An der Oder entlang zum Stettiner Haff

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Stettin ließ ich schnell hinter mir, nicht nur, weil das Durchfahren von Großstädten kein Vergnügen ist, sondern weil mich mit dieser Stadt Erinnerungen an meine Ex verbinden (urg).

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Am Stettiner Haff radelte ich fast ausschließlich auf mehr oder weniger stark befahrenen maroden Landstraßen – ein erster Vorgeschmack auf die Wegequalität in Polen.
Was mir auf meiner Reise an den Polen auffiel: Stets sah ich sie mit Plastiktüten herummarschieren, selbst Sonntags. Ich fragte mich oft, was sie darin transportierten. Eine andere wenig ästhetische Auffälligkeit: Die polnischen Männer schoben sich bei heißem Wetter ganz ungeniert das T-Shirt über ihre Wampe hoch zur Brust, wo es wie angegossen saß. Ich war fasziniert… Wenigstens legten die meisten Polinnen mehr Wert auf ihr Äußeres.

Tourstart

Den ersten Tag ließ ich locker angehen. Ich schlief aus und packte in aller Ruhe meine Sieben Sachen zusammen. Etwas aufgeregt war ich schon – wie jedes Mal, wenn ich auf große Tour gehe. Der Zug fuhr erst am späten Vormittag. Ich hatte entschieden, die Fahrradreise bei Schwedt an der Oder zu starten und nicht ab Wohnungstür.
Es war der Samstag am Pfingstwochenende. Kein Wunder also, dass sich das Fahrradabteil schnell mit Wochenendausflüglern füllte. Viele hatten Sorge, dass sie vor lauter Fahrrädern ihren Ausstieg nicht schafften. Die Atmosphäre war angespannt. Ich dagegen konnte relativ gelassen bleiben, da ich bis zur Endstation fuhr. Trotzdem war ich froh, als wir endlich Schwedt erreichten und ich mich auf meinen Bock schwingen konnte. Jetzt so schnell wie möglich an die Oder – dann war ich auf der Strecke!

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Weit kam ich nicht – ich konnte nicht widerstehen, auf einem kleinen Volksfest unter den Einheimischen ein-zwei Bierchen zu trinken. Ziemlich öde der Rummel, aber ich hatte mich während der gesamten Zugfahrt zurückgehalten. Außerdem hatte ich jede Menge Zeit. Der Zeltplatz, den ich anvisiert hatte, lag nur etwa dreißig Kilometer die Oder runter.

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Dort traf ich auf bekannte Gesichter aus dem Zug – ein hübscher kleiner Campingplatz bei Mescherin direkt am Fluss. Sehr idyllisch. Gleich daneben ein Gasthaus, wo ich den ersten Tag auf der Terrasse beendete.