Fuck!

In martialischer schwarzer Kluft, es fehlten nur noch die Sturmhauben, marschierte ein Trupp von 6 Polizisten (darunter eine Polizistin) auf die Menschen zu, die sich im Park zum Relaxen niedergelassen hatten. Ein wenig frische Luft tanken, dazu ein paar Sonnenstrahlen genießen (nicht jeder hat einen Balkon, Garten oder eine Terrasse zuhause) – was soll also daran schlecht sein, wenn man den nötigen Abstand zu den anderen Parkbesuchern einhält? Auch ich saß dort herum und genoss nach dem Lebensmitteleinkauf ein paar Minuten Freiheit unter herrlich blauem Himmel.
Barsch wurde ich von einem der Polizisten aufgefordert, mich sofort auf den Heimweg zu machen, als ob ich mit meinem Verhalten für die Ausbreitung des Corona-Virus verantwortlich wäre. Ich erklärte, dass ich einkaufen war und nun noch frische Luft schnappte. Das einschüchternde Auftreten der Polizei ließen bei mir Puls und Blutdruck in die Höhe schnellen. Wortlos wollte ich mich nicht fügen. Ich wüsste nicht, gegen welche von Frau Merkel, ihres Zeichens Bundeskanzlerin, in ihrer letzten Rede vorgetragenen Regeln (ab 4:20) ich verstoßen hätte. Ein zweiter Polizist mischte sich ein…, und ich verstand, dass eine weitere Diskussion mir nur Ärger einbrächte. Es ging nicht um Aufklärung, sondern um eine Machtdemonstration der Exekutive. Die Staatsgewalt wollte uns (Uneinsichtigen) zeigen, wo der Hammer hängt. Verärgert machte ich mich auf den Heimweg. Warum nennen sie es „Kontaktsperre“, wenn es defacto ein Ausgangsverbot bedeutet? Befinden wir uns auf dem Weg in einen Polizeistaat?
In meinen vier Wänden angekommen brauchte ich noch ein gutes Weilchen, um runterzukommen.
Auch heute will ich es mir nicht nehmen lassen, nach dem Einkauf am Nachmittag eine kleine Rast im Park einzulegen. Ich freue mich den ganzen Tag auf diesen Moment, ein Stündchen rauszukommen. Selbst Knastis kriegen schließlich ihren täglichen Hofgang.