AKK for Kanzler!

AKK hat`s gerissen! Sie siegte im Wettstreit um den Parteivorsitz der CDU knapp vor dem Technokraten Friedrich Merz. Ich mag diese kleine schlagfertige und energisch auftretende Person aus dem Saarland. Sie ist keine der üblichen Polit-Dumpfbacken, sondern versprüht noch Kraft und Authentizität. Aus ihrem Munde macht der Begriff Wertkonservatismus* Sinn. Ein echtes Christkind das. Ihre teilweise spießigen Ansichten, z.B. über Ehe und Familie, stören mich komischerweise nicht besonders. Sie ist auf sympathische Weise intelligent und durchsetzungsstark. AKK als die nächste Kanzlerin kann ich mir gut vorstellen. Denn eins ist klar, bei der Kanzlerfrage kommen wir an der CDU nicht vorbei. CDU/CSU werden bis auf Weiteres stärkste politische Kraft Deutschlands bleiben. Wir leben in gesellschaftspolitisch haarigen Zeiten. Darum verfolgte ich in den letzten Wochen den Wettstreit der drei Kandidaten. Bei Personen trügt mich mein Bauchgefühl selten. Als dann gestern Nachmittag das Ergebnis vom zweiten Wahlgang verlesen wurde, atmete ich erleichtert auf. Nein, zum CDU-Wähler werde ich deswegen nicht. Politisch ticke ich zu links. Ein Misthaufen bleibt trotz einzelner guter Figuren ein Misthaufen. Am Besten kann man das an der Kirche sehen.
Ich wünsche AKK, dass sie nicht so bald ausbrennt. Das Polittheater ist mitunter grausam zu seinen Protagonisten.

 

* Der Begriff des Wertkonservatismus wurde 1975 vom SPD-Politiker Erhard Eppler in seinem Buch Ende oder Wende eingeführt. Als wertkonservativ bezeichnete Eppler eine Politik, die sich für die Bewahrung der Natur, einer humanen und solidarischen menschlichen Gemeinschaft, sowie des Wertes und der Würde des Einzelnen einsetzt.
(Quelle Wikipedia)

Leberwurstbrot

Der Wahnwitz hat zwei Beine und nennt sich Mensch. In einer der letzten Nächte träumte ich von einer neuen weltweiten Marke, die sich „Leberwurstbrot“ nennt: Neben allen möglichen Produkten, für die sie steht und überhaupt nichts mit Leberwurstbroten zu tun haben, nimmt sie auch Einfluss auf die Politik. In ihrem Namen wird eine weltweite politische Bewegung gegründet. Überall prangen fortan Werbebanner mit dem Schriftzug „Leberwurstbrot“… Genial! fand ich im Schlaf und war hin und weg von dem erdachten Label.

Momentan fühlt sich das Leben an wie ein Puzzle ohne Orientierungsbild. Wie von selbst reihen sich die Wochen aneinander und unterscheiden sich kaum merklich voneinander. Dabei leben wir in rasanten und spannenden Zeiten. Politisch ist einiges in Bewegung, die technische Entwicklung explodiert geradezu (nur beim Diesel nicht), und das Klima spinnt. Aber all das erreicht mich nur wie durch Watte – als würde sich mein Leben im Auge des Sturms abspielen. Bin ich alleine mit dieser Empfindung? Bei mir kommt freilich noch eine persönlich bedingte Lethargie hinzu, welche das Gefühl des Stillstands und der Leblosigkeit verstärkt. „Zwick mich, damit ich spüre, dass ich lebe!“ rufe ich. Doch da ist niemand.

Ich nehme mein Herz und schmiere es an die Wand. Seltsam, es ist gar nicht rot, denke ich, es sieht eher aus wie ein Leberwurstbrot.

Auf Augenhöhe

Was mir immer wieder bitter aufstößt, ist, dass Menschen mit ihren Leistungen unterschiedlich beurteilt werden, je nachdem, ob sie oben in der Politik bzw. in der Wirtschaft arbeiten oder nur Fußvolk sind. Regelmäßig lese ich, dass Manager, die Scheiße bauten, mit einer hohen Abfindung bedacht werden und einige Zeit später auf einem ähnlichen Posten in einem anderen Konzern sitzen, oder dass führende Politiker bis zum bitteren Ende an ihrem Posten bzw. an ihrer Macht kleben, obwohl fast allen klar ist, dass sie unglaublichen Mist bauten. Bei uns kleinen Lichtern hätte man da längst den Stecker gezogen, aber bei den Oberen Zehntausend gelten offenbar andere Regeln. Wozu überhaupt noch das ganze Geschwätz über Gerechtigkeit!? Warum darf ein Seehofer immer noch blöde in die Kamera grinsen und rumstottern? Und warum hält sich Angela Merkel trotz allem im Sattel? Bei allem Respekt vor ihren Leistungen… Ihre Zeit ist rum, ihr Abgang überfällig! Und was soll`s – Leute, die solch hohe Ämter innehaben, werden sicher weich fallen. Ganz anders bei uns Dumpfbacken, die wir gerade mal knapp über Harz IV verdienen. Wir sind die Deppen der Nation. Die Politiker wollen unsere Stimmen und die Wirtschaftsbosse unsere sauerverdiente Kohle. Sie babbeln uns über ihre Demagogie und Werbung blöde, während sie sich gegenseitig einen einschenken, Kaviar fressen und im Whirlpool die Arschbacken von Nutten kneten. Nein, bitte nicht missverstehen, darauf bin ich überhaupt nicht neidisch. Aber mich kotzt die Ungerechtigkeit an. Mich kotzten diese privilegierten Menschen an, die glauben, sich alles erlauben zu können, und außerdem noch über unser Leben und unsere Zukunft bestimmen wollen. Ich kann diese Scheinheiligkeit nicht mehr ertragen. Diese Versprechungen, Erklärungen und Ausflüchte…! Ich will das alles nicht mehr! Aber ich weiß auch, dass es nirgendwo auf der Erde besser ist. Im Gegenteil. Die meisten Flüchtlinge landen bei uns, weil sie da, wo sie herkommen, noch weit mehr am Arsch sind. Sie wollen endlich gerechterweise etwas vom globalen Kuchen abhaben. Ausgebeutet wurden sie lange genug. Es geht für viele ums blanke Überleben.
Ich verstehe die Welt nicht…
Warum geben diese Arschlöcher (da oben) nicht zu, dass sie einfach nur Arschlöcher sind? Damit könnte ich leben. Da befänden wir uns doch auf Augenhöhe.

Die Bayern wählen

Sehr geehrte Damen und Herren! Kommen Sie näher! Treten Sie ein! Erleben Sie nie dagewesene Sensationen! Die Bayern wählen! Aktuell für Sie in der Erstaufführung eine Horrorkomödie der CSU „Das Eis schmilzt“! Danach ein Requiem für die SPD „Wir pulverisieren uns selbst“! Neu dabei der Aufsteiger der Stunde, die AFD, mit dem Gassenhauer: „Gebt uns unseren Adolf zurück“! Für das Rahmenprogramm sorgen die Grünen, heute mit einem besonders schaurigen Lach Yoga! Meine Damen und Herren machen Sie mit! Hahaha! Weiter geht es mit der FDP und ihrer Tanztruppe! Lassen Sie sich überraschen! Die Rocky Horror Picture Show ist ein Dreck dagegen! Erleben Sie mit, wie sich Franz Josef Strauß im Grabe umdreht! Kommen Sie näher! Treten Sie ein! Bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe! Die Bayern wählen! Nur keine Hemmungen! Wir sind für Sie da, falls es Ihnen zu gruselig wird…

Unteilbar

Unteilbar ist nichts. Soweit ich weiß, ist es nur eine Frage der Energie – man kann quasi alles zerschießen. Wir stoßen dabei in immer irrwitzigere mikrokosmische Dimensionen vor, die sich kein Schwein mehr vorstellen kann. Gespensterteilchen fliegen uns um den Kopf, und eine ominöse Dunkle Materie durchdringt alles, ohne dass wir sie zu fassen kriegen. Ich bin schon immer fasziniert von solcherlei Grundlagenforschung. Ich würde gern wissen, woher mein Arsch kommt sowie das ganze Außenherum. Gott ist als Erklärung nicht mein Ding. Wenn ich mir anschaue, wie sich die Menschen ihren Gott zerschießen…, sie sich zwar in den monotheistischen Religionen auf denselben Gott berufen, aber machtbesessen, wie sie sind, in Juden, Christen, Moslems und was weiß ich alles zerfallen. Und damit nicht genug, sie schlagen sich dabei noch gegenseitig die Köpfe ein. Vollkommen irre: Zum einen der CERN Teilchenbeschleuniger, wo Wissenschaftler die Grundlagen des Daseins erforschen, und zum anderen Horden von Idioten, die sich aufgrund unterschiedlicher Glaubensrichtungen anfeinden und bekriegen. Was ist nur in den 14 Milliarden Jahren nach dem Urknall passiert, dass ich hier in dieser bescheuerten Welt hocke und nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll? Können nicht einfach alle nur Menschen sein? Die Erde ist furchtbar winzig im kosmischen Maßstab, weniger als ein Sandkorn auf einem endlos langen Strand… Wozu dieser Heckmeck mit Religionen, Nationen und Grenzen? Einfach mal in einer sternenklaren Nacht auf eine Wiese legen und gucken… einfach nur gucken. Seht Ihr was anderes als ich?

Heute findet in Berlin die „Unteilbar-Demo“ statt. Unter dem Motto: „Solidarität statt Ausgrenzung“. Zehntausende werden kommen. Gute Sache eigentlich. Aber allein der Gedanke an die sich durch die Stadt wälzende Menschenmenge schreckt mich ab. Gut, man will ein Zeichen setzen. Es gibt politische und religiöse Kräfte, die die Menschen wiedermal auseinanderdividieren wollen. Hatten wir in der Geschichte mehrmals. Ein Ränkespiel der Kräfte. Das Spalten einer Gesellschaft scheint leichter von der Hand zu gehen als ihr Zusammenwachsen. Die Bindungskräfte der Menschen reichen bei weitem nicht an die der Materieteilchen heran. Unteilbar ist wie gesagt nichts. Aber einen Tag lang können die Demonstranten im Umfeld von (scheinbar) Gleichgesinnten von einer unteilbaren und besseren Welt träumen. Wem`s gefällt. Ich werde (bei dem tollen Herbstwetter) lieber in die Peripherie Berlins fahren und am Ufer eines Sees bei einem Bier gedankenverloren in die Sonne blinzeln.

Erledigt

Die Sonne will es nochmal wissen, aber natürlich hat sie verloren wie ich. Man kann halt nicht einfach aus seiner Haut. Ich mixe mir einen Drink nach dem anderen und registriere, dass der Vorrat im Kühlschrank schmilzt. Im Großen und Ganzen habe ich alles Notwendige für heute erledigt: Wäsche gewaschen, Kartoffeln gekocht und mir einen runtergeholt. Alles geklappt. Nur ein paar Worte zu schreiben, schaffte ich noch nicht. Ich überlegte hin und her, wartete auf Inspiration, las die Nachrichten und einige Beiträge von Bloggern, surfte im Internet: Trump hat sich in Kim Jon Hig Un verliebt erfuhr ich u.a. … Sowas aber auch. Eine Arschlochliebe, – soll`s geben. Lindner appelliert, die AFD-Wähler nicht schlechter zu machen, als sie sind. Oder so ähnlich. Logo Pogo. Schließlich ist die AFD inzwischen zweitstärkste politische Kraft im Lande. Lindner ist ein echt heller Kopf. Er kann Eins und Eins zusammenzählen. Aber ich mag ihn nicht. Ich mag ihn noch weniger als Westerwelle, falls sich noch jemand an den Schwuli erinnert. Nein, ich habe absolut nichts gegen Homosexuelle. Ich habe gegen gar keine Minderheit nichts, und auch nichts gegen Juden, solange sie sich nicht wie Arschlöcher aufführen. Ich bin da ganz ehrlich und schere mich einen Dreck drum, ob meine Aussagen politisch korrekt sind. Ich verabscheue die heutige Politikerklasse, die nur noch konfus im Sinne ihres jeweiligen politischen Machtstrebens zwischen unterschiedlichen Haltungen herumeiert und keinerlei Rückgrat mehr zeigt. Trotzdem würde ich niemals die AFD wählen. Eine echte Arschloch-Partei das. Offenbar haben Arschlöcher gute Chancen, gewählt zu werden. Auch nichts Neues. Kacke aber auch. Was mache ich eigentlich noch auf der Welt, wenn ich alles so zum Kotzen finde? Nicht nur die Politik. Fast dasselbe gilt für die Liebe. Man verliebt sich meist in die größten Arschlöcher… Ist es nicht so?
Man kann halt nicht aus seiner Haut. Die Sonne schreit mich von der Seite an. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich weiß nicht, was ich von dem Leben halten soll, von alldem, was mir jeden Tag wie eine Welle „Irgendwas“ entgegenschwappt.

66

Ich hatte noch ein Quäntchen Hoffnung. Für den Arsch, wie`s aussieht. 66% für die GroKo und damit für die Fortsetzung der Kanzlerschaft Merkels. Das einzig Gute: es reiht sich wunderbar ein in den Abgesang der bisherigen Ereignisse 2018, persönlich, politisch… pandemisch. Ich mag es, wenn alles im Großen und Ganzen zusammenpasst, selbst wenn das eine nicht direkt mit dem anderen zusammenhängt. Darum mag ich z.B. Schnapszahlen. 66% – einfach großartig, wie das die SPD-Mitglieder hinkriegten. Das kann kein Zufall – das muss Kreationismus sein…
Auch wenn ich nicht an den lieben Gott glaube, so muss ich mich doch mit der Wirklichkeit abfinden. Warum muss der Mist, den ich mir vorstelle, in den allermeisten Fällen eintreffen? Es könnte doch auch mal wieder was passieren, was mich neu hoffen lässt. Okay. Eine andere Entscheidung war von diesen SPD-Spießern nicht zu erwarten. Ernsthaft. Dazu muss ich nicht Nostradamus bemühen.
Aber gut. Dinge, die man nicht ändern kann, mit Gelassenheit hinnehmen usw. – damit fängt doch das ganze Leben an, egal auf welcher Ebene! Habe ich mir etwa meine Gene ausgesucht? Habe ich mir meine Eltern ausgesucht, den Wohnort, wo ich aufwuchs, die Kirche, die mich taufte, die Zeit meiner Geburt, die Lehrer, die mir Noten gaben…? Und dann, – man hoffte als Jugendlicher auf die große bedeutende Zahl 18! 18! Fuckin` 18! Endlich durfte man selbst wählen… hahaha! Was für ein Scheiß! Kohl, Schröder, Merkel…
Entschuldigt. Ich bin sonst gar nicht so. Es ist mitunter einfach zu viel.