Bald sind die Haare wieder dran

Ich denke, dass ich nochmal selbst die Haarschneidemaschine bemühe. Ich mochte es noch nie, dass man bei den meisten Frisören einen Termin braucht. Jahrelang ließ ich mir darum bei einem Bahnhofsfrisör (in Heidelberg) die Kopfflusen schneiden. Ich setzte mich an die Bar im Restaurant gegenüber und konnte von dort sehen, wann ich an der Reihe wäre. Schon damals bevorzugte ich eine Kurzhaarfrisur. Es ging ratzfatz, und ich konnte wieder zu meinem Bier zurückkehren.
Ich mag es schnell und unkompliziert. Dasselbe gilt für Arztbesuche, Supermärkte… allgemein das Einkaufen. Ich verbinde solche mir eher lästigen Tätigkeiten normalerweise mit einem Kneipenbesuch. Erst die Arbeit (oder das Unangenehme), dann das Vergnügen. Derzeit fällt leider das Vergnügen bzw. das Angenehme seit Monaten total aus. Ich muss mich zwangsweise zuhause selbstvergnügen.
Okay, nur nicht jammern, wenn es einem im Großen und Ganzen doch gut geht. So wurden wir erzogen. Auch meine Ex-Partnerin war so drauf. Kaum, dass ich mal mein inneres Weh/Leid klagte, hieß es: „Jammere nicht so viel.“ – Als ob ich immer nur am Rumjammern wäre (Oder mache ich das tatsächlich?). Ist ja nicht so, dass ich mich nicht zuhause selbstvergnügen könnte. Jedenfalls, solange ich zwei gesunde Hände habe… und mir das Bier selbst einschenken kann.

In diesem Sinne – Prost!