Brasko und der Engel (5)

Gott hatte die Schnauze voll. Die Menschheit ging ihm gehörig auf den Sack. Irgendwas hatte er falsch gemacht. Er war deswegen schon beim Therapeuten. Der riet ihm, sich in eine ruhigere Ecke des Universums versetzen zu lassen.
Gott seufzte: „Wenn das so einfach wäre.“
Der Therapeut ermutigte ihn: „Es ist das Beste, O Herr. Die Menschen machen sowieso, was sie wollen. Auch ein Gott braucht mal Erholung. Es muss ja nicht für immer sein.“
Gott kratzte sich am Kopf und dachte nach. Irgendwer musste während seiner Abwesenheit die Stellung halten. Wenigstens für ein paar tausend Jahre. Er konnte seinen Burnout nicht länger leugnen. Nun galt es zu handeln.
Und Gott sagte: „Sobald ich jemanden habe, der mich vertritt, mache ich mich vom Acker.“
„Sehr vernünftig, O Herr“, der Therapeut lächelte wohlwollend und tätschelte Gottes Schulter.

„Wie stehen die Aktien?“ Gott hatte seinen Engel Bibi auf dem Bildschirm.
„O Herr, ich glaube dieser Mr. Brasko ist der richtige Mann. Er weiß gar nicht, wie ihm geschieht.“
„Sehr gut. Nicht lockerlassen, Bibi.“
„Auf keinen Fall, O Herr!“