Die Neue

Es gibt seltsame Synchronizitäten: Die neue Mitarbeiterin, an deren Einarbeitung ich beteiligt bin, heißt wie mein Toilettenpapier…
Statt einen Tag Büro pro Woche, bin ich jetzt 2mal vor Ort, um der Neuen zur Seite zu stehen. Im Zuge dessen darf ich mich jede Woche unter Beobachtung einer dafür geschulten Kollegin einem Corona-Selbsttest unterziehen. Mein erstes Mal habe ich nun hinter mir – unter Aufsicht in der Nase bohren… (Was man nicht alles macht für den Brotverdienst.)
Ich weiß noch gut, wie schwer für mich der Einstieg in die Tumordokumentation war. Keine einfache Materie. Ich wünsche der Neuen einen guten Start und hoffe, dass ich ein wenig dazu beitragen kann. Mein erster Eindruck ist gut. Sie ist bei der Sache. Eine ruhige Person, etwas jünger als ich. Vorher arbeitete sie in der medizinischen Betreuung schwerbehinderter Kinder und Jugendlicher. Viel Privates tauschten wir noch nicht aus. Alles hat seine Zeit. Für mich bedeutet das Mentoring eine willkommene Abwechslung zu dem eher eintönigen Dokumentationsalltag im Homeoffice. Aber, wie ich schon feststellte, keine leichte Aufgabe. Vieles, worüber ich beim Dokumentieren nicht mehr nachdenke, weil mit der Zeit ein Automatismus greift, muss ihr erst erläutert werden. Dazu kommt der Sauerstoffmangel durch das Tragen der Maske, wenn wir zusammen vorm Bildschirm hocken. Regelmäßige Pausen sind notwendig! – sonst platzt einem der Schädel.
Etwa ein Drittel der Neuen kam nicht über die Probezeit hinaus. Die kognitiven Anforderungen sind nicht von Pappe. Dann noch die zickigen Hühner. Man braucht ein dickes Fell. Von Vorteil ist auch eine gute Portion Humor. Natürlich können alle auch total lieb sein… und Schleimspuren hinterlassen… Ich bin gespannt, wie sich die Neue bei uns machen wird. Ich werde sie unterstützen, so gut ich kann.