Wechsel

Damit ich nicht ständig an den Verlust denke, stelle ich mir vor, dass das Rad in Reparatur ist. Und wenn ich es dann abhole, wird es wie neu sein… Ich hörte von Prominenten, die bei verlustig gegangenen Frauen ähnlich vorgehen. Aktuell Herr Neuer, seines Zeichens Torwart der Deutschen Nationalelf. Also, ich versteh`s. Ich meine, wenn ich er wäre… Aber da ich ich bin, gestaltet sich der Wechsel zu einer neuen Freundin leicht schwieriger bzw. langwieriger. Beim verlorenen Fahrrad sollte es nun zügiger klappen. Ich vermisse es total. Zu schönen Dingen, die ich täglich in Gebrauch habe, entwickele ich eine besondere Beziehung. Das Fahrrad war mehr als nur eine Sache für mich. Es hatte einen ideellen Wert. Was wir in den letzten zwei Jahren alles zusammen erlebten… Wenn ich den Spitzbuben erwische, der dich mir wegnahm – den mache ich platt!
Vorübergehend tröste ich mich mit meinem Reisefahrrad. Hatte ich eh vernachlässigt. Tut mir auch leid. Es ist vom Typ her ganz anders: größer und robuster, eben speziell für lange Touren mit viel Gepäck. Nicht so sehr der Blickfang wie das zierlich-elegante Brompton. Aber geil zu fahren – Kopfsteinpflaster und Bordsteinkanten kein Problem. Wie sieht`s heute mit dem Wetter aus? Ein Ausritt sollte drin sein. Dank auch dem einmaligen Feiertag in Berlin…

 

Nicht unbedingt Dicke Titten

Langsam wäre es an der Zeit, dass ich mich frage, was ich eigentlich von Frauen will.
Gar nicht so leicht zu beantworten. Was will man überhaupt vom Leben?
Es muss doch etwas geben, was das Leben lohnenswert erscheinen lässt. Ich meine, wenn man nicht gerade passionierter Modellbastler, Briefmarkensammler u. ä. ist. Auch gibt es die absoluten Familienmenschen, die im sozialen Modus schwelgen bei Kaffee und Kuchen mit Tanten und Onkels etc. Oder nehmen wir die Menschen, die in ihrer Arbeit total aufgehen… oder die Idealisten, religiösen Spinner… oder die Typen, die unbedingt ohne Atemmaske auf den Everest steigen müssen.
Um es kurz zu machen: Ich gehöre zu keiner dieser Gruppierungen, die ich nannte, und auch zu keiner anderen – am ehesten noch zu den Biertrinkern und Kneipengängern. Doch daraus leite ich nicht unbedingt etwas für mein Leben Lohnenswertes/Erfüllendes ab. Ich sitze einfach gern irgendwo blöde herum und betrachte meine Umgebung, die Menschen, den Himmel, die Plätze – wo ich halt gerade bin. Ich mache mir dabei Gedanken übers Dasein und den Sinn des Lebens. Natürlich komme ich zu keinem befriedigenden Ergebnis. Also stehe ich auf, gehe zur Theke (vorausgesetzt meine Ex steht gerade nicht an), hole mir das nächste Bier und fahre fort mit meiner Tagträumerei.
Da ich hetero und Mann bin, lenke ich meine Blicke automatisch auf die attraktiven Relikte des anderen Geschlechts. Ich kann daran nichts Unnormales finden. Gegen meine Natur will ich mich verdammt noch mal nicht auflehnen. Ich hoffe nur, dass ich nicht allzu auffällig glotze. Nein, ich bin ein anständiger Mensch, der bemüht ist, die Attitüden unserer fuckin` Gesellschaft zu achten. Ehrlich. Kein Scheiß.
Und jetzt ganz ernsthaft: Mir geht`s nicht vordergründig ums Sexuelle. Viel lieber hoffe ich auf eine Liebe, aus der eine innige Partnerschaft resultiert. Meinem Singleleben fehlt das Gegenüber, das aufrichtig an meiner Person interessiert ist. Ich sehne mich nach einem Hafen. Der muss nichts Großartiges sein, aber schon behaglich und vorallem unanstrengend… Wenn die Frau dann noch schön anzuschauen ist, macht mich das glücklich wie einen König. Ich weiß, es ist ziemlich schwer, eine Frau zu finden, die alle meine Erwartungen erfüllt. Gibt es überhaupt unanstrengende Frauen? Jage ich einer Utopie hinterher? Allzu viel Zeit bleibt mir nicht mehr. Vielleicht besser auf den Everest steigen (mit Atemmaske – manche Kompromisse müssen sein).

 

Es tut sich was

Langsam werden mir Rostock und Warnemünde immer vertrauter. Natürlich gibt es noch viele Ecken, die mir fremd sind – das ist in Berlin nicht anders. Aber nach einer Weile entwickelt man doch mit einer Region, auch ohne alles zu kennen, eine gewisse Vertrautheit. Mit Menschen ist`s, glaube ich, nicht anders. So geht es mir z.B. mit den Büro-Hühnern…

Die Kälte war bei meinem Kurztrip der größte Ungemütlichkeitsfaktor. Die gefühlte Temperatur lag weit unter der gemessenen. Der Aufenthalt an zugigen Plätzen fühlte sich an wie eine Eisdusche. Ich unternahm einen kleinen Spaziergang am Strand und kehrte nach einer guten halben Stunde verfroren zurück in die windgeschütztere Ortschaft. Nun nur noch ein Plätzchen zum Aufwärmen finden – glücklicherweise hatten in Warnemünde an Heiligabend mehr Lokale offen, als ich befürchtet hatte.

Drei Tage kam ich raus, – atmete andere Luft, nahm andere Gerüche wahr, befand mich in netter Gesellschaft, sah auf das Meer und die Horizontlinie… Zuhause in Berlin wäre mir sicher die Decke auf den Kopf gefallen. So war ich mit der Reise und allerhand Eindrücken beschäftigt. Den ganzen Weihnachtszinnober nahm ich nur am Rande wahr. Gut so. Ich scheiße auf Weihnachten. Nun nur noch Silvester, und dieser irrsinnige Jahresabschlussspuk hat wieder ein Ende.

Ich genieße meine Freiheit. Ich genieße die schönen Dinge um mich herum. Ich genieße den Anblick schöner Frauen. Ich genieße die Momente, wo ich spüre, wie das Leben in mich zurückströmt. Ich genieße den Blues. Ich genieße es, einfach da zu sein. Ich genieße es, wenn sich meine Blicke mit denen wildfremder Menschen treffen. Ich genieße es, wenn wir uns zulächeln. Ich genieße die Kraft meines Körpers. Ich genieße das Zurückkommen in meine Bude. Ich genieße das Bier. Ich genieße den Blick aus dem Fenster. Ich genieße, es warm zu haben.

Der Film läuft mir nicht davon

„Intrigo – Tod eines Autors“ wäre einen Kinobesuch wert, denke ich. Ich mag Krimis, die ins Philosophische abdriften. Der Krimiautor Hakan Nesser, der die Vorlage zum Film schrieb, ist bekannt für hintersinnige Krimis. Gelesen habe ich allerdings noch nichts von ihm.
Die Besetzung mit Ben Kingsley, Benno Fürmann, u.a. Veronika Ferres ist ganz ordentlich, und er läuft in Wohnungsnähe am Potsdamer Platz.
Eigentlich wollte ich mir „Bad Times at the Al Royale“ anschauen, aber der läuft nur noch am Abend 22 Uhr 10 – und das ist mir zu spät, zumal der Streifen fast zweieinhalb Stunden geht.
Liegt schon ein paar Jahre zurück, dass ich allein ins Kino ging, meist um die Zeit totzuschlagen. Als ich Anfang des Jahrtausends in Heidelberg mit einem Psychologiestudium begann und mich während des Wintersemesters täglich in der Stadt herumdrücken musste, füllte ich die Nachmittagsstunden des Öfteren mit Kinobesuchen. Leider lief meist Schrott. Nur wenige Filme blieben mir in Erinnerung. Na ja, besser als stundenlang in der Mensa rum zu hocken oder in der Kneipe. Zu öde auf die Dauer. Ich war schon immer ein einsamer Wolf, der gerne alleine herumstreunte. Die vielen Menschen in der Stadt stimmten mich nach einer Weile depressiv. Im Kino dagegen war ich in den Nachmittagsvorstellungen nur mit wenigen anderen im Kinosaal, hatte es warm, ließ mich von dem Schrott, der über die Leinwand flimmerte, berieseln und trank Dosenbier. Am liebsten saß ich in der Nähe der Toiletten. Wenn ich nach dem Film rauskam, war es bereits dunkel, und ich schlappte die Hände tief in den Manteltaschen vergraben durch die Fußgängerzone vorbei am Psychologischen Institut zur Bushaltestelle. Mir war klar, dass so nichts aus dem Studium werden konnte. Mir fehlte es am nötigen Ehrgeiz für eine akademische Laufbahn. Doch damals wollte ich es nochmal wissen…
Mit den Frauen ist es ein ähnliches Dilemma wie mit meinem vergeblichen Herumstudieren: ich lernte einige Herzdamen kennen, aber eine Verbindung fürs Leben wurde nie daraus. Dabei wäre ich verdammt froh, endlich einen bleibenden Heimathafen zu finden in Sachen Liebe. Schließlich wird man nicht jünger. Die Welt wird kälter um mich herum, und ich gleichzeitig schwächer. Meine letzte Beziehung war mit so viel Hoffnung verknüpft – und ich verhob mich dabei gründlich. Aus diesem Tief wieder herauszukommen, ist scheiße schwer. Es gibt Momente, wo ich nicht weiß, ob ich`s nochmal packe.

Gehe ich heute oder morgen ins Kino? Nur kein Stress. Der Film läuft mir nicht davon.

Es bleibt nicht aus

Frauen betrügen ihre Männer mit mir, und irgendwann bin ich dann an der Reihe. Ein ewiger Ringelreih und Lügensumpf in Sachen Liebe. Was hatte ich mir vorgestellt? Dass der Tanz diesmal bei mir aufhört? Alles wiederholt sich, und man darf es im Laufe der Jahre aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Mal als der Neue, und mal als Hahnrei. Freilich kann es Frauen genauso gehen. Die Geschlechter stehen sich in Sachen Untreue in nichts nach, auch nicht im Erfinden von Ausreden. Kommt es zum Schlussakkord, wird dem Gehörnten die Schuld zugewiesen, dass erst sein Verhalten zur Abtrünnigkeit des Partners bzw. der Partnerin führte. Oder man streitet schlichtweg alles ab und wirft dem anderen kompromittierendes Verhalten vor. Ich erlebte Frauen in dieser Hinsicht als äußerst erfindungsreich, berechnend, heimtückisch und egoistisch. Natürlich bin ich auch nicht ohne Fehl, aber niemals derart hinterfotzig. Meine Ehrlichkeit gereichte mir im Leben nicht gerade zum Vorteil. Ich weiß, dass ich mich ab und zu zum Narren mache. Ich sehe die Dinge eben relativ ungeschminkt.
Niemand kommt umhin, in einen der Scheiße-Tröge zu fassen, welche auf dem Lebensweg positioniert sind. Kein Mensch bleibt sauber. Es tut mir sehr leid, wenn ich anderen Unrecht tue. Was weiß ich schon von meinen Mitmenschen?
Am besten zieht man auf eine einsame Insel. Dort bleibt man von alldem unbeschadet…, – wird vielleicht von einem Krokodil gefressen, dem man deswegen nicht böse sein kann.

Frauen verstehen

Dass ich beruflich immer viel mit Frauen zu tun hatte, minderte zwar meine Hemmungen ihnen gegenüber, aber ein Frauenversteher wurde ich darum nicht. Zurzeit kommt es mir so vor, als seien sie mir ferner denn je, diese wundersamen Geschöpfe, die derart viel Anziehungskraft auf meine männliche Seele ausüben. Es ist weit mehr als das Sexuelle. Ohne Frau bin ich als Mann nicht komplett, – zwar überlebensfähig, aber nicht richtig lebendig. Als wäre die Farbe aus meinen Tagen verschwunden… In meinem Singledasein vegetiere ich dahin, schleppe mich durch ein selbstgezimmertes Beschäftigungsprogramm, aber Freude kommt dabei nicht wirklich auf.
Darum nehme ich auch immer wieder Anlauf…, verliebe mich neu. Es passiert einfach. Das Glück reicht mir die Hand und zieht mich an Bord. Ich will nicht wissen, dass das Glück nur trügerisch ist. Wie ein Verdurstender genieße ich es in vollen Zügen. Insgeheim bleibt freilich eine Restskepsis. Mit den Jahren sammelte man einige Erfahrungen mit Frauen. Nichts ist bei diesen Wesen, wie es scheint. Oder wie Heinrich Heine schreibt: „Bei Weibern weiß man niemals, wo der Engel aufhört und der Teufel anfängt.“
Täglich kann man in den Medien die Scheidungsdramen und neu aufflammenden Liebesbeziehungen der Reichen und Schönen verfolgen. Was wäre die Welt ohne dieses ganze Hin und Her in der Liebe?
Mann und Frau passen nicht wirklich zusammen, aber ohne einander können sie auch nicht. Es gibt keinen besseren Stoff für Tragödien, Romane und Lustspiele.
Kurz und gut: Mit meinem Scheitern in der Liebe bin ich alles andere als allein. Sisyphos lässt grüßen. Die Damenwelt wird mich so schnell nicht los.

Passend zum Thema „Frauen verstehen“ schickte mir meine Bürokollegin per Mail einen Witz:

Ein Mann geht an einem kalifornischen Strand spazieren und stolpert über eine alte Lampe. Er hebt sie auf und reibt an ihr und schon kommt ein Geist heraus.
Der Geist sagt: „OK, OK, du hast mich aus der Lampe befreit, Blablabla. Das ist schon das vierte Mal in diesem Monat und mir wird diese ewige Wünscherei so langsam leid, also vergiss das mit den drei Wünschen, du hast nur einen Wunsch frei!“
Der Mann setzte sich und dachte eine Weile nach, dann sagte er: „Ich wollte schon immer mal nach Hawaii, aber ich habe Angst zu fliegen und ich werde schnell seekrank. Könntest du mir eine Brücke nach Hawaii bauen, damit ich dort hinfahren kann?“
Der Geist lachte und sagte: „Das ist doch unmöglich. Denk‘ doch mal an den Aufwand! Wie könnten die Säulen bis auf den Boden des Pazifiks gebaut werden? Denk‘ an die Mengen von Stahl und Beton! – Nein! Denk‘ dir was anderes aus!“
Der Mann sagte „OK“ und versuchte sich einen wirklich guten Wunsch auszudenken. Schließlich sagte er: „Ich habe nie die Frauen verstanden, nie gewusst, wie sie in ihrem Inneren fühlen und was sie denken, wenn sie schweigen; nie gewusst, warum sie weinen, nie gewusst, was sie wollen, wenn sie „ach nichts!“ sagen; nie gewusst, wie ich sie wirklich glücklich machen kann. Mein Wunsch ist also, die Frauen verstehen zu können!“
Der Geist schaute den Mann etwa eine Minute lang an, dann erwiderte er:
„Willst Du diese Brücke zwei- oder vierspurig?“

Countdown To Hell

Noch fünf Tage, dann macht Twoday den Sack zu. Langsam kann man den Countdown anstimmen.
Die Blogs werden einfach verschwinden. Ganz unspektakulär. Von einem Tag auf den anderen bleibt eine Seite des Betts leer. Ja, ich weiß, ich kann`s nicht lassen. Kein so guter Vergleich. Bei Twoday wurmt es mich nicht sonderlich. Obwohl ich mir eine Menge Mühe mit den Blogs machte. Aber man macht sich auch mit der Essenszubereitung Mühe, und kurze Zeit später ist es aufgefressen. Ihr Essen vermisse ich auch. Mit dem Kochen habe ich`s nicht so. Viel zu viel Umstände. Lieber schreibe ich doofe Texte aufs Blog. Warum überhaupt? – Gute Frage.

Der grüne Ferrari parkt mal wieder auf dem Gehsteig vorm Fenster. Scheinbar sein Lieblingsplatz. Der „Potsekiez-Ferrari“. Schon immer zu hören, bevor man ihn sieht. Da ich mich in letzter Zeit wenig aus dem Kiez rausbewege, begegnet er mir häufiger. Seltsam, wie verflucht oft. Ein Omen? Aber für was?

Heute Mittag Formel 1 Rennspektakel in Monaco. Da ich nichts Besseres mit mir anzufangen weiß, werde ich das Ganze wohl auf RTL verfolgen. Ricciardo auf der Pole, auf Startposition 2 Vettel, dahinter Hamilton und Räikkönen. Ich favorisiere keinen. Ricardo wäre es zu wünschen. Sympathischer Kerl. Und Vettel sollte mit Ferrari mal wieder aufs Podest kommen. Ich mag Mercedes nicht. Warum eigentlich? – Tja.

Ich fühle mich heute nicht dazu in der Lage, tiefer zu schürfen. Es ist, wie`s ist. Dinge kommen, Dinge gehen. Frauen auch. Soll sie alle der Teufel holen.

Im Alter werden sich Frau und Mann immer ähnlicher. Ich weiß nicht, wie ich das finden soll.
Jedenfalls finde ich`s scheußlich, wenn sich Männer die Haare färben und das Gesicht liften lassen (und alles andere, was heute machbar ist). Man muss sich nur mal einige dieser alternden Hollywood-Schauspieler anschauen. Dann doch lieber in Würde hässlich werden. Niemand kann vor sich weglaufen. Solche Schönheitsreparaturen machen`s nur noch schlimmer… Selbstbetrug ist keine Lösung. Auf der anderen Seite: Wenn ich so viel Geld hätte wie diese Leute, dann würde ich vielleicht auch alles Menschenmögliche dafür tun, dass es so aussieht, als könnte ich den Reichtum noch möglichst lange genießen.