Dicht dran – Lichtjahre entfernt

Der böse Russe verdrängt das böse Corona-Virus aus den Schlagzeilen. Ein Wintersturm jagt den nächsten. Ich sehe die Wolken fliegen und die kahlen Zweige der Stadtbäume sich wiegen. In der Nacht pfeift der Wind Lieder.

Der mittwöchendliche Bürotag gespickt mit kollegialen Plaudereien – herzerfrischend! Den Rest der Woche in der Homeofficeödnis, begleitet von TV-Geplapper.

Wie viele Lichtjahre liegen zwischen mir und der Welt da draußen? Wie nah bin ich mir selbst?    

Der Blick in den Kühlschrank zeigt an, dass ich einkaufen sollte. Nicht dass mir am Wochenende der Sprit ausgeht.

Aus einem fahrenden Zug steigt man besser nicht aus

Die Sonntagsonnenstrahlen schwingen sich aufs Ross und reiten mit glitzernder Rüstung die Straßen rauf und runter. Kampflos fällt die Stadt. Die Menschen ergeben sich, treten vor die Tür und begrüßen die Ritter der Sonne mit einem Lächeln.
Ich öffne die Fenster und dehne mich im Türrahmen. Ich laufe unruhig von Zimmer zu Zimmer. Ich fixiere den unanständig blauen Himmel über dem Hinterhof. Kühlschrankkälte fällt an mir vorbei in die Wohnung…