3. Tag

Ich könnte jeden Tag das Bett frisch beziehen. Dazu fehlt mir aber die nötige Energie. Auch heute Nacht wieder alles nass geschwitzt. Seit zwei Tagen will ich zur Apotheke und eine Kleinigkeit einkaufen, schaffe es aber nicht. Heute muss ich…, denn morgen ist Feiertag. Die Stunden verrinnen, egal ob man krank oder gesund ist, ob man arbeitet oder faulenzt. Der Malstrom der Zeit reißt einen unweigerlich mit sich… Zusammengekrümmt sitze ich am Computer. Matt lächelnd bescheinige ich mir, dass ich ganz schön am Arsch bin. Abgesehen vom Infekt nagt in mir nach wie vor der Trennungsschmerz in all seinen Facetten… Noch während sie mir ihre Liebe beteuerte, rammte sie mir hinterrücks ein Messer ins Herz. Sie zerstörte mit einem Schlag alles, was unsere wunderbare Liebesgeschichte ausgemacht hatte. Vier Jahre Glück fielen wie ein Kartenhaus zusammen. Sie entzog sich den Problemen, den gemeinsamen Aufgaben und einer gemeinsamen Zukunft. Ich verstehe die Motive, die sie mir darlegte, nicht, – war doch sie in unserer Zeit stets diejenige, die beschwichtigte und mich bei aufkommenden Zweifeln beruhigte. Und ich ließ mich hinhalten. Wenn eine Liebe wie ein Märchen anfängt, dann kann dies offenbar den Blick für die Realitäten nachhaltig verstellen.
Tagelang quasi ans Bett gefesselt, kam ich verstärkt ins Grübeln. Gegenwehr zwecklos. Alles wird tausendmal hin- und her gewälzt. Schweißgebadet wachte ich auf und fühlte mich endlos traurig und allein. Aber so ist das Leben eben. Ohne Rückschläge funktioniert es nicht. Es besteht aus Niederschlag und Wiederaufrappeln…
Nun erstmal unter die Dusche, damit ich es heute endlich vor die Tür schaffe.