Wohin gehen als in mich selbst

Das Vertrauen in die Leuchttürme schwindet zusehends. Die Küstenlinien verschoben sich. Zu viele falsche Leuchtfeuer werden gezündet. Die Wissenschaften gelten als das tragende Leuchtfeuer der Moderne und Postmoderne… Daneben die Ruinen der alten Religionen. Die Herzen der Menschen wechseln von einem Käfig in den anderen. Es ist ein einziges Orientierungsdesaster. Der menschliche Geist scheitert an den Klippen seiner Ideen. Abermillionen Seelen folgen den falschen Lichtern und gehen unter – gestern wie heute.
Auch die Elfenbeintürme der Intelligenzia werden einstürzen. Sie bescheinen nur sich selbst. Die Wissenschaften verzetteln sich im Spezialistentum.
Und die Politik kann sich noch so strecken, sie erreicht die Herzen der Bürger nicht. Demokratie und Grundgesetz verlieren an Strahlkraft, – werden auf das Schlachtfeld der Meinungen geschleift, bis sie stumpf und abgewetzt erscheinen.

Seit Jahrzehnten hüte ich mein eigenes kleines Licht. Das Vertrauen in die Leuchttürme dieser Welt verlor ich bereits in der Schule. Meine Fragen wurden an diesem hehren Ort der Wissensvermittlung belächelt und weggewischt. Der Lehrplan sah nicht vor, das Herz zu bilden. Stattdessen wurden die Köpfe der Schüler mit allerlei Wissen zugemüllt. Es hieß, wir sollten auf die Leistungsgesellschaft vorbereitet werden. Unsere Zukunft schien vorgezeichnet.
Mein kleines Licht ging nie aus. Ich schreibe in jedem Gedicht und Text davon. In jedem Bild, das ich male, leuchtet mein eigenes kleines Licht… Und obwohl es mich in die Einsamkeit führte, halte ich eisern daran fest.