Wo bleibt der Plakatierer?

Die Handballer sind mir sympathisch – ganz andere Typen als diese Fußballer. Schon rein äußerlich keine solchen Schmalbrüste. So stelle ich mir eine Horde Wikinger vor. Echte Kerls halt! Gefällt mir gut, was die Deutschen Handballer bisher bei der WM ablieferten. Ich wünsche ihnen, dass sie ins Halbfinale oder gar ins Finale kommen. Wenn sie weiterhin Spiel für Spiel so fokussiert sind, haben sie gute Karten. Ich bin gespannt, was sie heute Abend gegen die Wikingertruppe der Isländer zeigen.

Ganz vergessen, wie das ist: in die Sonne blinzeln. Wenn auch bitter kalt. Die Sonne bringt nicht nur Licht in die Außenwelt, sondern auch in die Seele. Sie kitzelt die paar Lebensgeister, die ich noch habe. Ich laufe mit dem Handstaubsauger durch die Wohnung und jage Wollmäuse. Auch das Staubtuch kommt mal wieder zum Einsatz.

Nachher ein Paket abholen in meiner Abholfiliale, dem Kiosk nur 150 Meter die Straße runter. Vor kurzem träumte ich von Scheiße, was Reichtum bedeuten kann. Ich könnte bei dieser Gelegenheit Lotto spielen. Irgendwo liegt ein vor Monaten ausgefüllter Lottoschein…
Ich finde ihn nicht. Werde wohl einen neuen ausfüllen müssen. Oder auch nicht. Sowieso Quatsch. Obwohl, man weiß nie. Und wie wähle ich die Zahlen? Blind? Einer geheimen Eingebung folgend?
Nur mal angenommen, ich hätte wirklich sechs Richtige, – wäre ein solcher Lottogewinn tatsächlich ein Segen? Ich komme ins Grübeln. Bei meiner letzten Partnerin dachte ich auch, sie sei sowas wie ein Sechser im Lotto für mich. Heute weiß ich, dass sie der größte Scheiß war.

Die Litfaßsäule auf der anderen Straßenseite ist immer noch nackt. Wo bleibt der Plakate Ankleber? Ich googelte inzwischen, dass es „Plakatierer“ heißt. Also, wo bleibt der Plakatierer? Würde gern mal wissen, ob sich noch jemand außer mir für diese Litfaßsäule interessiert. Am Ende existiert sie nur in meinem Kopf… Ich sollte nachher überprüfen, ob sie da wirklich steht. Am Besten ein Foto machen.

 

Rostock/Warnemünde

Man sieht ihn erst bei näherem Hinschauen: der Staub in den Ecken und Fugen, unter Regal und Couch… Wenn man erstmal anfängt zu putzen, gibt es fast kein Ende mehr. Ich bin beileibe kein Putzteufel, aber heute Morgen erschrak ich regelrecht, als ich da und dort die Wollmäuse entdeckte. Mamma Mia, es musste was getan werden! Gut, dass ich noch drei Tage frei habe. Heute habe ich keine Lust, den Boden zu schrubben, ich wischte nur dort, wo mir der Schmutz förmlich ins Auge sprang.
Ein schöner Herbsttag schaut von draußen rein und leuchtet die Wohnung aus. Braune Blätter bedecken zunehmend die Gehwege, dazwischen helle Fetzen von Müll. Die Passanten tragen dicke Jacken und lange Hosen – es scheint nun endgültig vorbei zu sein mit dem sommerlichen Flair.
Gestern kehrte ich aus Rostock zurück. Noch einmal hatte die Sonne zwei Tage lang aufgedreht und bescherte mir einen wunderbaren Kurzurlaub. Ich hatte das Faltrad dabei und war damit in Rostock und Warnemünde gut unterwegs. Die Bloggerin „flotterblogger“ gewährte mir malwieder freundschaftlich Asyl. Von ihrem Domizil aus startete ich meine Ausflüge.

 

img_20181005_105736

img_20181005_135049

img_20181005_124220

img_20181006_133749

img_20181005_140159

img_20181006_133649