Leben retten

Die Kursleiterin war eine selbstbewusste junge Frau. Sehr hübsch! … Als betrieblicher Ersthelfer muss ich alle zwei Jahre meine Kenntnisse auffrischen. Die meisten Kursteilnehmer(innen) benötigten die Teilnahme wegen des Führerscheins. (Ich war mit Abstand der Älteste.) Wir waren mit Pausen von 8 Uhr bis 15 Uhr 30 zugange. Natürlich bestand im Kursraum Maskenpflicht. Solange am Stück musste ich den Mundnasenschutz noch nie tragen. Ätzend! – nach einer Weile bekam ich Kopfschmerzen. Einige der praktischen Anwendungen konnten aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht geübt werden, was mir ganz recht war.
Der Tag zog sich… Erleichterung machte sich breit, als die Kursleiterin die Teilnahme-Bescheinigungen aushändigte. Vorher warb sie noch ein wenig für den „Verein“, der diese Kurse ausrichtete. Übrigens suche man händeringend Kursleiter(innen), und sie wandte sich an uns, man brauche dafür keinerlei Vorbildung. Einzige Bedingung sei die Vollendung des 18. Lebensjahres… Sie selbst mache es als Nebenjob.
Als ich auf der Straße stand, zog ich mir die Maske vom Gesicht und saugte die frische Luft (sofern man in Berlin-Mitte von frischer Luft sprechen kann) in tiefen Atemzügen ein. Schön! Die Sonne schien, kam aber in den Straßenschluchten kaum an. Ich radelte zügig durch den Stadtverkehr nach Hause. Der Wind war eisig.

 

22 Gedanken zu “Leben retten

    • klar. so wichtig, dass schon mal 20 (sich fremde) personen in einem raum stundenlang zusammensitzen dürfen… erfolgreich am ershelfer-kurs teilgenommen, ein woche später an corona verstorben.
      nun gut, ich nehme diese pandemie nicht so furchtbar ernst, wie sie uns von politik und medien vorgespiegelt wird. somit nahm ich das risiko eigenverantwortlich in kauf.

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  1. die praktischen Übungen, die man wegen Corona nicht ausführen konnte war die Mund-zu-Mund Beatmung? Ist es richtig, dass man im Notfall nicht Mund-zu-Mund beatmen soll und den Menschen lieber sterben lassen soll? Habe ich mal irgendwo gehört. Das würde mich jetzt interessieren, wie es von offizieller Stelle kommuniziert wird.

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    • die reanimation ist ein komplexes thema. ich habe im verlaufe meines bisherigen lebens mindestens 6x einen erstehilfekurs mitgemacht. und immer wieder gab es nicht gerade unwesentliche abweichungen. so weiß ich noch genau, dass mir vor einigen jahren gesagt wurde, dass die herzdruckmassage wesentlich ist. die beatmung könne man erstmal vernachlässigen… damit wäre es eh so eine sache und bla bla bla. ich bin ein laie, und extrahiere für mich aus diesen kursen einige wesentliche sachen, die mir persönlich nützlich erscheinen. einiges von den anwendungen kann man in einer echten notfallsituation sowieso nicht reproduzieren. aber gut, man hat es mal gesehen…
      wichtig ist in jedem notfall, dass man überhaupt reagiert – also hilfe holt und nach bestem wissen und gewissen selbst tätig wird. an corona sollte man dabei nicht denken. (jetzt im nachhinein fällt mir auf, dass wir das thema corona gar nicht behandelten.)

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      • man sollte nicht unbedingt mehr machen, als man sich zutraut. das ganze ist sehr situativ. gut, wenn man gewisse dinge abrufen kann, die man in einem solchen (eintägigen) kurs „lernte“. aber da spielen doch auch viele persönliche faktoren des helfenden eine rolle – z.b., wenn ich kein blut sehen kann etc.

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      • verstehe. aus eigenem antrieb nahm ich auch noch nie an einem solchen kurs teil. ich schätze, das machen die wenigsten.
        allerdings fände ich es schon wichtig, dass alle menschen ab und zu eine auffrischung an erster hilfe bekämen. dann am besten von kompetenten personen mit erfahrung im rettungsdienst und nicht unbedingt von studentinnen, die das als nebenjob machen.

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      • ja, ist schon wichtig. aber vieles wäre wichtig als auffrischung. auch verkehrsregeln. oder der umgang miteinander. oder zuhören.
        ich denke die studentin hat ihren job doch gut gemacht, oder? immerhin war sie etwas fürs auge. gib studentinnen eine chance! am ende kommt es immer darauf an, zu handeln. nicht weiterfahren und denken, die anderen machen das schon! etwas kann man immer machen.

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      • ich habe doch gar nichts gegen die studentin. sie machte ihren job gut. eine kluge frau (und schön anzuschauen). sie hatte die theorie drauf.
        allen ging es doch darum, diese pflichtveranstaltung (mit mehr oder weniger nährwert) hinter sich zu bringen. auch für mich war es mal eine abwechslung zu homeoffice und büro…. zudem ein guter übergang in meine urlaubswoche.

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      • ah so.. dann hatte ich das ein wenig mißverstanden. bitte entschuldige ♥
        ich mache jetzt auch urlaub auf dem balkon mit einem kleinen getränk. Auf die SONNE! und einen tollen start in den wohlverdienten urlaub.

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      • die sonne hat sich hier leider bereits vor stunden verabschiedet.
        einkaufen war ich…., und nun hänge ich auf der couch rum und schaue alte folgen von „raumschiff enterprise“ – prost!
        vielen dank für die guten wünsche… dir noch einen schönen/sonnigen nachmittag!

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  2. Deine Schlusssätze sind schön! Ich erinnere mich an eisige, aber klare Frühlingstage, die ich mal in Berlin verbracht habe. War schön, ganz anders als bei uns. Letztes Jahr wollten wir da wieder mal hinreisen, aber wir mussten dann stornieren. Vielleicht nächstes Jahr, im Moment warten wir auf die Impfung.

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    • momentan warten wir alle…wenn nicht auf die impfung, dann doch wenigstens wieder auf mehr bewegungsfreiheit. und viele warten darauf, dass sie wieder arbeiten dürfen.
      nach gestrigem grau in grau, beginnt heute der tag wieder eisig-sonnig (-2°C)… berlin ist in jedem fall eine reise wert.

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