Was man nicht alles macht

Nach dem Abi hatte ich keine Ahnung, was ich machen wollte. Der Druck war groß, irgendwas zu machen. Der Barras saß mir im Nacken. Ich wollte es auf alle Fälle vermeiden, eingezogen zu werden. Mit der Ausmusterung hatte es nicht geklappt. Mit einer Lehrstelle konnte ich Zeit schinden. Ich landete in einem Ingenieurbüro für Heizung/Sanitär/Lüftung als Azubi zum Technischen Zeichner. Ein öder Job. Die angestellten Technischen Zeichner, Techniker und Ingenieure fand ich ganz okay, aber die beiden Chefs waren Arschlöcher. Gott sei Dank mussten sie oft zu Baubesprechungen. Dann alberten wir herum oder schossen Bürofliegen mit Gummibändchen ab… Aus lauter Langeweile kritzelte ich Notizzettel voll. 8 Stunden können verdammt lang werden, wenn man die Arbeit nicht sonderlich mag. Aber ich hielt durch. Ich musste durchhalten. Gestern wie heute.

so in etwa sah mein Arbeitsplatz aus
im Sommer konnte es verdammt heiß werden
Bürofliegen sind lästig!
nach Feierabend die schönen Seiten des Lebens


37 Gedanken zu “Was man nicht alles macht

      • Ich mochte es sehr alle möglichen Dinge im Querschnitt oder von allen Seiten zu zeichnen.
        Aber weiter zur Schule zu gehen wurde mir untersagt, ich sollte eine Ausbildung beginnen um Geld zu verdienen.
        Manches Mal läuft es anders als man will.

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      • kapiere ich nicht. hättest du als bauzeichnerin kein geld verdient?

        ich konnte weder in der schule noch im beruf viel ehrgeiz entwickeln. aber immerhin bewies ich einiges durchstehvermögen. ich hoffe, dass ich die letzten jahre auch noch schaffe.

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      • du schriebst: du solltest eine ausbildung beginnen, um geld zu verdienen. das verwirrt mich. warum keine ausbildung zur bauzeichnerin? oder habe ich da was falsch verstanden? – entschuldige mein beharrliches nachfragen.

        ja, meine noten wurden auch immer besser, umso älter ich wurde. vielleicht sank das niveau. oder ich wurde schlauer? – oder ehrgeiziger? … blödsinn!
        keine der ausbildungen machte ich freiwillig. es blieb mir nichts anderes übrig. also wurde ich technischer zeichner. also wurde ich altenpfleger. also wurde ich tumordokumentar. hoffentlich muss ich nicht noch mal eine weiterbildung oder ausbildung machen. so langsam reicht es.

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      • Der Schulabschluss reichte nicht.
        Ich wollte gern weiter zur Schule um einen höheren Abschluss zu machen für die Ausbildung zur tech. Zeichnerin.
        Dies wurde mir untersagt, ich sollte mir nach der 10. Klasse sofort eine Ausbildung suchen. Aber ist Schnee von gestern. Warum darüber aufregen was die Eltern versauen…
        Klingt fast wie bei mir, lach….
        Also wurde ich….

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      • aber die 10. klasse bedeutet doch mittlere reife. und damit konnte man zumindest techn. zeichner werden. das weiß ich sicher. warum nicht bauzeichnerin?
        okay, ich rede hier davon, wie es in den achtzigern war.
        meine eltern hatten mir, als ich über 18 war, nichts mehr zu sagen. sie konnten nur noch indirekt druck ausüben. sie waren froh, wenn ich irgendwas beruflich machte…

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      • Ich bin mit 16 Jahren runter, nach der 10.
        Die mittlere Reife habe ich während meiner Ausbildung nachgeholt.
        Mit 16 konnte ich noch nicht bestimmen, sonst hätten sie mich auf die Straße gesetzt.

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      • deine eltern hätten dich auf die straße gesetzt?
        ich war mit 16 auch schon ganz schön renitent. aber da ich selbst keine vorstellung davon hatte, was ich mit meinem leben anfangen sollte, machte ich die schule zuende. und wie ich es schrieb, kam dann der druck durch die wehrpflicht. ich war damals kaum anders als heute: ich wollte mich nicht zu etwas zwingen lassen, was ich total ablehne.

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      • War keine schöne Zeit, ist aber vorbei…
        Ich ging ab 14 schon meine eigenen Wege, war nur zum Essen und Schlafen zu Hause. Aber mit 16 ist man doch noch abhängig. Leider…

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      • mit 14 war ich noch ein kind. gerade mal am anfang der pubertät. die mädels sind in dem alter schon weiter. das war eine scheiß zeit. aber ich hatte glück und fand mit 15/16 meine erste große liebe… nicht nur knutschen, sondern gleich das ganze programm. wir ließen uns dazu 2 jahre zeit. das war schwierig, weil die eltern des mädchens sehr konservativ waren.
        die abhängigkeit wird man nie los. es ist nicht nur die materielle abhängigkeit. da ist auch auch noch die moral – das pflichtgefühl gegenüber den eltern. außerdem gerät man nach der schule relativ schnell in die abhängigkeit von den arbeitgebern…., wo man halt gerade landet.

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      • Diese Prallelen, lach…
        Mit 15 hatte ich auch meinen ersten festen Freund.
        Ein Lichtblick in dieser Zeit.
        Mit 20 war ich weg und mit 30 brach ich den Kontakt zu meinen Eltern völlig ab. Bis heute…
        Abhängigkeit…., kommt immer darauf an ob man sich abhängig fühlt oder nicht.

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      • na ja. wenn ich arbeiten muss, weil ich das geld brauche, um die miete und essen und trinken zu bezahlen, fühle ich abhängig. mir ist natürlich klar, dass das die regeln in einer leistungsgesellschaft sind. ich arrangierte mich damit, so gut ich konnte. aber glücklich bin ich nicht mit diesem system, in dem ich aufwuchs und lebe.
        ich distanzierte mich auch weitgehend von meinen eltern… aber nie ganz.

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      • Da kommt es stets auf die Sichtweise an, wie bei vielen anderen Dingen auch.
        Naja, der Zwang einen Ausbildung zu machen war noch das Harmloseste.
        Für mich ist der Schlussstrich am Gesündesten, aber der Hintergrund gehört nicht hierher.

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      • ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur auf die sichtweise ankommt, wenn man mich in ketten legt… selbst wenn die ketten mir einen gewissen spielraum lassen. momentan lassen die ketten mir kaum noch spielraum.
        vielleicht sollte ich an meiner sichtweise arbeiten.
        ja, ein absoluter schlussstrich kann hilfreich sein, um zu sich zu finden… vieles konnte ich meinen eltern nie verzeihen. aber es gab noch ein band der liebe… rudimentär – ursprünglich – sentimental – sehnsuchtsvoll.

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      • Ich würde bestimmt auch so denken wenn ich in meinen Ausbildungsberuf geblieben wäre. Weil er mir aufgezwungen wurde und körperlich über meine Grenzen ging.
        Für mich sind es nur meine Erzeuger, das machte es mir leichter mich Stück für Stück zu lösen.

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      • nein, es sind sicher keine larifari gründe.
        aber du kennst die menschen. was nicht sein darf, das nicht sein kann. oder so ähnlich. narrative werden erzeugt, und wer dagegen verstößt, wird leichtfertig ausgegrenzt.
        wer sich gegen eltern, lehrer, pfaffen, polizei und ärzte auflehnt, ist in der gemeinschaft oft unten durch. ich dachte, wir wären im 21. jahrhundert halbwegs weg von diesem alten denken. aber es ist wohl zu tief in vielen menschen verankert – wie wir aktuell sehen können.

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      • Ja diese Reakion kenne ich zu genüge.
        Erst wenn sie die wahren Hintergründe kennen, können sie meine Entscheidung verstehen. Ich binde es aber nicht jeden auf die Nase, nur der engste Kreis kennt meine Geschichte und versteht meine Reaktion. Mir ist aber sehr oft egal was andere von mir denken. Mir muss es gut gehen und nicht diejenigen die meinen es besser zu wissen.

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      • ich bin ein (relativ) offener mensch. das gehört zu meinem schreiben. oder überhaupt zur kunst. und ich hoffe, dass meine mitmenschen erkennen, worum es mir geht. und es akzeptieren.
        mir ist es nicht egal, was andere von mir denken. aber ich muss es hinnehmen.
        menschen, die alles besser wissen, waren mir schon immer suspekt. ich argumentierte gegen sie an… ohne erfolg.

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      • Dir ist es nicht egal? Das stell ich mir anstrengend vor, mich ständig zu erklären warum ich dieses oder jenes denke.
        Ich versuche oft zu verstehen warum derjenige so handelt oder so denkt wie er denkt.
        Ich bin dabei sehr tolerant, oft zu tolerant wie manche meinen.
        Aber es gibt nun mal vielfältige Menschen und Meinungen.
        Einen schönen Nachmittag wünsche ich dir Bon, bin jetzt weg….

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      • nein, mir ist es nicht egal, was andere menschen denken und machen… ich gehöre zur menschenfamilie… obwohl ich mich oft wie ein fremder unter meinen mitmenschen fühle.

        dir auch noch einen schönen sonntag, nati!

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  1. tolle Zeichnungen. hattest du mal ein Pferd oder warst du mal ein Cowboy? ich habe meinen Koofmich in einem Sanitär und Flaschnerei – Betrieb gemacht. ähnliches Gebiet, im entferntesten. gleich waren auf jeden Fall die Kalender mit den nackten Frauen!

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      • ich arbeitete damals im büro bei den ingenieuren und technikern. dort hingen freilich nur die „edel-kalender“. und die chefs tranken kein bier sondern teuren whiskey.
        anders bei den monteuren in den baubuden oder werkstätten, die ich während meines praktikums kennenlernte: dort hingen die billigeren varianten der kalender und wir tranken bier.

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      • nach meiner ausbildung zum techn. zeichner bekam ich über eine leihfirma einen job, wo ich zu den arbeitern und monteuren einen engeren kontakt bekam. das war toll, weil sie mich bald akzeptierten, obwohl ich vom büro kam… sie spürten wahrscheinlich, dass ich sie mochte.
        okay, so richtig gehörte ich trotzdem nicht zu ihnen. das war mir klar.

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      • schade, dass man von klein auf eingeimpft bekommt sich über die Arbeit zu identifizieren. Machst du nichts, bist du nichts!
        Ich machte mal ein paar Jahre nichts. also keine Arbeit, in der Zeit kein arbeitslos und auch keine Jobsuche. Also nichts! ich antwortete dann immer auf Fragen was ich mache: Domestic Ingenieur. die Gespräche versandeten immer im nichts, weil die Gegenüber ratlos waren, was sie mit mir reden sollten. ich fand das lustig.

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      • ich habe kein problem damit, nichts zu machen… als meine eltern starben, hatte ich durch das erbe etwas geld, um endlich den job in der altenpflege zu kündigen.
        gut eineinhalb jahre machte ich nichts. das heißt, ich machte schon etwas: ich verliebte mich und zog nach berlin.
        da ich mich arbeitslos meldete, saß mir das arbeitsamt im nacken. das war nicht so schön. und noch weniger schön war, dass ich für einige wochen die sozialversicherung nachzahlen musste. unversichert darf man in unserm land nicht sein. das bedeutet: du musst dafür zahlen, um einfach nur existent zu sein.
        und du konntest einfach mal so ein paar jahre nichts machen? hattest du einen reichen mäzen oder lover?

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      • genau das wollte ich nicht, dass mir jemand im Nacken sitzt. ..ich hatte Glück und einen reichen Mäzen. lach. auch mal nett, diese Seite der Gesellschaft zu sehen.
        Jahre später saß mir dann die Rentenversicherungsanstalt im Nacken. die wollten unbedingt wissen, wo ich war, was ich gemacht habe, die waren sehr aufdringlich. das ging wieder 1-2 Jahre, die schrieben Briefe und Drohungen, dass ich dann keine Rente bekomme. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich schrieb zurück, dass sie mich doch bitte in Ruhe lassen sollen, das sei meine Privatsache was ich gemacht habe. Dann war Ruhe. Nun steht die Zeit als Fehlzeit in der Rentenabrechnung.

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