Im Büro gewesen

1 Tag pro Woche ist erlaubt. Will man öfter ins Büro kommen, muss man das vor der Chefin explizit begründen. Wir waren zu sechst. Wenn alle kommen, sind wir ca. 30.
Ich genoss die Begrüßung am Morgen und die Gespräche mit den Kolleginnen, die da waren. Nach ein paar Stunden kam die Sonne raus. In meiner Mittagspause marschierte ich um den Block. Auf der Sonnenseite schmolz der Schnee.
Zum Feierabend war die Sonne weg. Die Wege vereist. Ebenso mein Fahrrad, das ich im Hof abgestellt hatte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als es zu schieben.
Ich traf Necip, den Wirt der Kupferkanne, auf dem Heimweg. Fast erkannte ich ihn nicht, wie er in dicker Winterjacke und mit Mütze daherkam. Wir beklagten, dass die Politik beschlossen hatte, den Lockdown zu verlängern. Wenigstens waren wir bisher gesund geblieben. Schmerzlich wurde mir bewusst, wie sehr ich die Kneipen vermisse: die menschliche Wärme und Nähe, die kleinen/kurzen „Aufsteller“, maskenlose lachende Gesichter…
In meinem Briefkasten fand ich einen Brief von der „Bundesregierung“. Darin 2 Berechtigungsscheine für jeweils 6 Schutzmasken, die ich mir in der Apotheke abholen kann. 2 Euro Eigenanteil pro Berechtigungsschein. Warum sie das in zwei Zeiträume splitteten – keine Ahnung.
Ich packte meinen kleinen Einkauf aus, während mein Fahrrad im Wohnungsflur auftaute. Danach fläzte ich mich mit einem Bier auf die Couch und schaltete die Glotze an… einfach damit etwas lief.


und nein – das Damenrad auf dem Bild rechts oben ist nicht meins