Die Neue

Es gibt seltsame Synchronizitäten: Die neue Mitarbeiterin, an deren Einarbeitung ich beteiligt bin, heißt wie mein Toilettenpapier…
Statt einen Tag Büro pro Woche, bin ich jetzt 2mal vor Ort, um der Neuen zur Seite zu stehen. Im Zuge dessen darf ich mich jede Woche unter Beobachtung einer dafür geschulten Kollegin einem Corona-Selbsttest unterziehen. Mein erstes Mal habe ich nun hinter mir – unter Aufsicht in der Nase bohren… (Was man nicht alles macht für den Brotverdienst.)
Ich weiß noch gut, wie schwer für mich der Einstieg in die Tumordokumentation war. Keine einfache Materie. Ich wünsche der Neuen einen guten Start und hoffe, dass ich ein wenig dazu beitragen kann. Mein erster Eindruck ist gut. Sie ist bei der Sache. Eine ruhige Person, etwas jünger als ich. Vorher arbeitete sie in der medizinischen Betreuung schwerbehinderter Kinder und Jugendlicher. Viel Privates tauschten wir noch nicht aus. Alles hat seine Zeit. Für mich bedeutet das Mentoring eine willkommene Abwechslung zu dem eher eintönigen Dokumentationsalltag im Homeoffice. Aber, wie ich schon feststellte, keine leichte Aufgabe. Vieles, worüber ich beim Dokumentieren nicht mehr nachdenke, weil mit der Zeit ein Automatismus greift, muss ihr erst erläutert werden. Dazu kommt der Sauerstoffmangel durch das Tragen der Maske, wenn wir zusammen vorm Bildschirm hocken. Regelmäßige Pausen sind notwendig! – sonst platzt einem der Schädel.
Etwa ein Drittel der Neuen kam nicht über die Probezeit hinaus. Die kognitiven Anforderungen sind nicht von Pappe. Dann noch die zickigen Hühner. Man braucht ein dickes Fell. Von Vorteil ist auch eine gute Portion Humor. Natürlich können alle auch total lieb sein… und Schleimspuren hinterlassen… Ich bin gespannt, wie sich die Neue bei uns machen wird. Ich werde sie unterstützen, so gut ich kann.

14 Gedanken zu “Die Neue

      • man sollte in einem solchen falle immer das beste hoffen. ich meine, jeder der bei uns anfängt hat ja schon vorher durch eine fort-/weiterbildung einiges an zeit und mühe investiert. das setzt man nicht leichtfertig wieder aufs spiel – jedenfalls ging es mir damals so. und das alter spielt auch eine rolle. mit über fünfzig wechselt man nicht mehr so leicht beruflich hin und her.

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      • niemals ticken alle gleich. wir sind alle unterschiedliche charaktere mit unterschiedlichen erfahrungen/geschichten.
        ich war damals (und bin es noch heute) sehr dankbar für die chance eines beruflichen neuanfangs.
        okay, die tumordokumentation ist nicht gerade mein traumberuf, aber es ist jedenfalls eine arbeit, die trotz der trockenheit der medizinischen materie letzlich dem menschen zugute kommen wird, indem neue erkenntnisse zu den momentan üblichen krebsbehandlungen über unsere datenerhebung generiert werden – ein langwieriger prozess.

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      • Bist du diesen Weg, nach dem Umzug und deinen 30 Jahren als Pfleger, bewusst gegangen oder war es eher Zufall diese Stelle zu bekommen?

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      • ich wollte schon vorher weg von meiner alten heimat und auch weg von der altenpflege. ich sehnte mich nach veränderung in meinem leben. als sich mir dann die gelegenheit bot, griff ich zu. initial war dafür eine liebe verantwortlich. wohin mich die reise beruflich führen würde, wusste ich da noch nicht. das ergab sich erst in folge dessen… durch die rentenversicherung.

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      • Der Liebe wegen – ja das hattest du mal geschrieben.
        30 Jahre in der Pflege ist/war nicht einfach. Kann auch nicht jeder.
        Da ist es ein Glück dass du etwas gefunden hast.

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      • ich möchte mich auch nicht beklagen. aber, wie es im leben so ist: ganz ohne unglück kommen wir nicht davon.
        jede veränderung bedeutet auch risiko – im partnerschaftlichen wie im beruflichen. alles, was wir neu anfangen, kann auch schiefgehen. jeder weg hat seine fallstricke.

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  1. Eine gute Einarbeitung ist sehr wichtig. In Zeiten von C. ist das aber nochmal schwieriger, als ohnehin schon. Ich musste auch mal einen Kollegen einarbeiten. Tatsächlich sieht man selbst vieles als selbstverständlich an, was keiner Erklärung bedarf. Ich habe meinem Kollegen immer gesagt, er soll sich nicht scheuen, mir Löcher in den Bauch zu fragen. Lieber so, als allein herumwurschteln und es sich selbst falsch beibringen. Wünsche dir/euch viel Erfolg.

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