Es tut sich was

Langsam werden mir Rostock und Warnemünde immer vertrauter. Natürlich gibt es noch viele Ecken, die mir fremd sind – das ist in Berlin nicht anders. Aber nach einer Weile entwickelt man doch mit einer Region, auch ohne alles zu kennen, eine gewisse Vertrautheit. Mit Menschen ist`s, glaube ich, nicht anders. So geht es mir z.B. mit den Büro-Hühnern…

Die Kälte war bei meinem Kurztrip der größte Ungemütlichkeitsfaktor. Die gefühlte Temperatur lag weit unter der gemessenen. Der Aufenthalt an zugigen Plätzen fühlte sich an wie eine Eisdusche. Ich unternahm einen kleinen Spaziergang am Strand und kehrte nach einer guten halben Stunde verfroren zurück in die windgeschütztere Ortschaft. Nun nur noch ein Plätzchen zum Aufwärmen finden – glücklicherweise hatten in Warnemünde an Heiligabend mehr Lokale offen, als ich befürchtet hatte.

Drei Tage kam ich raus, – atmete andere Luft, nahm andere Gerüche wahr, befand mich in netter Gesellschaft, sah auf das Meer und die Horizontlinie… Zuhause in Berlin wäre mir sicher die Decke auf den Kopf gefallen. So war ich mit der Reise und allerhand Eindrücken beschäftigt. Den ganzen Weihnachtszinnober nahm ich nur am Rande wahr. Gut so. Ich scheiße auf Weihnachten. Nun nur noch Silvester, und dieser irrsinnige Jahresabschlussspuk hat wieder ein Ende.

Ich genieße meine Freiheit. Ich genieße die schönen Dinge um mich herum. Ich genieße den Anblick schöner Frauen. Ich genieße die Momente, wo ich spüre, wie das Leben in mich zurückströmt. Ich genieße den Blues. Ich genieße es, einfach da zu sein. Ich genieße es, wenn sich meine Blicke mit denen wildfremder Menschen treffen. Ich genieße es, wenn wir uns zulächeln. Ich genieße die Kraft meines Körpers. Ich genieße das Zurückkommen in meine Bude. Ich genieße das Bier. Ich genieße den Blick aus dem Fenster. Ich genieße, es warm zu haben.

Rostock/Warnemünde

Man sieht ihn erst bei näherem Hinschauen: der Staub in den Ecken und Fugen, unter Regal und Couch… Wenn man erstmal anfängt zu putzen, gibt es fast kein Ende mehr. Ich bin beileibe kein Putzteufel, aber heute Morgen erschrak ich regelrecht, als ich da und dort die Wollmäuse entdeckte. Mamma Mia, es musste was getan werden! Gut, dass ich noch drei Tage frei habe. Heute habe ich keine Lust, den Boden zu schrubben, ich wischte nur dort, wo mir der Schmutz förmlich ins Auge sprang.
Ein schöner Herbsttag schaut von draußen rein und leuchtet die Wohnung aus. Braune Blätter bedecken zunehmend die Gehwege, dazwischen helle Fetzen von Müll. Die Passanten tragen dicke Jacken und lange Hosen – es scheint nun endgültig vorbei zu sein mit dem sommerlichen Flair.
Gestern kehrte ich aus Rostock zurück. Noch einmal hatte die Sonne zwei Tage lang aufgedreht und bescherte mir einen wunderbaren Kurzurlaub. Ich hatte das Faltrad dabei und war damit in Rostock und Warnemünde gut unterwegs. Die Bloggerin „flotterblogger“ gewährte mir malwieder freundschaftlich Asyl. Von ihrem Domizil aus startete ich meine Ausflüge.

 

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