Vorsicht Satire!

Ach ja, gestern wählte ich. Per Briefwahl. Hoffentlich beging ich keine Formfehler beim Ausfüllen und Eintüten. Okay, ist nur eine Stimme. Wie viele Wahlberechtigten gibt es denn in Deutschland?
Ich kreuzte an, was ich vorgehabt hatte anzukreuzen, soweit ich mich erinnern kann. Sollte man nicht besser bei einer Wahl nüchtern sein? Schließlich geht es um die Zukunft des Vaterlandes. Wieso keine Promillegrenze? Bei einer Briefwahl natürlich nicht umsetzbar. Da kann ich unbeobachtet volltrunken mein Kreuzchen machen. Ansonsten: „Zeigen Sie mir bitte ihren Ausweis, und dann bitte hier noch reinblasen… Okay, danke.“ – Ich meine, was sind Wahlstimmen von Besoffenen wert? Oder von Dementen… Die sollte man auch aussieben. Wenn schon, denn schon. Sowieso müsste den vielen Volksschädlingen, die sich trotz aller Empfehlungen und Bitten nicht impfen lassen, das Wahlrecht entzogen werden. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Depp eine Stimme erhält? Und dann die Behinderten und Frauen.
Vorsicht Satire!
Warum dürfen eigentlich Haustiere, der Menschen beste Freunde, nicht wählen? Also per Briefwahl wäre das doch machbar. Ich wüsste schon, wen mein Hund wählen würde. Also, falls ich einen Hund hätte… (Wenn sich nicht bald mal was in Sachen Liebe ergibt, wäre ein Hund nicht die schlechteste Lösung gegen Vereinsamung. Ein Hund ist treuer und auch intelligenter als so manche Frau, schätze ich. Gibt`s dazu Studien?)
Schade, dass man nur einmal wählen darf. Ich finde, dass intelligente Menschen mehr Stimmen verdient haben als dumme. Vor jeder Wahl sollte ein Intelligenztest gemacht werden. Zusätzlich zum Alkoholtest. Je höher der IQ, desto mehr Stimmen würde man erhalten. Bei meinem IQ hätte ich mindestens 2 Stimmen, wenn nicht 3… Selbst besoffen.

Diesig bis heiter

Berlin liegt unter einer Hochnebelglocke. Das hemmt den Schwung des gestrigen Sonnentages zum Einstieg ins Wochenende. Das Feierabendbier genoss ich vor der Kupferkanne. Seit langem saß ich mal wieder leicht beschwipst in der Sonne mit Kopfhörer auf der Birne. Mir war nicht so sehr nach Unterhaltung. Die Arbeitswoche war kurz, aber emotional anstrengend. Sehr schnell geriet ich zurück in die Unzufriedenheit vor meinem Urlaub. Es musste was passieren. Also bat ich um ein Gespräch mit der Chefin (eine von mehreren Chefinnen). Ich arbeite seit einigen Monaten einfach an zu vielen Baustellen. Da ich normalerweise nicht zu den Mitarbeitern gehöre, die aufbegehren, war sie überrascht und auch angepisst. Sie nannte mich egoistisch. Ich erwiderte, dass ich mich in diesem Falle um mich kümmern müsse – schließlich ginge es um meine Gesundheit. Da ich Nägel mit Köpfen machen wollte, stellte ich zudem einen Antrag auf 75% Teilzeit. Als sie merkte, dass ich fest entschlossen war, nahm sie den Antrag und verließ wortlos das Büro.
Am Mittag kam sie bessergelaunt zurück und eröffnete mir, dass sie mich von der einen Aufgabe, welche mich zurzeit besonders wurmte, abziehen könne. Das freute mich, und außerdem war ich erleichtert, dass ich nicht im Zwist mit ihr in den Feierabend gehen musste. Nun warte ich gespannt auf eine Antwort der Geschäftsleitung auf meinen Teilzeit-Antrag. Meine Chefin machte mir erstmal wenig Hoffnung… Ich besprach mich bereits mit einem Kollegen vom Betriebsrat, was im Falle einer Ablehnung meine Möglichkeiten wären. Wenn ich mich zu einer Sache durchgerungen habe, rudere ich ungern zurück.

Die Sonne tut sich schwer heute. Ich sitze am Schreibtisch, höre Blues und gehe meine Wahlunterlagen durch, die ich vorgestern aus dem Briefkasten fischte. Ein ganz schöner Stapel. Da ist vordererst die Bundestagswahl + die Wahl zum 19. Abgeordnetenhaus von Berlin + zur Bezirksverordnetenversammlung + Volksentscheid über einen Beschluss zur Erarbeitung eines Gesetzentwurfs durch den Senat zur Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Wohnungsunternehmen. Insgesamt darf ich 6 Kreuzchen machen, wenn ich richtig zählte. Dem ganzen ist noch ein Merkblatt hinzugefügt, schön kleingedruckt in Beamtendeutsch. Bei so was überkommt mich automatisch ein Widerwille – erinnert es mich doch stark an die SOPs in meinem Job.

Meine Wahlbenachrichtigung kam

Noch gut vier Wochen bis zur Bundestagswahl. Das Wahllokal liegt Luftlinie ca. 500 Meter Luftlinie westlich in einer Schule. Am selben Tag findet der Berliner Marathon statt. Die Strecke verläuft zwischen hier und dem Wahllokal. Das könnte zu gewissen Zeiten ein Hindernis darstellen. Aber auch kein großes.
Ich dachte über die Möglichkeit der Briefwahl nach, nicht weil ich mir den Weg sparen will, sondern um diese Option das erste Mal in meinem Leben auszuprobieren. Na ja, und ich würde mir die Corona-Regeln ersparen, Maske und trallala… Ich bin noch unentschlossen.
Unentschlossen, wem ich meine Stimme gebe, bin ich weniger. Alle Parteien, welche die Corona-Maßnahmen + Impfkampagne befürworten, kommen nicht in Frage. Die AfD fällt aufgrund ihres braunen Anstrichs per se weg. Seit geraumer Zeit liebäugele ich mit der vor einem Jahr gegründeten Partei Die Basis. Deren Leute setzen sich seit Monaten gegen die bornierte und verlogene Corona-Politik ein. Sie haben mehr Beachtung verdient. Am Samstag halten sie eine Wahlveranstaltung am Potsdamer Platz ab. Das ist quasi um die Ecke. Mal gucken.