Wer stinkt am meisten?

Eine Wasserleiche nach Luftkontakt? Ein saufender Russe? Ein Nazi? Ein Igel vor dem Zelt? Ein Pole in einem gestohlenen Auto? Ein Stinktier? Trump? Vier Aborigines beim Zerlegen eines Kängurus? Heidi Klum? Der alte Schwede? Arabische Flüchtlinge? Inder? Kinder nach einem Kindergeburtstag in Mac Donalds? Fünfzig Rentner auf einer Kaffeefahrt? Wladimir Klitschko nach einem Boxkampf? Ein Indianer auf Kriegspfad? Ein deutscher Soldat vor Stalingrad? Ein sterbender Elefant im Zirkus? Ein verfaulender Mensch im Altenheim? Angela Merkel? Eine chinesische Reisegruppe im Bierzelt? Die Katze meines Nachbarn? Ein Asylbewerber? Kim Jong-un? Ein Jude? Die Türken in Neukölln? Alle Türken? Ein deutscher Spießer? Harvey Weinstein? Die Nutte nach einem Blow-Job? Ein Zigeuner? Fünf Zigeuner? Dreißig tote Zigeuner? Mein Hund, wenn er furzt? Mein Kind, wenn es Blähungen hat? Politiker bei Sondierungsgesprächen? Mein Arbeitskollege? Ein Anarchist? Der Papst? Bill Gates? Der liebe Gott? Ich?

Kopfkrebs

 

Lange lag ich wach und dachte über den Unsinn von Träumen nach. Nicht angestrengt, ich ließ einfach die Gedanken plätschern, wies ihnen nur bedingt den Weg. Es scheint, dass Träume keine Logik brauchen. Sie sind wie ein unaufgeräumter Schreibtisch. Alles liegt durcheinander herum, aber der Träumer findet es in Ordnung. Unwillkürlich kam mir noch ein anderer Vergleich in den Sinn: Träume sind der Krebs des Geistes, undifferenzierte Wucherungen aller möglichen Ausartung. Und umgekehrt: die Träume unseres Körpers manifestieren sich als Krebsgeschwulste…

Alles das, was unser Körper über die Übung der Sinne
hinaus tut, bleibt unwahrgenommen. Von den lebens-
kräftigen Funktionen (Blutzirkulation, Verdauung usw.)
wissen wir nichts. Ebenso ist es mit unserem Geist:
Wir wissen nichts von all seinen Bewegungen und
Veränderungen, seinen Krisen usw., außer der
oberflächlichen, schematisierenden Begriffsbildung.
Erst eine Krankheit enthüllt uns die funktionellen
Tiefen unseres Körpers. So ahnen wir auch die des
Geistes erst, wenn wir aus dem Gleichgewicht gebracht
sind.

…schreibt Cesare Pavese in Handwerk des Lebens über die Allegorie von Körper und Geist. Eines meiner Lieblingszitate, welches in diesem Zusammenhang gut passt.
Bleibt zu hoffen, dass die Träume nach dem Aufwachen zurückweichen und der Krebs sich im Körper nicht ausbreitet.