2G

Die Einführung von 2G erinnert mich an meine Kindheit. Die Eltern verordneten uns Stubenarrest, wenn wir nicht brav gewesen waren. Wir durften nicht mehr mit unseren Freunden spielen. Auch galt noch die Prügelstrafe (zumindest in den Familien). Viele Menschen wussten es vor 50 Jahren noch nicht besser. Dabei gab es bereits das wunderbare Grundgesetz… Wie sagt man so schön: Papier ist geduldig. Gesetze sind keine Selbstläufer – es braucht Menschen, die für ihre Umsetzung kämpfen und die Autoritäten mahnen, wenn diese mittels gesetzwidriger Steinzeit-Pädagogik die Bürger erpressen und maßregeln. Die Einführung von 2G bedeutet die Ausgrenzung von immerhin ca. 20% der Bevölkerung am kulturellen Leben.
Der paternalistische Staat hat entschieden: Die Ungeimpften sind schuld an der vierten Welle. Die Ungeimpften sind schuld an der desolaten Situation in den Krankenhäusern, speziell in den Intensivstationen. Die Ungeimpften sind schuld, wenn deine Oma nicht operiert wird. Die Ungeimpften sind schuld, wenn wieder ein Lockdown ausgerufen wird. Die Ungeimpften sind schuld daran, dass Corona noch immer nicht besiegt ist.
Die mediale Psycho-Hetze gegen die Gruppe der Ungeimpften finde ich unerträglich. Sie ist an Niedertracht kaum zu überbieten. Natürlich werden Gerichte irgendwann feststellen, dass die Gängelung und Ausgrenzung einer Menschengruppe, bloß weil sie sich gegen eine fragwürdige medizinische Intervention entschied, gesetzwidrig waren. Wie wäre es, wenn sich die Verfassungshüter an ihre originären Aufgaben erinnern würden und ausnahmsweise etwas schneller zu Potte kämen?

Immerhin erfahre ich jetzt, wie sich ein Apartheid-Staat aus Sicht der Minderheit/Benachteiligten/Parias anfühlt. Ich weiß jetzt sicher, wie dünn das Eis ist, auf dem unsere Demokratie und unser Rechtsstaat steht.
Und die Menschen? – Sehr viele machen (mal wieder) mit, blöken nach, vertrauen dem Wolf im Schafspelz, lassen sich instrumentalisieren und aufhetzen.

   

12 Gedanken zu “2G

  1. Das mit deiner Kindheit war schlimm, auch verstehe ich hier dein Anliegen und mag hier gar nichts kleinreden, verniedlichen, doch … Radau machen in MEINEN Ohren (heureka! ich bin geimpft) aber nur die Ungeimpften. Wohin ich klicke, schaue, höre … wird man als Geimpfter (von den Ungeimpften) angepöbelt, wie dämlich wir doch alle seien. Ich, als Geimpfter bin leise, pöble niemanden an, mache niemals jemandem einen Vorwurf oder frage ob geimpft oder nicht. Ich stoße mich nicht an Ungeimpften, zeige nicht mit dem Finger auf sie. Ehrlich gesagt, entziehe ich mich dieser Massenhysterie und das von Anfang an!
    Entweder ich lasse mich (mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben) impfen oder eben nicht. Punkt.

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    • also weder in den klassischen- noch in den alternativen medien höre ich ungeimpfte, die gegen geimpfte stimmung machen. wo lebst du? welche medien guckst oder hörst du? wer pöbelt dich wo an? kann schon sein, dass es auch ungeimpfte kotzbrocken gibt. aber die macht ist bei denen, die das impf-narrativ hochhalten. die ausgegrenzten sind nicht die geimpften, sondern die ungeimpften.
      ich habe kein problem mit geimpften, sofern die mit mir kein problem haben. ich kritisiere allerdings seit monaten die corona-politik und die einseitige mediale berichterstattung.
      du meinst, ich muss als ungeimpfter mit der konsequenz leben, von der gesellschaft ausgestoßen zu werden? das sehe ich entschieden anders. da können wir doch gleich unser grundgesetz abschaffen – mit der konsequenz, dass wir mal wieder im totalitarismus landen. halleluja!

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      • Auch als Geimpfter kann ich nicht machen was ich will, auch ich habe mich zu fügen, da gibt es nicht viele Ausnahmen was da anders wäre wie bei den Ungeimpften.
        Dieser Tage war ich im Krankenhaus zwecks einer OP. Ein großes Prozedere schon eingangs, um überhaupt ins Krankenhaus zu kommen. Im Krankenhaus dann sofort noch einmal einen PCR-Test, überall Maskenpflicht, auch im Krankenzimmer, sogar im Bett, wenn ein Arzt oder eine Schwester den Raum betrat. Ja, und auch auf dem Operationstisch musste ich Maske anlegen (hatte sie im Zimmer vergessen und wurde stark gerügt deswegen, wobei mich ja zwei Schwestern mit dem Bett in den OP brachten, die hatten das einfach übersehen). Ich bekam dann noch eine Maske direkt auf dem OP-Tisch angelegt, musste sie solange tragen, bis alle Vorbereitungen abgeschlossen waren und sie mir dann die Narkose setzten …. (die Maske schoben sie mir dann einfach unter die OP-Haube, die ich auf dem Kopf trug, damit ich sie gleich wieder zur Hand habe nach dem Aufwachen… keine Ahnung…wtf…). Alles mächtig kompliziert, dennoch nicht der Rede wert, so mein Empfinden. Gibt Schlimmeres.

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      • genau. und ich als ungeimpfter habe freilich schuld daran, dass du bei deinem op-termin derart viele dingsbumse in kauf nehmen musstest? jedenfalls wird es derzeit genau so in den leitmedien kommuniziert – die ungeimpften sind quasi an allem schuld. im homeoffice höre/schaue ich regelmäßig das morgenmagazin von zdf und ard. vielleicht sollte ich mir das besser nicht antun – aber ich bin zu neugierig…

        und wer sagt eigentlich, dass ich mich als bürger allen von der regierung erlassenen doktrinen kritiklos zu fügen habe? die regierung kommt einfach mit einem gewaltigen narrativ von wegen krieg oder pandemie, und wir bürger machen alles mit – ?!? wozu dann demokratie, grundgesetz und diese ganzen humanistischen errungenschaften nach der letzten diktatur?

        schön, wenn es dir so leicht fällt, diese entwicklung, die wir in unserer gesellschaft seit geraumer zeit erfahren, hinzunehmen. ich nicht. ich mag nicht in china oder in einer anderen diktatur leben. ich wuchs in einer zeit auf, in der die freiheit des individuums… nicht nur makulatur war.

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      • DU bist schuld, eh klar, wer sonst! 😉
        Also, keine Ahnung, mich bringt das jetzt wirklich nicht aus dem Gleichgewicht. Weiß nicht wieso, vielleicht, weil ich im Dorf lebe, mir geht da jetzt nicht groß etwas ab, pflege und hege meine Kontakte wie eh und je, außer, dass ich sie eventuell anders handhab(t)e (im Lockdown). Auch sehe ich kaum Nachrichten, noch ziehe ich mir sonst wo Negatives massenhaft rein. Ich steige da gar nicht auf, auf diesen Zug der Massenhysterie. Das tat ich noch nie. In keiner Phase meines Lebens.
        Und jetzt geh ich eine Runde blöken bääääääh ;->

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      • massenhysterie finde ich auch scheiße. aber sie ist momentan realität. und vor der realität verschließe ich ungern die augen.
        schön, wenn du auf einer art insel lebst, wo du nicht die negativen entwicklungen wahrnimmst… so war es schon immer. viele menschen ignorierten im 3. reich die konzentrationslager…, die verfolgung der juden, die verfolgung der politischen gegner, der homosexuellen, der sogenannten lebensunwerten…
        die meisten deutschen lebten offenbar in ihrem dorf und kriegten von alldem nichts mit.
        irgendwann war es zu spät. der krieg brach aus. aber selbst dann glaubten sie noch dem narrativ der nazis.

        schön, dass du damit rausrückst, dass menschen wie ich schuld an allem sind. heuchler mag ich nicht. dann lieber leute, die klar mit ihrer meinung herausrücken.
        kennst du george orwells „farm der tiere“? – einfach mal lesen, falls du mehr über das wissen willst, was gerade passiert. ist ganz einfach geschrieben. kann auch ein schaf kapieren.

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      • apropos „gibt schlimmeres“: wenn wir nicht aufpassen – ich meine damit, wenn wir nicht auf unsere menschenrechte aufpassen, wird es tatsächlich schlimmeres geben.
        im normalfall geht es dabei schneller zurück als voran.
        okay, ich glaube inzwischen nicht mehr, dass wir überhaupt als menschen in sachen menschlichkeit besonders viele fortschritte machten. wir schafften lediglich inseln, wo einige privilegiert sind – materialistisch und in sachen freiheit. durch die globalisierung und die weltweit zunehmenden migrationsbewegungen müssen die mächtigen eine neue welt schaffen… es werden gewaltige umwälzungen auf uns zukommen.

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  2. ich glaube jeder von uns fühlt sich vom anderen ausgegrenzt. die Geimpften von den Ungeimpften und umgekehrt. es kommt immer auf die Sichtweise an. in meinem privaten Umfeld habe ich kaum noch Kontakt zu Geimpften. ich bin einfach nicht mehr so entspannt ihnen gegenüber, weil ich Angst habe, ein falsches Wort zu verlieren. es ist gut, wenn man da ein Thema hat, das sich nicht um Impfen, Angst, Panik und Viren dreht. Leider reduzieren sich die Themen von selbst, da ich als Ungeimpfte nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.
    Ich kann andererseits die Geimpften auch verstehen, ich wollte auch nicht als Schaf gebrandmarkt werden. Für sie war es richtig, sich impfen zu lassen.
    Schade finde ich, dass ich jetzt nicht mehr zum schwimmen darf. Dass es mir nicht mehr erlaubt ist, spontan irgendwo drinnen einen Kaffee zu trinken oder abends auszugehen. Ich meine, ich brauche das nicht. Ich brauche kein Restaurant, keine Schwimmhalle, keine Sauna, ich muss in keinen Club, in kein Konzert, ich muss kein Musical ansehen und ich muss auch nicht reisen. Das ist alles nicht wichtig. Dennoch wäre es schön, wenn ich es könnte. Wenn ich es so betrachte, dann fühle ich mich wie in einem Gefängnis mit Ausgang. Ich kann jetzt gut nachempfinden, wie es Gefängnisinsassen geht, denn wir sind hier in einem Krieg. Ein Psycho-Krieg. Nach knapp 2 Jahren Corona möchte ich behaupten, dass wir alle traumatisiert sind. Der eine mehr, der andere weniger. Und wenn es nur nachts Träume über Spritzen, Masken und Ausgrenzungen sind.

    Aber ich bin auch Optimist und anpassungsfähig. Ich orientiere mich gerade neu und finde andere Menschen, denen es wie mir geht und zusammen finden wir Wege unser Leben neu zu sortieren, so dass wir uns wohlfühlen. Überleben ist alles!

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    • Selbstverständlich kommt es auf die Perspektive an. Trotzdem wiederhole ich: Das Unrecht passiert derzeit hauptsächlich den Ungeimpften.
      Und viele Menschen folgen dem Regierungs- und Medien-Narrativ nunmal wie (dumme) Schafe. So sehe ich es, und davon werde ich nicht abweichen.
      Ich will niemanden ausgrenzen, aber durch die vorherrschende Politik und Hetz-Kampagne fühle ich mich gedemütigt und ausgegrenzt/eingeschränkt. Mir ist es als in Berlin alleinlebendem (Wichser) nicht egal, wenn ich über Monate vom kulturellen Leben ausgeschlossen werde. Mir ist es nicht egal, wenn mir zukünftig der Zugang in Kneipen, Restaurants und Kinos verwehrt wird. Mir ist es nicht egal, wenn ich nicht mehr reisen darf und keine Herberge mehr finde ..
      Ich scheiße auf Menschen, die diese Politik der Ausgrenzung unterstützen. Entschuldige. Ich meine natürlich nicht dich.

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