Ich verkrümele mich heute

Sieht so aus, als sollte der 1. Mai 2020 ein Nasenlöcher-Ausräumtag werden. Ich kann es überall: vorm Schreibtisch, auf der Couch, im Bett…, Hauptsache, ich fühle mich unbeobachtet. Unglaublich, wie mein Zeigefinger zielsicher das für ihn bestimmte Nasenloch findet. Links zu links, und rechts zu rechts. Ich bin fasziniert von dieser Symmetrie. Es gibt Dinge, an die man sich derart gewöhnte, dass man nicht mehr drüber nachdenkt. Dazu fällt mir auf, dass ich mich oft am Kopf kratze. Meist knapp überm Hinterohr – wie ich das bei Hunden beobachtete. Oder ich kratze mich ganz oben am Haupt, und Hautschuppen rieseln wie Schnee auf den Schreibtisch…
Wenn ich schonmal dabei bin: Auch in meinen Ohren bohre ich nebenbei herum. Dann ist da noch die Augenbutter… (Woher kommt nur der ganze Schmodder?) Ich stelle mir vor, wie ich alles gleichzeitig mache, während ich an meinem Notebook diesen Text tippe. Wie viele Finger/Hände brauche ich?

Schon nach 14 Uhr… Unglaublich. Ich stand gegen Neun auf – was habe ich nur die ganze Zeit gemacht? Kratz.