Radausflug nach Burg (2)

Was soll ich über Burg sagen(?) Ein Kurort. Ich blieb nicht lange, kaufte mir Schmiermittel für die Fahrradkette und saß da und dort ein bisschen rum. Fotos machte ich nur wenige.

Kurort Burg

Große Lust, den Ort näher zu erkunden, hatte ich nicht. Da ich nicht zu schnell zurück sein wollte, fuhr ich einen Bogen hin zur Pohlenz-Schänke, die mir vom letzten Besuch positiv in Erinnerung war. Die liegt etwas außerhalb vom Touristik-Radius. Ich strampelte durch die Pampa, ohne vielen Menschen zu begegnen. Ich habe im Grunde nichts gegen Menschen. Ich mag Menschen. Ich beobachte sie gern. Ich mag nur nicht viele zu dicht um mich.  
Ich kam bei der Pohlenzschänke an und musste lesen: „Wir sind in der Winterpause…“.
Also Retour. Natürlich nicht zurück nach Burg. Ich bog ab nach Leipe, ein Dorf zwischen Lübbenau und Burg. Ich wusste, dass dort ein Biergarten war. Der Biergarten war okay. Das Bier ging auch. Bier ist Bier. Am besten schmeckt es, wenn man durstig ist. Und kalt sollte es sein. Na ja.
Zurück nach Lübbenau waren es nur noch ca. 7 Kilometer. Ich war zu früh zurück… und musste noch etwas Zeit totschlagen. Also streifte ich durch die Lübbenauer Altstadt…

     

wo die Touris sind, Lübbenau
wie gesagt: ich liebe Menschen

und schöne Gassen mit Objekten


Ankunft und erste Eindrücke

Vergangenes kommt mir wie ein Traum vor, wenn da nicht ein paar Bilder wären. In Träumen kann man keine Fotos schießen. (Noch nicht.) Mein Aufenthalt im Spreewald war also kein Traum. An zwei Tagen erkundete ich mit meinem kleinen Fahrrad allerlei Wege und Orte. Viele Stunden verbrachte ich unter freiem Himmel. Immer noch waren eine Menge Touristen unterwegs – wichtig für den Lebensunterhalt der Ansässigen. Ich kam in einem Zimmer in der Altstadt unter. Zum Frühstück saß ich alleine in der Gaststube, was mich wunderte. Die meisten Touristen unternahmen wahrscheinlich nur Tagesausflüge, wurden mit Bussen herangekarrt und fluteten in Gruppen Lübbenau sowie die naheliegenden Sehenswürdigkeiten wie das Museumsdorf Lehde oder das Ausflugslokal Wotschofska. Morgens 10 Uhr ging es mit den Kahnfahrten los, und gegen 16 Uhr war Sense. Auch viele Biergärten hatten kaum länger geöffnet. Der Gasthof, in dem ich nächtigte, machte um 18 Uhr dicht.
Für den Anreisetag (Tag der Deutschen Gemeinheit*) hatte ich keinen großen Plan, wollte mich einfach nur umgucken. Ich radelte von der Altstadt in die Neustadt, abseits vom Touristikbetrieb. Ich weiß nicht, was ich erwartete – Feiertag, die Geschäfte hatten geschlossen und nur wenige Menschen waren auf der Straße. Vor einer offenen Bäckerei genoss ich einen Kaffee und beobachtete die Leute, mehr alte als junge, mehr dicke als dünne, die kamen und gingen.  
Schließlich machte ich mich auf den Weg zurück, zum Kleinen Hafen unweit meiner Unterkunft. Ich setzte mich in einen Biergarten direkt am Wasser. Viel war dort nicht mehr los. Ich trank mein Bier und war zufrieden…
Noch wollte ich nicht auf mein Zimmer. Also beehrte ich meinen Gasthof, um eine Kleinigkeit zu essen, bevor der zumachte. Die Gaststube war leer. Verunsichert schaute ich auf die Uhr. Es war kurz nach 17 Uhr. „Bekomme ich noch was?“ fragte ich lächelnd. Der junge Mann hinterm Tresen nickte.
Als ich saß, blickte ich mich um. Überall an den Wänden hingen Tiertrophäen und Geweihe, außerdem jede Menge ausgestopfte Tiere. Am hervorstechendsten war eine Reihe von Großwild-Trophäen aus Afrika. Ich fragte den jungen Mann, der bediente, ob er Afrika-Fan sei. „Nein“, antwortete er, „der Chef ist Jäger. Die hat er alle selbst geschossen.“ „Aha“, meinte ich.
Ich bestellte Kartoffeln und Quark mit Leinöl, eine einheimische Spezialität. Einen großen Hunger hatte ich nicht. Es kamen noch ein paar Gäste herein, die aber alle abgewiesen wurden. Etwas seltsam fühlte ich mich dort alleine, umringt von den ausgestopften Tieren. Das Essen schmeckte so lala. Es blieb das Einzige, vom Frühstück abgesehen, was ich in diesem Gasthof zu mir nahm.
Ich war angekommen. Im Grunde begann mein Aufenthalt auch erst am nächsten Tag mit einer Radtour nach Burg.

* eine Wortschöpfung, die mir im Laufe des Tages in den Sinn kam

  

Bahnhof Lübbenau
ein Objekt am Rande
am Kleinen Hafen
in der Gaststube
Blick aus dem Fenster meiner Unterkunft

Na dann, nochmal Spreewald

Drei Übernachtungen im „Spreewald-Idyll“ stehen kurz bevor. Am Tag der Deutschen Einheit reise ich mit Zug + Faltrad an. Kaum einen Monat ist es her, dass ich eine Fahrradreise die Spree rauf bis Lübben unternahm. Da war noch Spätsommer, und ich war weitgehend mit Kurzen Hosen und T-Shirt unterwegs. Ein wenig wärmer werde ich mich diesmal anziehen müssen.
Ich bin gespannt, wie sehr der Herbst inzwischen im Spreewald Einzug hielt, wie sich die Atmosphäre veränderte… Geplant sind eine Radtour nach Burg, mit dem Paddelboot durch die Kanäle und Fließe, außerdem die nähere Erkundung Lübbenaus (wo ich auch übernachte). Ich hoffe natürlich, dass ich nicht aufgrund von Regen absaufe… (Nein, es soll lt. Wetterfrosch ab Dienstag ganz gut werden.)
Kein großes Ding diese Reise, aber allemal besser, als die ganze Urlaubswoche in Berlin zu hocken. Und ich werde wieder ein paar (schöne) Bilder mitbringen, mit denen ich meine nächsten Blogbeiträge schmücken kann.

Im Spreewald (4)

„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“ – da kann ich Hannibal Smith vom A-Team nur zustimmen. Meine Radreise klappte nach Plan. Am letzten Tag radelte ich von Lübben nach Lübbenau und drehte von dort aus eine Runde durch den klassischen Spreewald. Das Wetter war diesmal von Anfang an super. Bei schönstem Sonnenschein machte ich mich am Morgen auf den Weg nach Lübbenau. Nach einer Pause tauchte ich ein in den Spreewald…

Lübbenau

Lehde

Pohlenz-Schänke

Pohlenzschänke – Innenansicht

Touristen-Abfütterung im Ausflugslokal Wotschofska