Bunte Vielfalt vs. Ideologisierung

Ich mag die bunte Vielfalt der Menschen, z.B. hier in Berlin. Die Demagogen/Ideologen hinter diversen Bewegungen allerdings sind mir zuwider. Ebenso wie mir Hetze und einseitige Propaganda negativ aufstoßen, egal mit welch angeblich hehrer Gesinnung sie daherkommen. Mir wird regelmäßig schlecht, wenn ich unseren sogenannten Volksvertretern und anderen gesellschaftlichen Prominenzen in Polit-Talkrunden oder im Bundestag zuhöre. Politik ist ein dreckiges Geschäft. Wer den Schmutz sieht und auf ihn öffentlich hinweist, muss sich warm anziehen… Die Mächtigen lassen sich ungern in die Suppe spucken. Nun könnte man meinen, dass in einer Demokratie Meinungsfreiheit herrsche, dass Kritik an der Politik und die Benennung von Missständen sogar erwünscht sei… Ich hebe mein Glas auf die ewig Gutgläubigen, auf die Obrigkeitshörigen, auf die gedankenlosen Mitläufer, ganz egal, wo sie sich beheimatet fühlen – politisch, ideologisch oder religiös, ob sie bar jeglicher Haltung sind oder vor Weltverbesserungseifer triefen. Alle sind sie mir gleich lieb…, Hauptsache sie bewahren sich einen Rest Menschlichkeit + gesunden Menschenverstand, bleiben gesprächsbereit – bewegen sich auch mal aus ihren „Blasen“ heraus.
Denn lassen wir es an der Verständigung untereinander fehlen, fällt die Welt unweigerlich auseinander, und das nicht friedlich.

Das Wettrennen der Ängste

„Halte durch!“, schreibt mir eine Mail-Freundin, die mit Hund und Mann in den Urlaub abdampft. Ich bin bereits wieder 1 Woche aus meinem Urlaub zurück und dokumentiere Tumoren bis zum Erbrechen. Wer hat solche Arbeiten erfunden? Wie kam ich nur dazu? – und befinde mich bereits im 6. Jahr…

Vor der Kupferkanne das ein oder andere Feierabendbierchen gezischt, von meiner Fahrradreise erzählt und mehr. Wir erleben unruhige Zeiten. Allerlei Ängste begleiten unseren Alltag: Kriegsangst, Virenangst, Angst vor Inflation, Angst vor Altersarmut, ganz allgemein Angst vor der Zukunft, Angst vorm Klimawandel, Angst vor Unfreiheit und Diktatur… Wir erleben ein regelrechtes Wettrennen der Ängste. Mal liegt die eine vorne und einige Zeit später die andere, oder es taucht im Hintergrund eine Angst auf, die man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.

Nicht mit allen Menschen kann man unbefangen über alles reden. Manche klammern sich an ihre Feindbilder, an ihr Weltbild wie ein Kind an sein Lieblingsplüschtier. Der Mensch wird zum eigenen Gedankendiktator und verbietet sich alle Einflüsse, welche diese Diktatur hinterfragen oder unterminieren könnten. Wenn mein Gegenüber bei einer schlichten Meinungsäußerung meinerseits sogleich aggressiv/beleidigend reagiert, weiß ich, dass ich in den Fokus seiner Gedankenpolizei geriet. Es geht dann nicht mehr um einen normalen Meinungsaustausch, sondern nur noch um Schadensbegrenzung. Am Besten relativiere ich meine Meinung und versuche dem Gespräch einen anderen Faden zu geben. Wenn das nicht klappt, und ich mit Beleidigungen und Vorwürfen zugeschüttet werde, bleibt mir nichts anderes übrig als zu gehen.
Dass ich relativ tolerant bin, hängt vielleicht damit zusammen, dass mein Gedankendiktator ein Freigeist ist. Er verfolgt kein totalitäres Ansinnen. Vielmehr schätzt er aufklärerische Gedanken, die Idee von Meinungsfreiheit und Menschenrechten.
„Leben und leben lassen“ – ich denke an meinen alten Freund Armin, dessen Lieblingsspruch das war. Er war starker Raucher, Trinker und Spieler. (Ich weiß nicht, wo er heute lebt – ob er noch lebt.) Die paternalistische Überfürsorge und Hypermoral des Staates, welche wir heute erleben, entmündigt das Individuum, konterkariert die Demokratie und führt uns hin zu einem totalitären Kontroll-Staat nach chinesischem Muster. Wer will das?!

Ich weiß nicht, welche meiner Ängste gerade vorne liegt. Ein heikles Thema. Vor Corona und Affenpocken jedenfalls fürchte ich mich nicht. Da habe ich eher Angst davor, dass es aufgrund der Dummheit der Politiker zum 3. Weltkrieg kommt.

Danke

Dass nun auch einige prominente Schauspieler(innen) den Mund aufmachten und mit dem Mittel der Satire (#allesdichtmachen) die Corona-Regierungspolitik sowie die mediale Angstmache aufs Korn nahmen, war lange überfällig… Seit Monaten kann man sich fragen: Wo sind die deutschen Kulturschaffenden, die Prominenten, die Intellektuellen? – Sind sie etwa alle weichgespült und auf Linie?
Wie nicht anders zu erwarten, sind die Reaktionen geteilt. Sofort wurde politisiert und diffamiert – wie es bereits bei Wissenschaftlern und Journalisten, die eine „unerwünschte“ Haltung zur Corona-Maßnahmenpolitik öffentlich proklamieren, seit Beginn der Pandemie passiert. Der Diskurs wird einseitig abgelehnt, die Kritiker werden in eine Ecke mit Verschwörungsmystikern und Rechten kaltgestellt.
Aber die Riege der ca. 50 Schauspieler(innen) erfuhr auch Zustimmung und Applaus für ihre Aktion, und das nicht nur von Seiten der AfD und den Corona-Leugnern. Auch wenn es die Leitmedien nach wie vor ignorieren: Es gibt sehr viele Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, welche die Corona-Politik der Regierung kritisch sehen und die massiven Einschränkungen ihrer Grundrechte nicht länger protestlos hinnehmen wollen.
Ich danke Jan Josef Liefers, Richy Müller und den anderen für ihre kritische Aktion. Der Gegenwind ist heftig. Das Ganze kann schon einige Kratzer und Beulen auf dem bisher einwandfreien Renommee hinterlassen. Und sicher werden sie unter Rechtfertigungsdruck geraten, wenn die Corona-Maßnahmenbefürworter ihre moralischen Keulen schwingen. Sie werden erfahren, wie es in Deutschland um die Meinungsfreiheit wirklich bestellt ist. Vielleicht werden einige ob dieses gesellschaftlichen Drucks einknicken und „widerrufen“. Ich hoffe, Liefers und Müller bleiben standhaft – sie sind zwei meiner Lieblingsschauspieler im Deutschen Fernsehen.