Glückshammelei

Meine Lieblingsparkbank war besetzt, und so musste ich umdisponieren. Es sollte auf jeden Fall ein Sonnenplatz sein. Den fand ich nach kurzem Umschauen auch. Eine Rundbank um einen Baum bot sich an. Keine Ahnung, warum da niemand saß, denn es ist einer der schönsten Plätze des Parks mit Blick auf den Teich und die Hausfassaden gegenüber. Oft treffen sich dort Teenager oder arabischstämmige Großfamilien mit allerlei Picknickgedöns und Wasserpfeifen. Ich bin halt in manchen Dingen ein Glückshammel, in anderen dagegen weniger (– aber das ist hier nicht das Thema). Ich ließ mich also nieder und öffnete die erste Flasche Radler. Wie gesagt schöner Ort. Mit meiner Lieblingsmusik im Ohr ließ ich den lieben Herrgott einen guten Mann sein. Ich wusste, dass es wahrscheinlich der vorerst letzte Sonnentag sein sollte. Sniff!

 

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Nelly-Sachs-Park


Die Waschmaschine rumpelt und quietscht vor sich hin. Aus dem Hintergrund von meinem  Lieblingsbluessender Aardvark (übersetzt: Erdferkel) aus Texas beschallt… Ich tippe quasi blind auf der Tastatur, nicht weil ich das besonders gut kann, sondern weil es inzwischen so düster ist, dass ich kaum noch die Buchstaben erkenne. Schon krass im Vergleich zu gestern. Schätze, dass ich den Sonntag bei Kerzenlicht in meiner Bude verbringen werde. Mir bleibt noch ein wenig Zeit zu überlegen, ob ich ein paar Tage unbezahlten Urlaub draufsattle, also bis Ostern, und wie ich`s meiner Chefin verklickern könnte – also im Fall des Falles. Ich fing gerade an, mich an diesen „Ausnahmezustand“ zuhause zu gewöhnen, putzte die ein oder andere Ecke der Wohnung, räumte dies und das auf… Nun wollte ich endlich das Bild auf meiner Staffelei weitermalen, das dort lediglich vorgezeichnet und mit wenigen ersten Pinselstrichen seit einem guten Vierteljahr verweilt. Ich lasse mich halt nicht gern drängen, auch nicht von mir selbst. Gut Ding braucht bekanntlich Weile. Seufz. Alles nicht so einfach. Nein, ich will nicht jammern! Weit gefehlt! Ich bin nur furchtbar empfindsam…, zur Neurasthenie neigend (wie viele Künstler).

 

Mythen, Geister und Corona-Virus

Gestern nichts mehr unternommen. Ich war viel zu müde, weil bereits 4 Uhr 30 aufgestanden und schlecht geschlafen – zu dem Zeitpunkt noch nicht 100% sicher, ob ich mir den unbezahlten Urlaub tatsächlich nehmen/leisten will.
Als ich mich mittags zum Ausruhen hinlegte, wollte ich mich nicht mehr aufraffen. Ich ließ mich stundenlang von YouTube-Videos berieseln, vor allem aus dem Kanal „Mythen Metzger“. Nicht schlecht gemacht. Also für Leute, die Interesse am Geheimnisvollen, Rätselhaften, Mystischen, Phantastischen haben, – aufbereitet in Häppchen von ca. 20 Minuten. Ich konnte dabei meine müden Äuglein schonen, denn im Vordergrund steht der mündliche Vortrag. Ich hörte von geheimnisvollen Orten, Zeitanomalien, mystischen Vermissten- und Todesfällen, Geistererscheinungen, Schattenwesen, Hundemenschen, paranormalen Phänomenen… Die meisten dieser rätselhaften Vorfälle beruhen auf Fakten (Dokumente, Augenzeugenberichte) und sind bis heute ungelöst. Nach meiner Einschätzung gut recherchiert und erzählt auf diesem YouTube-Kanal „Mythen Metzger.“

Doch wozu noch fremdgruseln bei der aktuellen Corona-Virus-Situation? Nichts für empfindsame Seelen. Leicht geht mit uns Menschen die Phantasie durch. Ist das wirklich real, was da gerade um mich herum abgeht? Kommt mir vor wie ein weltumspannendes psychologisches Experiment… Oder ein Test?