Hertha gewann in Paderborn

Gerade fiel mir ein, dass ich gestern seit längerer Zeit mal wieder Lotto spielte. Intuitiv kreuzte ich die sechs Felder an und gab den Schein bei meinem Lieblingskiosk am Ende der Straße ab. Der Türke kennt mich schon, weil ich meine DHL-Pakete bei ihm abhole. Gute Sache, sie an eine Filiale senden zu lassen, denn normalerweise bin ich nicht zuhause, wenn der DHL-Bote kommt (dummerweise muss ich wie der DHL-Bote tagsüber arbeiten).
Danach Einkaufen und ab ins Pub. Da die Bar besetzt war, setzte ich mich zu Harry und Edgar. Irgendwie mag ich diese Penner. Harry gibt immer ein paar Stories über Kneipen und Zuhälter zum Besten. Er kennt im Kiez Hinz und Kunz. Und Edgar ist sowieso Pub-Geschichte.
Natürlich lief auf den TV-Bildschirmen Bundesliga, speziell die beiden Begegnungen Hertha – Paderborn und Union – Leverkusen. Harry hielt sich wie immer an seiner Flasche Brandy und war bereits in Erzähllaune, als ich eintraf. Am Tisch neben uns saß ein Juristenpärchen. Yuppies, die offenbar die versiffte Säuferatmosphäre des Pubs schätzen. Der Typ ging sofort in die Offensive und bestellte eine Runde Korn. Da konnten wir uns nicht lumpen lassen. Ich kriegte gerade noch die Ergebnisse der beiden Spiele mit… Immer wenn ich mich auf Hochprozentiges einlasse, gehen mir viele Stunden meines Lebens verloren.
Heute Morgen schlußfolgerte ich angesichts des Geschirrs in der Spüle, dass ich noch einen ordentlichen Appetit gehabt hatte. Der Sonntag sieht nach einem gemütlichen Kerzenschein-Tag aus. Ganz schön düster – ich sehe kaum die Tastatur. Mal nach den Lottozahlen vom Samstagabend googeln.

 

Wo bleibt der Plakatierer?

Die Handballer sind mir sympathisch – ganz andere Typen als diese Fußballer. Schon rein äußerlich keine solchen Schmalbrüste. So stelle ich mir eine Horde Wikinger vor. Echte Kerls halt! Gefällt mir gut, was die Deutschen Handballer bisher bei der WM ablieferten. Ich wünsche ihnen, dass sie ins Halbfinale oder gar ins Finale kommen. Wenn sie weiterhin Spiel für Spiel so fokussiert sind, haben sie gute Karten. Ich bin gespannt, was sie heute Abend gegen die Wikingertruppe der Isländer zeigen.

Ganz vergessen, wie das ist: in die Sonne blinzeln. Wenn auch bitter kalt. Die Sonne bringt nicht nur Licht in die Außenwelt, sondern auch in die Seele. Sie kitzelt die paar Lebensgeister, die ich noch habe. Ich laufe mit dem Handstaubsauger durch die Wohnung und jage Wollmäuse. Auch das Staubtuch kommt mal wieder zum Einsatz.

Nachher ein Paket abholen in meiner Abholfiliale, dem Kiosk nur 150 Meter die Straße runter. Vor kurzem träumte ich von Scheiße, was Reichtum bedeuten kann. Ich könnte bei dieser Gelegenheit Lotto spielen. Irgendwo liegt ein vor Monaten ausgefüllter Lottoschein…
Ich finde ihn nicht. Werde wohl einen neuen ausfüllen müssen. Oder auch nicht. Sowieso Quatsch. Obwohl, man weiß nie. Und wie wähle ich die Zahlen? Blind? Einer geheimen Eingebung folgend?
Nur mal angenommen, ich hätte wirklich sechs Richtige, – wäre ein solcher Lottogewinn tatsächlich ein Segen? Ich komme ins Grübeln. Bei meiner letzten Partnerin dachte ich auch, sie sei sowas wie ein Sechser im Lotto für mich. Heute weiß ich, dass sie der größte Scheiß war.

Die Litfaßsäule auf der anderen Straßenseite ist immer noch nackt. Wo bleibt der Plakate Ankleber? Ich googelte inzwischen, dass es „Plakatierer“ heißt. Also, wo bleibt der Plakatierer? Würde gern mal wissen, ob sich noch jemand außer mir für diese Litfaßsäule interessiert. Am Ende existiert sie nur in meinem Kopf… Ich sollte nachher überprüfen, ob sie da wirklich steht. Am Besten ein Foto machen.