Dem Vergessen entgegen – Gedankenfragmente

Wie ändert sich die Sicht auf das Alt-Werden, wenn wir selbst alt werden?

Wenn ich im TV sehe, wie sich die Reichen und Schönen feiern, würde ich am liebsten in den Bildschirm kotzen.

Als Dichter/Künstler will ich unter die Haut gehen, sonst bin ich nur Dekorateur.

Was fühlen Eltern, wenn ihre Kinder zum Militär gehen?

Jeder guckt aus sich raus – ist das nicht irre?!

Warum kann man sich selbst nicht kitzeln, aber selbstbefriedigen?

Der Seelenblues.

Die Wahrheit ist schmerzhaft, aber sie reinigt.

Cum hoc ergo propter hoc.

Was war zuerst da – Dichter oder Sinnkrise?

Wenn der Tag lang ist

… denke ich allerlei zusammen. Das meiste ist schnell vergessen. Das ein oder andere notiere ich mir, weil ich weiß, dass ich es sonst vergesse. Manches davon war es nicht wert zu notieren. (Egal.) Es ist so ähnlich wie mit den Steinen oder Muschelschalen an einem Strand, die ich aufhebe und einstecke. Zuhause schmeiße ich die meisten wieder weg. Sie sehen nicht mehr so glanzvoll aus wie bei erster Betrachtung.

Warum gibt es eigentlich für Deutsche keinen weiblichen Plural? fragte ich mich. Keine Ahnung, wo ich da gerade war. Vielleicht im Zug, oder auf dem Fahrrad, oder ich saß im Biergarten. Ich ging im Geiste alle möglichen Länder/Staaten durch und bildete den Plural der Bewohnerinnen:
Französinnen, Engländerinnen, Belgierinnen, Schweizerinnen, Amerikanerinnen, Schwedinnen, Russinnen, Polinnen, Chinesinnen…
Für Deutschland gibt es nur die Deutschen, weiblich wie männlich. Jedenfalls hörte ich noch nie von Deutschinnen oder Deutschländerinnen. (Ich bin gespannt, wie der aktuelle Genderisierungs-Wahn dieser sprachlichen Anomalie begegnet.)

Ist manchmal schon merkwürdig, was mir so alles durch den Kopf geht.

Notizen

  • Was macht man in einer Gesellschaft voller Verräter?
  • Sie nennen ihre Lügen Aufklärung.
  • Ich habe niemandem mehr etwas zu beweisen.
  • Die Verlogenheit in der Gesellschaft ist mein Dauerbrenner-Thema.
  • Mit meinen Kindern muss ich nicht ins Reine kommen, weil ich keine habe.
  • Wohin soll ich in den letzten Jahren meines Lebens gehen?
  • Niemand hat die Chance, gegen sein eigenes Monster zu gewinnen.
  • Damals trank ich Alkohol aus Trotz und Auflehnung – heute ist er mein einziger Verbündeter.


Viele Alltagssituationen sind schwer in Literatur umzusetzen

Es kommt vor, dass ich beim Bier in der Kneipe sitze und wie aus dem Nichts taucht ein Satz vor meinem geistigen Auge auf. Keine Ahnung woher. Man sinniert im Zigarettendunst vor sich hin, gegenüber das Spirituosenregal…, im Ohr das Gebabbel der anderen Gäste, ohne zuzuhören, – ist also völlig in sich versunken… und plötzlich taucht ein Satz auf, eine Aussage zu irgendwas, ein Furz des Hirns, eine Sternschnuppe, die hinter der Stirn aufblitzt, um sofort wieder zu verblassen, wenn man sie nicht festhält. Früher trug ich darum immer einen Notizblock mit mir rum, heute hat man Smartphone.
Im Folgenden einige dieser Sätze aus den letzten Wochen. Der Titel dieses Beitrags gehört auch dazu. Es geht nicht um die Aneinanderreihung geistiger Glanzleistungen. Dazu fehlt es mir an intellektueller Grundausstattung. Sie sind mehr so was wie Farbsprenkel in Worten.

Warum kann ich mich nicht an meine Zukunft erinnern? (19.02.2019)

Der Spiegel zeigt dir den Teufel. (19.02.2019)

Fußball: Wir schauen zu, wie sich zwanzig Typen den Arsch aus der Hose rennen. (16.02.2019)

Mit dem Schwanz in einer Frau drin zu sein, hat schon was. (16.02.2019)

Gelesen: Angeblich erkennen Frauen die Stärke eines Mannes an seiner Stimme. (05.02.2019)

Die Sehnsucht der Materie nach Geist… (03.02.2019)

Ich glaube an die Quantenphysik. (27.01.2019)

Und wenn es nur ein Irrlicht ist, so ist es doch mein Leben. (25.01.2019)

Frauen sind Gefühlskapitalisten. (18.01.2019)

Wie muss ein Raum beschaffen sein, damit er Bewegung zulässt? (11.01.2019)

Ich meine, Sex sollte nicht in Arbeit ausarten. (06.01.2019)

Ich verstand nie, dass sich Frauen, die wesentlich mehr Ehrgeiz als ich hatten, auf mich einließen. (29.11.2019)

Früher klangen die Stimmen anders. (17.11.2019)