Muße auf der Parkbank

Ich wünschte dem netten Kassierer Marke Raimund Harmstorf einen schönen Feierabend.
„Ich habe zwei Tage frei!“ sagte er freudestrahlend.
„Dann wünsche ich schöne Tage!“ Und bedauernd fügte ich hinzu: „Leider sind die Freizeittätigkeiten reichlich eingeschränkt…“
„Ich werde zwei Tage schlafen.“ Raimund Harmstorf reichte mir das Wechselgeld.
„Verstehe“, seufzte ich.

Wir müssen den Jungs und Mädels hohen Respekt und Dankbarkeit zollen dafür, dass sie in den Supermärkten die Stellung halten. Und es gibt noch eine Menge anderer Berufsgruppen, die ein hohes Ansteckungsrisiko in Kauf nehmen, damit unser Gesundheits- und Versorgungswesen weiterhin funktioniert. Von der Mehrarbeit, die sie aktuell haben, ganz abgesehen. Ich will mir gar nicht vorstellen, in diesen Zeiten noch meinen letzten Job als Altenpfleger auszuüben…

Ruckzuck hatte ich meinen kleinen Einkauf zusammengepackt und radelte zum nahen Nelly-Sachs-Park. Er liegt auf dem Weg. Eine der Parkbänke in der Sonne war unbesetzt, und ich ließ mich nieder. Einfach nur schön, wenn man sonst den ganzen Tag in den vier Wänden hockt. Ich war vielleicht fünf Minuten gesessen, da näherte sich ein Streifenwagen auf dem Parkweg. Bitte nicht schon wieder! stöhnte ich. Als er auf meiner Höhe war, nickte ich dem Polizisten auf dem Beifahrersitz zu, und der nickte zurück. Sie fuhren an mir vorbei. Ich konnte aufatmen.

 

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mal ein bisschen in die Luft geguckt