Es wird haarig

Nun mussten auch die Frisöre schließen. Das ist dumm, denn meine Haare befinden sich inzwischen in der kritischen Länge, wo ich sie normalerweise schneiden lasse. Mal sehen, wie lange meine Haare im Zuge der Corona-Krise werden. Am Ende sehe ich aus wie ein Alt-Freak und kann mir die Haare zum Pferdeschwanz zusammenbinden. Freilich, wenn`s mir zu ungemütlich unter meiner Mähne wird, habe ich notfalls den elektrischen Haarschneider. Aber erstmal wachsen lassen.

Die zweite Woche zuhause beginnt. Mich würde interessieren, wie`s inzwischen im Büro aussieht. Hätte ich WhatsApp, könnte ich mich problemlos mit den Hühnern unterhalten. Ich könnte auch anrufen, aber dann habe ich vielleicht eine Person am Apparat, mit der ich gerade nicht quatschen möchte. Bestimmt würde ich informiert werden, wenn der Laden für eine Weile ganz zumachte, also gehe ich davon aus, dass noch ein paar die Stellung halten.

Das Wetter wie gestern. Ein herrlicher Sonnentag, allerdings recht kalt. Am Nachmittag werde ich nach dem Einkauf bestimmt eine Stippvisite im Park einlegen. Wenn ich die ab heute geltende „Kontaktsperre“ richtig interpretiere, kann ich gar nichts falsch machen. Sitze eh irgendwo alleine rum und schaue dumm…

Tatsächlich habe ich soeben den Boden in Flur und Küche gewischt. Und die Waschmaschine läuft mit den eingestaubten Läufern. Was soll man sonst auch den lieben Tag lang machen? Nur Glotze oder Computer, da wird man doch kirre… Mal sehen, ob ich nach und nach die gesamte Wohnung geputzt kriege. Jeden Tag eine andere Ecke – nur nicht übertreiben.

2020 wird wohl ganz und gar im Zeichen der Pandemie stehen. Bei allen furchtbaren Nachrichten und Einschränkungen auch eine spannende Zeit und eine Herausforderung. Hauptsache Ruhe bewahren. Lebbe geht weiter*.

 

 

* berühmter Ausspruch von Dragoslav Stepanovic