Boom! Boom! Boom!

Die Hühner sind nicht zu bremsen. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch. Wenn sie richtig in Fahrt sind, persifliert eines der Hühner ihre Kolleginnen und sich selbst, indem sie Hühner-Gegacker naturalistisch nachahmt „Gock! Gock! Gock!“. Womöglich kriegen sie gleich einen Orgasmus, denke ich bei mir. Die Bürotür steht offen. Ich bekomme einige Comedy-Einlagen der Hühner mit, wenn der Tag lang ist – und er ist fast immer lang. Ich schmunzele vor mich hin mit den Händen auf der Computertastatur – inzwischen arbeiten die Finger wie von selbst bei der Eingabe „Tack! Tack! Tack!“. Ein kurzer prüfender Blick, ob ich auch nichts vergaß: die wichtigen Felder ausgefüllt, Häkchen richtig gesetzt … Anzahl der befallenen Lymphknoten… besser noch mal nachsehen…
Meine Augen sind müde. Die Fälle werden nicht weniger. Wir sollen uns auf Colon und Mamma konzentrieren. Die Zentren brauchen Futter. Ich stelle mir vor, wie ich die Daten im Blues-Rhythmus in den Computer kloppe „Boom! Boom! Boom! – Hey! Hey! Hey“.
Der Frühling dreht auf. Durch die gekippten Fenster quillt der Lärm der Stadt in die Büroräume. Das Rad des Lebens befindet sich mal wieder auf der Überholspur. Eine Kollegin sagt, ich rieche gut, – ob ich ihr das Parfum verraten könne… für ihren Schatz. Ich schaue mal nach, sage ich verlegen.
Und wieder ist Wochenende. Die Zeit schüttet Konfetti über mein Haupt.