einem Südländer, natürlich hatten wir hier einen Italiener, dort einen, ja, das gab’s noch, Jugoslawen in der Klasse (nebenbei ein Serbe, wem das ganz rassistisch wichtig sein sollte!)) war bei meinem ersten sehr unbedarften Praktikum im Krankenhaus. Und eigentlich war das eindrucksvollste nicht dieser sehr ruhige, aufgrund eines Unfalls wohl recht traumatisierte junge Mann (viel älter als ich damals). Sondern die Schwester (ja, man sagte damals noch so. Und Kindergärtnerin.), die ganze Kaffeepausen hindurch von seiner samtweichen Haut schwärmte. Ich war verwirrt, denn es wäre mir nie in den Sinn gekommen, so von Patienten zu sprechen. Und diese Verwirrung, diese einfach normal menschliche Haltung gegenüber dem Patienten hat mich viel mehr beeindruckt als der Mann, der halt einer der Patienten war.
    Was ich sagen will? Nun, einmal einfach eine Anekdote erzählen. Zum anderen aber auf die Normalität des Anderen hinweisen. So ist das eben, so war er eben, so war diese vollausgebildete Kollegin auf der Station eben und ich trottete etwas verwirrt hinterher. Wir waren alle Menschen, ich etwas linkisch und fehl am Platze, die anderen genau da, wo sie in diesem Moment hingehörten.
    Jetzt tut man sich in einer professionellen Situation immer etwas leichter, mit egal wie Anderen umzugehen als im gewöhnlichen Alltag – denn man weiß ja, was man zu tun hat, wie man vorzugehen hat. Aber die Schulung damals war schon eine für’s ganze Leben. Das ist einfach ein Mensch, ein Gegenüber, und ich habe ihn möglichst ganz wahrzunehmen, auch in seinen Besonderheiten, die zu ihm gehören aber eben vor allem als Mensch.

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    • ganz genau, wir sind alle nur menschen. keine ahnung, warum da einige unter uns rassistische anwandlungen haben. ich kann mir das gar nicht vorstellen, einen menschen aufgrund seiner hautfarbe abzuwerten.
      dass menschen mit dunkler hautfarbe mir als kind erstmal fremdartig/exotisch vorkamen, lag einfach daran, dass sie damals noch nicht zum gewöhnlichen straßenbild gehörten. in der schule hatte ich mehrmals kinder von gastarbeitern als freunde, und im gymnasium gehörte ein schwarzer junge zu unserer klasse… das war in den siebzigern/achtzigern, und da beobachtete ich nix von rassismus, zumindest nicht bei uns kindern und jugendlichen (da wurden eher die fetten und die brillenschlangen gehänselt). ich konnte mir immer schwer vorstellen, dass es sowas wie die apartheid in südafrika und die diskriminierung der schwarzen in den usa gab. wie können menschen so sein, dass sie ganze gruppen von ihren mitmenschen abklassifizieren… wegen ihrer hautfarbe, oder weil sie woanders herkommen?
      ich beurteile menschen schon immer selbstverständlich nicht nach ihrer hautfarbe und herkunft, sondern ausschließlich nach den guten oder schlechten erfahrungen, die ich mit ihnen mache. arschloch bleibt arschloch und ein netter kerl ein netter. diese derzeitige rassismus-aufregung kann ich für mich und das umfeld, in dem ich lebe, nicht nachvollziehen.

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  6. und mal nebenbei: wie viele wissen die genauen umstände dieses grausamen geschehens, als george floyd zu tode kam? ich las/hörte darüber nicht viel. man sieht immer nur die verschreckenden bilder. zu den hintergründen wird die öffentlichkeit nicht informiert. nein, ich nehme damit nicht partei für die polizisten, die bei der festnahme beteiligt waren… aber ich finde es äußerst seltsam, dass hier sofort vorverurteilungen greifen. so kam es jedenfalls bei mir rüber. ich weiß eigentlich gar nicht, was in diesem fall genau passierte. alle berichteten in der folge nur über die proteste. auch wenn die schrecklichen bilder erstmal ein versagen der polizei vermuten lassen, sollte man doch der gerechtigkeit wegen erstmal abwarten, bis das geschehen anständig aufgearbeitet wurde. die angehörigen und die vielen protestierenden fordern gerechtigkeit… gilt das denn nicht auch für die involvierten polizisten?

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