Es war gestern und ist doch heute (18)

DAS BROT DES ALTERS

Die Jahre vergehen
Man bekommt krumme Zehen
Man wird müde, auch ein bisschen prüde
Die Rente ist karg
Die Ängste sind stark
Es gehen die Jahre, man sieht sich schon auf der Bahre
Ist unendlich träge
Demnächst kommt die Pflege
Die Eltern sind tot, man liegt im eigenen Kot
Es ist niemand da
Das ganze Leben…
Es ist irgendwie nicht wahr, wie es einst war
Die glücklichen Zeiten
Wie saftig waren damals die Weiden
Man liebte wie irre und war vom Leben ganz kirre
Aber die Jahre vergingen
Keine Macht kann sie wiederbringen
Man ist nur noch Last, das Leben ist Knast
Gewindelt, gefüttert
Von nichts mehr erschüttert
Doch das Ende kommt nicht, Leben ist Pflicht
Alles verging
Und man ist nur noch Ding
Der Geist wird dement, die Träume Zement
Wer schrieb dieses Buch?
Warum wird das Leben zum Fluch?
Ein Geschenk wär` der Tod
Wie für den Hungernden Brot

(20.10.2009)