Vertiefung

Im Kurzbeitrag „Ohne freies Denken keine Freiheit“ gehe ich davon aus, dass die Menschen selbstverständlich Freiheit anstreben.
Die Menschheitsgeschichte erzählt anderes. Da waren die wenigen, welche sich privilegiert viele Freiheiten nehmen konnten, und da waren die vielen Menschen, welchen bereits das Denken an Freiheit untersagt war. Die Massen wurden als Untertanen/Diener/Sklaven geboren und starben in aller Regel als solche. Erst im Zuge des Zeitalters der Aufklärung verloren die alten Herrschaftsstrukturen an Boden, und gegen Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Ungleichheit wurde zunehmend erfolgreich revoltiert. Aber selten war es der kleine Mann allein, der sich auflehnte. Er wurde von Intellektuellen der bürgerlichen Klasse zum Aufstand animiert. Umstürzlerische Ideen wie den Sozialismus initiierten große Denker und Utopisten. Seitdem etablierten sich zumindest in Teilen der Welt politische Systeme mit modernen Verfassungen, welche dem Individuum unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft und Religion dieselben (Menschen-) Freiheitsrechte zubilligen. Die Demokratie ist eine relativ junge Erscheinung, wenn man mal von ihren griechischen Wurzeln absieht. Und wie bei allem, was den Menschen verkauft wird, gilt: Das Produkt wird nicht in allen Punkten dem gerecht, was auf der Verpackung dazu zu lesen ist. Meist hebelt das Kleingedruckte alle vollmundigen Versprechungen aus. Der Idiot ist (wie immer) der weitsichtige kleine Bürger. Wir leben heute im Schatten einer monströsen Staatsbürokratie, die uns auf dem Weg zu unserem Recht so viele Steine in den Weg legt, bis wir aufgeben oder tot sind. Freiheit und Gerechtigkeit gelten pro forma. In Wirklichkeit herrscht das Kapital im Zusammenschluss mit der staatlichen Exekutive. In früheren Zeiten waren es weltlicher Fürst und Kirche.
Die Mächtigen waren schon immer lernfähig (so schnell werfen sie den Bettel nicht hin): Da der aktuelle Zeitgeist die zu offensichtliche Unterdrückung/Gängelung von Menschen verurteilt, werden die modernen Vasallen gemästet und durch allerlei mediale Ablenkungen verdummt und ruhiggestellt. Dazu noch eine gute Portion Propaganda, und schon hat man den Bürger im Balla-Balla-Land – genusssüchtig bzw. konsumdebil. Ich befürchte, dass sich die Mehrheit des Volkes allzu leicht in ihre Unfreiheit einfügt und die Machteliten machen lässt. Existenzängste werden geschürt, die Alternativlosigkeit betont, währenddessen unser Verstand vom Mantra des Konsums betäubt daniederliegt.
Ich will den Fortschritt auf der Welt nicht leugnen. Aber kommt er uns allen zugute? Doch wieder nur wenigen. Sowieso stellt sich mir die Frage, ob die Menschheit in ihrem Fortschritts- und Wachstumswahn ihren Nachfahren eine lebens- liebenswerte Welt hinterlässt. Ich sehe selbstzerstörerische Tendenzen. Als Alkoholiker weiß ich, was das heißt. (Aber als alleinlebender ist es auch mein alleiniges Problem.)
Die Freiheit des einzelnen muss sich immer seiner Umgebung anpassen. Die Menschen auf der Erde leben in einer Art Wohngemeinschaft zusammen, aus der es (vorerst) kein Entkommen gibt. Wenn wir friedlich und halbwegs freiheitlich zusammenwohnen wollen, müssen wir vieles erdulden und vieles teilen (einige Einschränkungen zum Wohle aller hinnehmen), zumal jeden Tag viele Tausend Mitbewohner hinzukommen…

Ich wünsche mir eine Welt, in welcher die Mächtigen sich in Demut üben, in der der kleine Mann aufwacht und sich im freien (aufgeklärten) Denken übt und sich nicht in Vorurteile und propagiertes Feindbilddenken zurückzieht. Ich wünsche mir eine Welt, in der wir die Natur und unsere Mitgeschöpfe mehr achten, die Erde weniger ausbeuten. Ich wünsche mir eine Welt mit weniger Dünkel und Gewalt, dafür mehr Rücksicht auf den anderen sowie gegenseitige Empathie.
Nennt mich Utopisten oder Idealisten. Das bin ich sicher.

„Prost! Auf das freie Denken! Auf die Freiheit! Auf das Universum und das Leben!“

 

Eintopf

Mein Verstand ist müde. Dieses ständige Nachdenken über den Sinn des Daseins kann einen auf Dauer krank machen. Ich muss da mal `ne Pause einlegen. Wenigstens für heute, einem tristen Novembertag, an dem es nichts zu machen gibt, als ein Zeit-Bad bei Kerzenlicht zu nehmen und dem Bierkasten ein paar Flaschen abzuringen. Nun nur noch ein weniger anstrengendes Thema finden… Am besten einen bunten Themen-Eintopf. Einfach ohne Nachzudenken drauflosschreiben. Sich von Inspiration und Zufall leiten lassen. Und scheiß drauf, ob es jemanden interessiert. Okay, das kümmert mich auch sonst nicht. Fast nicht. Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich schon, wenn meine Blog-Beiträge gelesen und kommentiert werden. Also gut. Ich sehe schon, so wird das nichts. Nichts schlimmer als die Heuchelei, die man an sich selbst entdeckt.

Und nun werfe ich einfach mal ein paar Zutaten in den Eintopf:

Heute Morgen im Halbschlaf fand ich AKK sexy, nicht nur wegen ihres Namens.

Am Liebsten würde ich mich mit dem Arsch auf Trumps Gesicht setzen, und ich glaube, ihm würde das sogar gefallen.

Die Bayern verloren gegen Dortmund und Uli Hoeneß bekam `ne Bierdusche ab. Weiter so!

Bei Sebastian Vettel war in Sao Paulo irgendwas lose zwischen den Beinen. Fast hätte ich gelacht.

Ich glaube wirklich, dass AKK eine gute Kanzlerin für Deutschland wäre. Scheiße, dass sie schon verheiratet ist. Aber das sagt heutzutage nichts mehr. Wie komme ich an diese Lady ran?

Die AfD will der Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen, indem sie statt Scheiße in Zukunft Stuhlgang sagt. Endlich.

In der Mitte unserer Galaxie existiert ein Schwarzes Loch.

Die November-Tristesse kommt spät, aber sie kommt.

Es regnet.