Ebbe

Da ich heute noch nichts anderes vorhabe, werde ich wohl wählen gehen – auch einen gültigen Wahlzettel abgeben, falls ich nicht zu doof dafür bin. Ich werde die Aktion in eine kleine Kiezrundfahrt einbetten. Irgendwann am späten Vormittag mit dem Fahrrad los düsen. Vorher warten auf die Waschmaschine, dem Ritual des Körperputzes frönen und auf dem Blog ein paar geistige Exkremente hinterlassen. Ach ja, und ein wenig mit den Hanteln trainieren, welche Anfang der Woche per Post kamen. Ausgerechnet mein Lieblingsnachbar, der Pole mit der großen Klappe hatte sie entgegengenommen.
Er: Was hast du bestellt, Nachbar?! Weißt du, wie schwer das Paket ist!?!
Ich: Ja, 10 Kilo.
Er: Ha, Ha! Weißt du, ich hab`s im Kreuz… (und Blablabla, während er so tut, als würde er nach dem Paket suchen). Sind da Bücher drin, Nachbar?
Ich: Nein, diesmal nicht.
Er: … so verdammt schwer! Unglaublich! (Endlich hat er das Paket hinter der Wohnungstür gefunden.)
Ich lächele bemüht freundlich: Du hättest es nicht annehmen müssen.
Er tut beleidig: Aber wir sind Nachbarn!
Ich nehme ihm das Paket ab und wende mich zum Gehen.
Er: Wir müssen mal ein Bier zusammen trinken, Ha, Ha!
Ich (bereits auf der Treppe): Ja klar. Danke nochmal fürs Entgegennehmen.

Uff! Ich nehme lieber den Weg zum Paketshop in Kauf, als die Paketsendungen bei diesem Arsch abzuholen. Ein Bier mit ihm trinken?? Nicht in tausend Jahren! Natürlich weiß er, dass ich mich über ihn und sein Gehabe ärgere. Jedes Mal, wenn wir uns begegnen, muss er einen dummen Spruch absondern oder mich zutexten. Er kann nicht einfach nur „Hallo!“ sagen.
Die Hanteln sind schon ordentlich schwer, liegen aber ganz gut in der Hand. Ich hoffe, dass mir bei den Übungen niemals eine entgleitet und auf den Fuß fällt – das wäre ganz großes Autsch!

Heute ist echt Ebbe in meinem Hirn – zerebraler Kahlschlag. Die Drinks wirkten auch schon mal besser.
Vielleicht noch das – mein Wort zum Wahlsonntag: Unbedingt vorher Scheißen gehen!