Geil

Kurz vorm Aufwachen träumte ich von einem Typen, dessen Frau ihm zu seinem Geburtstag einen runterholen wollte. Aber ständig störten ankommende Gäste. Auch war die Frau nicht richtig bei der Sache. Der Typ stand ziemlich frustriert da mit seinem Geburtstagsständer…

Gut, dass ich nicht Geburtstag habe und keine Frau, die`s nicht gebacken kriegt.
Yeah – Wochenende! Was steht sonst noch an? Soll hier in Berlin ganz goldig werden das Wetter. Die sogenannten Frühlingsgefühle kitzeln.
Gestern mit ein paar Kolleginnen und Kollegen beim Mexikaner gespachtelt. Eigentlich liegt mir solch nachfeierabendliches Zusammenklönen nicht. Aber ich befinde mich derzeit in einer Situation, wo ich besser Kontakte pflegen und/oder ausbauen sollte. Es war eine nette kleine Runde, und es uferte nicht aus. Ich trank gepflegte drei Bier während des Essens. Kein Vergleich mit den Betriebsfeiern damals im Altenheim, wo gesoffen wurde, bis das Licht ausging.
Wie viele Tage hocke ich eigentlich jedes Jahr im Büro? Kann man natürlich googeln… In Berlin sind es 251 Arbeitstage für 2019, minus 30 Tage Urlaub bleiben 221. Das heißt, ich muss rund 60% des Jahres malochen. Ich saß an meinem Schreibtisch bei der Dokumentation und dachte: FUCK – much too much! Ab und zu suche ich krampfhaft nach ein paar Themen, mit denen ich mich von der Tumorscheiße ablenken kann. Du wirst blöde im Kopf, wenn du stundenlang Diagnosen, Pathobefunde und Behandlungen ins Dokumentationssystem kloppst. Gut, dass meine Kollegin wieder aus dem Krankenstand zurück ist, und ich nicht mehr alleine im Zimmer sitze. Ein Wortwechsel und ein paar Lacheinheiten zwischendurch sind Gold wert.
Okay, aber jetzt ist erstmal Wochenende. Ich freue mich auf die Sonne und den Biergarten. Eine verrückte Idee wäre auch nicht schlecht. Irgendwas, wo ich sagen könnte: Wow! Das ist der Hammer! Das verändert alles! Warum ist mir das nicht schon früher eingefallen?!
Ich denke dabei an nichts bestimmtes. Es wäre sowas wie die Geburt von etwas grundlegend Neuem – eine Erleuchtung! Wenn ich mir überlege, wie viel Zeit ich mit Grübeln verbringe… Ein paar geile Gedanken sind immer mal wieder dabei, letztlich blieb es aber eine endlose Wichserei ohne durchschlagenden Orgasmus.

Schönes Wochenende

Seit Hubble wissen wir, dass sich das Weltall ausdehnt. Ausgangspunkt des Ganzen ist der ominöse Urknall. Ich frage mich in diesem Zusammenhang: Wohin soll sich etwas ausdehnen, wenn es nichts außenherum gibt?

Gestern tauten unter den Kollegen und Kolleginnen die Gemüter auf. Das Wochenende stand vor der Tür, und das Wetter dazu war vielversprechend. Die Stimmung im Büro wurde immer ausgelassener. Das erste Mal seit den mittlerweile drei Monaten, die ich dort arbeite, fühlte ich mich unter ihnen angekommen. Sie sind ziemlich vital mit dem Mundwerk. Ein Spruch jagte den nächsten, ganz Berliner Schnauze. Nächsten Freitag wollen wir nach Dienstschluss eine Sause zum Biergarten unternehmen…

In einer Region auf dem Mars, die als Schweizer Käse-Terrain bezeichnet wird, wurde ein kreisrundes Loch entdeckt. Die NASA rätselt, ich auch.

Ich freue mich auf ein entspanntes Wochenende in Berlin, d.h. in Schöneberg. Der Radius für Ausflüge ist beschränkt, da ich Rufbereitschaft habe – auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass ich z.B. wegen eines Einbruchs oder eines Defekts an der Alarmanlage tatsächlich antanzen muss.

Wie kommen diese irrsinnig großen Mengen Wasser auf die Erde? Auch dazu entwickelte die Wissenschaft Theorien. Sicher weiß es aber niemand. Ich liebe es, abends bei Dokus über die Rätsel des Lebens und des Universums einzuschlafen.

Die vielen Fälle, die ich täglich dokumentiere, sind reale Schicksale. Dieser vermaledeite Krebs! Mich schaudert. Das Leben kann ganz schön gruselig sein.