H.a.l.l.o.

Offenbar gibt es unterschiedliche Ansichten darüber. Wer den Krieg begann.
Die Kriegsparteien schieben es sich gegenseitig zu. Wie halbstarke Teenager. Die aneinandergeraten.
Ein Schlichter wäre gut. Ich sehe derzeit keinen. Keinen. Der die geistige Stärke hätte. Für alle zu sprechen. Nicht nur für eine Partei.

Krieg

Gut 1200 Kilometer östlich von Berlin liegt Kiew. Aus einem Land, das ich sonst wenig wahrnahm, erfahre ich über die Medien seit 2 Tagen erschütternde Nachrichten. Die Ukraine wurde von Russland überfallen. Der russische Präsident Putin befahl es. Ich weiß zu wenig von seinen Gründen. Ich weiß zu wenig von der geopolitischen Lage. Ich weiß zu wenig von der Nato und der Großmacht USA. Ich weiß zu wenig von China. Ich weiß zu wenig von der EU. Ich weiß zu wenig von der UNO. Die Nachrichten überschwemmen mich, während ich im Homeoffice sitze und Tumoren dokumentiere. Die Nachrichten lassen mich nicht unberührt. Ich sehe Menschen, die aus dem Kriegsgebiet fliehen. Ich sehe Menschen, die verängstigt sind. Mein Mitgefühl ist bei all diesen Menschen. Gut 1200 Kilometer östlich von Berlin liegt Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Was sind 1200 Kilometer? Die Entfernung schmilzt immens, wenn ich die Nachrichten verfolge. Mein Fernseher steht vier Meter von meiner Couch. Was ist hier los? frage ich mich. Kann es zu einem Atomkrieg kommen? Ist es vorbei mit dem Frieden? Gab es den Frieden je?
Das Leben geht weiter in Berlin. Die Menschen tragen Masken, wie es von ihnen erwartet wird. Einige protestieren gegen den Krieg. Ich kenne meine Mitmenschen zu wenig. Ich kenne nicht mal mich selbst. Ich verfolge die Nachrichten im TV. Ich genehmige mir einen Drink nach dem anderen. Es ist Wochenende. Es ist immer noch Winter. Es ist Krieg in Europa.