Unter Wolken

Leider blieben die dunklen Wolken nicht am Horizont. Bei meiner zweiten Radtour nach Lubmin erwischte es mich auf dem Rückweg. Ich suchte unter den Bäumen einer langen Allee Schutz. Eine große fette Wolke regnete sich über mir ab. Gespenstisch wirkte die Kulisse. Hätte sich aus der Wolke ein Tornado entwickelt, wäre ich nicht erstaunt gewesen. Nach einer halben Stunde wagte ich mich wieder auf die Strecke. Der Wind hatte die Wolke hin zur Küste getrieben. Wolkenlöcher taten sich auf, aber vom Horizont schoben sich bereits die nächsten dunklen Wolkenungetüme heran. Der Fahrtwind trocknete mich schnell. Ich trat ordentlich in die Pedale, und als ich in Wiek am Ryck ankam (vier Kilometer vor Greifswald), war ich nassgeschwitzt. Vor einem Restaurant gegenüber der historischen Zugbrücke gönnte ich mir ein leckeres Hüttenbier…

Lecker!

Bis zum nächsten Mal!

Ich traf den Wirt auf der Straße. Vorm REWE. Wenn er mal nicht im Pub ist, dann treibt er sich dort herum. Er hat seine Route. Mich zieht es eher zum Nahkauf, weil es dort übersichtlicher und menschlich angenehmer ist. Außerdem liegt er quasi neben dem Park. Ich wollte gar nicht in den REWE, sondern zu Rossmann gleich daneben. Schaumfestiger besorgen und einen Kamm. Die längeren Haare… Was ich sagen wollte, jeder hat halt seine Wege, die er regelmäßig abgeht, und so war es durchaus nicht ungewöhnlich, dass ich den Wirt an diesem Ort traf. Er sah von Corona ziemlich unbeeindruckt aus – original Puschel: 5-Tagebart und rotes Käppi auf dem Wuschelkopf. Nicht mehr runtergekommen als sonst. Was hatte ich erwartet? Er biss sich weiter durch, schlug sich mit der Bürokratie herum und entwickelte im Kopf Konzepte wie Bier-to-go. Aufgrund seines Genuschels verstand ich nicht alles. Sicher hatte er einige Korn intus. Er trinkt das Zeug wie ich meine Bier. Ich wünschte ihm viel Glück, und wir gingen weiter unserer Wege. „Bis zum nächsten Mal!“
Vorm Rossmann hatte sich eine Schlange gebildet. Nein, so dringend war das auch nicht mit meinem Einkauf. Ich schnappte mein Fahrrad und machte kehrt. Die Wolken über den Dächern Schönebergs lockerten auf. Ich nahm die Einladung an und radelte Richtung Nelly-Sachs-Park, vorbei am Spätkauf, wo ich mir kaltes Bier besorgte. Der Spätkauf ist äußerst praktisch, wenn alles andere zuhat, oder wenn ich keinen Bock habe, mich für ein paar Getränke durch den Supermarkt zu kämpfen. Hier kann ich dazu noch ein kumpelhaftes Schwätzchen mit dem Besitzer halten.
Im Park waren die meisten Bänke frei. Ich fand sogleich ein prima Sonnenplätzchen… Hach! Genüsslich inhalierte ich die frische Luft. Die Regenschauer hatten der Luft und der Natur gutgetan. Der Wind spielte mit meinen Haaren.

 

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in die Wolken schaun