Ende

Der Sonntag wurde dann doch noch für mehrere Stunden sonnig. Fast bereute ich, dass ich am nächsten Tag die Rückreise antrat, denn bei solchem Wetter konnte man die wunderbare Natur an der Küste bei St. Peter Ording in vollen Zügen genießen. Ich unternahm eine kleine Wanderung an den Salzwiesen und Dünen entlang. Das schöne Wetter lockte viele Jogger, Radfahrer und Spaziergänger hinaus in die Natur. Aber anders als in Büsum verteilten sich die Menschen an der langen Küste besser, so dass ich mich nie von den Menschenmengen abgestoßen fühlte. Lediglich im Ortsteil Bad gab es eine Anhäufung vom üblichen Tourismus-Konsum, aber dort hielt ich mich nicht lange auf. Am liebsten trank ich mein Bier in einem Münchner Hofbräu Gasthaus im Ortsteil Dorf. Das lag etwa in der Mitte des wie Lakritze auseinandergezogenen St. Peter Ording. Jedenfalls hatte ich am Ende meines letzten Reisetages nochmal einen leichten Sonnenbrand.
Am Morgen meiner Abreise war dann das Wetter wieder beschissen, was mir den Abschied erleichterte. Erst ging`s nach Husum – die Bahn fuhr wieder, der Lokführer offenbar gesundet. Dort blieben mir ein paar Stunden, und ich trieb mich nochmals in Husum herum. Ich hatte im IC von Westerland kommend reserviert. Der fuhr durch bis Berlin und weiter nach Dresden. Er war sogar pünktlich. Der einzige Stress entstand, weil ich mich am Wagenstandanzeiger orientierend ans falsche Bahnsteigende gestellt hatte. Als ich dann am richtigen Ende ankam, stiegen vor mir einige Jungs mit ihren Rädern ein, die das ewig nicht gebacken kriegten, bis ich schließlich ein Machtwort sprach, sie sollten veflixt nochmal das Gepäck abnehmen – das mussten sie sowieso spätestens im Zug, sonst passten die Fahrräder nicht in die vorgesehenen Haltevorrichtungen. Die Jungs waren cool, nicht aus der Ruhe zu bringen, die Pizzaschachteln, die sie dabeihatten, waren ihnen wichtiger als alles. Okay, ich war froh, als ich auf meinem Platz saß.
Das wars also. Ende Gelände. Der Kreis schließt sich. Es war eine kurzweilige Tour, das muss ich sagen, mit allerlei Strapazen. Aber letztendlich ging alles gut. An die Nordsee muss ich so schnell nicht wieder.

 

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Ausflug nach Husum

In St. Peter Ording beließ ich das Fahrrad weitgehend auf dem Campingplatz. Mein geschundener Hintern verlangte dringend nach einer Pause. Es war auch nicht gerade Fahrradwetter. Nur selten kam die Sonne hervor. Der Wind nach wie vor heftig, und immer wieder Regenschauer. Ich war am Ende meiner Reise. Wozu sich bei diesen Bedingungen noch weiterquälen? Ich beschloss, drei Nächte übers Wochenende zu bleiben und am Montag per Zug zurückzureisen.
St. Peter Ording besteht aus mehreren Küstenörtchen, die zusammenwuchsen. Der Campingplatz befand sich am einen Ende, und die Musik spielte am anderen. Dazwischen lagen schätzungsweise fünf bis sechs Kilometer. Am ersten Tag nach meiner Ankunft war richtig mieses Wetter. Ich marschierte mit dem Schirm los. Was sollte ich den lieben Tag lang machen? Ich entschied mich für einen Ausflug nach Husum. Dummerweise fiel die Bahn aus. Ich stand mit ein paar anderen Figuren ratlos an dem kleinen Bahnhof herum. Dann kam plötzlich ein Bus um die Ecke – Bahnersatzverkehr. Klasse! Der Busfahrerin war es egal, ob wir Fahrscheine hatten oder nicht. Sie war echt gut drauf. „Ist jemand hier, der weiß, wie ich am Besten den nächsten Bahnhof anfahre?“ fragte sie durch die Lautsprecher.
Nach einer knappen Stunde erreichten wir Husum, wo bereits einige verärgerte Reisende warteten, die nach St. Peter Ording wollten. Im Bahnhof gab es ein kleines Reisezentrum, wo ich nachfragte, ob die Bahnverbindung den ganzen Tag ausfalle. Das wisse sie nicht, sagte die Dame hinterm Schalter, der Lokführer sei krank… Ich drückte mein Bedauern aus – „Oje…“
10 Minuten später stand ich in der Innenstadt. Da war ich also in Husum und sah mich um.

 

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