Es gibt immer ein erstes Mal

Man muss sich mit allerlei Sachen in einem Haushalt beschäftigen, geschuldet den vielen Objekten, die im Alltag mittlerweile in schöner Regelmäßigkeit lästige Arbeiten für uns verrichten oder anderswie für unsere Annehmlichkeit sorgen. Wir wissen gerade noch, wie man sie zweckmäßig nutzt, aber das war`s dann auch. Muss ich z.B. bis ins Detail wissen, wie eine Waschmaschine funktioniert? Die wenigsten von uns sind Handwerker, Tüftler oder Techniker. Die erste Waschmaschine, die ich bediente, gehörte meinem Vermieter. Die Einweisung erfolgte kurz und knapp. Von einer Wartung/Säuberung keine Rede. Vorher wuschen die Eltern meine Wäsche. Sie machten es gern. Für sie ein Grund, mich regelmäßig zu besuchen. Ich wohnte sehr lange in einer Art Studentenbude mit Gemeinschafts-Toilette und -Dusche. Ich hauste sehr bescheiden. Aber natürlich ging mir die Abhängigkeit von meinen Eltern auf den Geist. Drum war ich froh, dass ich nach meinem ersten Umzug (nach dem Auszug aus dem Elternhaus) in der neuen Wohnung eine Waschmaschine meines Vermieters zur Nutzung bereitstand. Fantastisch! Ich war bereits über 40 und bediente zum ersten Mal eine Waschmaschine! So weit so gut. Es gab nie Probleme damit.
Seit ich in Berlin wohne, besitze ich eine eigene. (Die läuft gerade.) Ein Toplader, der perfekt in die Nische passte, wo die Anschlüsse sind. Anfangs war ich darauf stolz wie Graf Rotz. Inzwischen vier Jahre her. Die Waschmaschine läuft meist 1x am Wochenende. Wie das so ist, gewöhnt man sich an die regelmäßige Nutzung der Haushaltsgeräte und beschäftigt sich nicht weiter damit…, solange alles funktioniert.
Heute Morgen, als ich die Waschmaschine anstellte, vernahm ich ein Quietschen, nicht besonders laut, aber es beunruhigte mich. Also befragte ich wie immer, wenn ich von einer Sache wenig bis keine Ahnung habe, Prof. Google und stieß auf technische Begriffe wie „Keilriemen“ und „Lager“. Bitte nicht! dachte ich bei mir, ich will nicht, dass mein Weihnachtsgeld für eine neue Waschmaschine draufgeht – was könnte es denn sonst sein? Irgendwann ploppte bei meiner Recherche ein Wort auf, dass ich bis dato weder gelesen noch gehört hatte…
„What`s the hell ist Flusensieb !?“ Und tatsächlich entdeckte ich an meiner Maschine eine Klappe, hinter welcher es sich verbergen soll. Eine Reinigung des Flusensiebs wird bei mittlerer Benutzung alle sechs Monate anempfohlen. Dann wird`s aber langsam Zeit – was wohl alles zum Vorschein kommen wird? Hoffentlich ist es damit getan.
Noch 40 Minuten, bis das aktuelle Waschprogramm abgeschlossen ist. Danach werde ich zum ersten Mal das Flusensieb meiner Waschmaschine bergen…

Sagen wollte ich noch

Das Smartphone, das ich zur Reparatur eingeschickt hatte, halte ich bereits wieder in Händen. Die SIM Karte, die ich blöderweise vergessen hatte herauszunehmen, war beigelegt.
Mal sehen, wie lange es nun hält. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht skeptisch wäre. Ich besorge mir am liebsten solche Teile, die als besonders stabil in Hinsicht Gehäuse und Verarbeitung gelten. Das ist mir wichtiger als anderer Schnickschnack, den ich sowieso nicht benötige. Die angepriesenen Outdoorqualitäten eines Smartphones/Handys sind in meinen Augen leider nach dieser Erfahrung mehr Fake als Fakt. Aber gut, vielleicht war ich ausgerechnet an ein sogenanntes Montags-Modell gekommen.

Mit Menschen kann einem ähnliches passieren. Und da hat man nicht mal eine Garantiezeit. Heute noch voller Versprechungen, und morgen bist du angeleimt. Alles schon erlebt. Bei Menschen nimmt die Nachhaltigkeit mindestens so rasant ab wie bei Technikprodukten. Freilich gibt`s rühmliche Ausnahmen. Aber aufgepasst: bei aller Liebe kann man nie ganz sicher sein. Genaugenommen ist die Liebe das Problem. Gut, dass es sowas wie eine Fake-Liebe gibt, die von echter Liebe kaum zu unterscheiden ist – und man selbst glaubt dran. Wenn die Sache dann schief geht, bringt man sich nicht gleich um, sondern greift sich einfach das nächstbeste Modell. Scheiß drauf. Gerade Frauen, die halbwegs gut aussehen und keinen Charakter haben, sind prädestiniert für eine solche Fake-Liebe*. Sie können gar nicht anders. Charakterlose Männer gibt es freilich auch genügend. Längst ist bekannt, dass Geld den Charakter verdirbt. Sowieso dann, wenn man schon als Arsch geboren wurde. Wie auch immer.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, beim sogenannten Montagsmodell. Kann passieren. Man will den Scheiß, oder lässt es sein.

 

*Sie surfen von einer Fake-Liebe zur nächsten.