Luftschnappen

Heute Montagssonne. Das ist erfreulich. Lädt zum Luftschnappen ein. Mit einer Flasche Roten in den Park gehen. Meine Lieblingsmusik in den Ohren. Oder einfach nur Berlin lauschen… Ach ja, und riechen, viel riechen.

Es wird eine kurze Arbeitswoche. Ein Bürotag umrahmt von zwei Homeofficetagen. Wahrscheinlich relativ entspannt. Viele haben Urlaub. Und alle befinden sich im Weihnachtsmodus. Außer mir. Ich tötete Weihnachten vor langer Zeit. Es existiert nicht mehr in meinem Herzen. Aber gut: Wer`s braucht. Leben und leben lassen. Vielleicht erinnern sich manche an die Weihnachtsbotschaft. Ich meine Nächstenliebe und so. Ein paar Tage Waffenstillstand – lach!

Ich darf nicht vergessen, mich mit Wodka, Wein und Bier einzudecken, damit ich über die Zeit komme. Sollte ich nicht vor mir herschieben. Nicht auf den letzten Drücker. Viele befürchten leere Regale. Es wäre eine Katastrophe, wenn das Arschwischpapier wieder ausginge… Aber vielleicht kann man sich über die Feiertage mit Geschenkpapier behelfen.

Schön, dass dieses Jahr bald rum ist, auch wenn es nicht danach aussieht, als würde 2022 besser. Abhaken! – wie schlechten Sex oder einen verkorksten Tag oder ein mieses Gedicht oder einen Kater nach einer durchzechten Nacht. Man muss es nehmen, wie`s kommt. Genug Larifari für heute. Die Sonne steht vor der Tür und wird langsam ungeduldig.

 

Guten Morgen 2021

Für Berlin war es wirklich erstaunlich ruhig am Silvesterabend. Mein häuslicher Frieden wurde kaum gestört. Nur einmal drehte einer meiner Nachbarn die Musik sehr laut… Ich lag wie immer im Bettchen, umarmte das Kissen und schaute Videos auf YouTube. Zurzeit habe ich ein Faible für die Mathe-Vorlesungen eines Herrn Weitz. Ich höre ihm gern zu (wenn ich auch nicht alles verstehe).
Das Neue Jahr beginnt nasskalt. Ein schmutziger grauer Tag schaut durchs Fenster herein. Ich sitze stoisch am Schreibtisch und trinke ein kaltes Bier. Passend dazu mein Lieblingsbluessender – was sonst? Gut, dass morgen die Supermärkte aufhaben. Das Klopapier wird knapp.

Easy livin`

Wir steuern auf die Kurze-Hosen-Zeit zu. Schön, wieder Bein zeigen zu können. Gestern schon mal probeweise. Meine Haxen freuten sich. Ich war im Park – wo sonst… Ich wurde gar nicht satt vom Schauen – wie alles kreucht und fleucht. Die Natur macht mobil. Schade, dass der Spätkauf zuhatte, sonst hätte ich mir noch ein paar Bier geholt. Was braucht Mann mehr als eine solch berauschende Kulisse, ein kaltes Bier und seine Lieblingsmusik im Ohr. Für die nächsten Tage steht Ähnliches auf dem Programm. Dann ist das verfickte Ostern auch wieder vorbei.
Las mir gerade durch, was Michael Müller, seines Zeichens Regierender Bürgermeister Berlins, den Bürgern und Bürgerinnen schrieb. Es gab da letzte Woche eine Briefsendung an alle Haushalte. „Blablabla… Und vor allem: Halten Sie einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen, so schwer es auch fällt.“ Sehr geehrter Herr Bürgermeister, das fällt mir so gar nicht schwer. Von mir aus kann diese Regel für immer bestehen bleiben… Auf der Rückseite des Briefes gibt`s dann wenigstens noch ein paar nützliche Telefonnummern und Internetadressen. Okay, wie nützlich die sind, weiß ich nicht. Für einige bestimmt, die mit dem ganzen Corona-Dingsbums nicht so klarkommen.
Heute Morgen brach ich mein letztes Paket Klopapier an. Langsam kriege ich es mit der Angst zu tun. Ich sollte sparsamer mit dem Zeug umgehen…