Es hilft nichts

Lebbe geht weiter – es tröpfelt vor sich hin, Tag für Tag… In manchen Orten Deutschlands wurden die Menschen aus ihrem Alltag gewaltsam herausgerissen. Das Leben verdichtete sich zu Momenten der Verzweiflung und Todesangst. Straßen, Autos, Häuser mit Mann und Maus versanken in den Fluten, wurden von den Wassermassen fortgerissen. Viele Menschen verloren nicht nur Hab und Gut, sondern auch ihr Leben.
Einmal mehr wird uns bewusst, dass das Leben lebensgefährlich ist. Es kann keine 100%ige Sicherheit vor Naturgewalten und Krankheiten geben. Zu viele leben in dem Irrglauben, dass mithilfe von Wissenschaft und Technik alles kontrollierbar sei und sitzen dabei dem faustischen Wahn auf. Selbst an sich gute Vorsätze werden durch die Allmachtsfantasien des Menschen zum Wahnsinn. So gereichen Errungenschaften von Wissenschaft und Technik uns niemals nur zum Guten. In der Geschichte zeigt sich stets die Janusköpfigkeit des Menschen. Er will das Gute und schafft dabei das Böse (– im Gegensatz zu Mephistopheles in Goethes Faust).
Ich will niemals meine Freiheit als Mensch für vermeintlich mehr Sicherheit aufgeben. Ich will nicht den Verführungskünsten eines Mephistopheles auf den Leim gehen… Egal, ob er als Kapitalist, Technokrat, Politiker, Priester oder Ideologe daherkommt.
Im zarten Alter von 16 schrieb ich meiner ersten großen Liebe folgendes Gedicht:

So seicht, so zart im Scheine einer Kerze
Träume ich von einem Sinn
Ohne Eile, Angst und Hetze
Will ich wissen, wer ich bin
Immer dieses Suchen und Erstreben
Das will ich nicht
Was ich will, ist leben
Einfach so im Kerzenlicht

Damit ist alles gesagt – bis heute. Ich stand schon immer auf Kriegsfuß mit unserer durch und durch technokratischen Welt, welche den Menschen entmenschlicht und zu einem Teil einer monströsen Maschinerie werden lässt. Ich wollte dabei nie mitmachen.